LesungenDas schwarze Brett 2Gottesdienste

Tradition und Realitäten

Was ist Tradition? - Die nächste Vollversammlung des sog. "Synodalen Wegs", des Reformdialogs in der deutschen Kirche, in der es um die Themenkomplexe Macht, Sexualmoral, Priesterbild und um Rechte von Frauen in der Kirche, geht, muss wegen Corona wieder verschoben werden, von Februar auf September/Oktober 2021. Dennoch geht zwischenzeitlich das Ringen um Positionen, um Versöhnung kirchlicher Lehre mit dem realen Leben der Menschen, weiter. So melden sich immer wieder auch Theologinnen und Theologen zu einzelnen Themenfeldern zu Wort. Auf www.katholisch.de wurde heute (20.11.) ein Beitrag der Dogmatikerin Johanna Rahner rezensiert, der ursprünglich im Magazin "feinschwarz" veröffentlicht wurde. Darin geht es um die Frage nach den Quellen unserer Glaubensaussagen, danach, inwieweit neben der Schrift und der Tradition auch gerade die "vergessenen" Sichtweisen noch offenbarungsrelevant sind. Tradition ist ja nichts Monolithisches, sondern ist aus einem Prozess hervorgegangen und muss weiter prozesshaft gesehen werden. Dazu nimmt Johanna Rahner, die Professorin für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie an der Uni Tübingen ist, Stellung:

"Die Tübinger Theologin Johanna Rahner hat der Amtskirche eine gefährliche "Häresie der Vergesslichkeit" attestiert. Durch eine Zementierung theologischer Traditionen und kirchlicher Strukturen habe sich das Lehramt seit dem 19. Jahrhundert zunehmend von den gesellschaftlichen Realitäten entfernt, schreibt die Dogmatikprofessorin in einem am Donnerstag auf dem Online-Portal "feinschwarz" veröffentlichten Beitrag. Wo die von Pluralität und Demokratie geprägte Lebenswelt der Menschen in der Kirche ein Fremdkörper bleibe, nehme die "Glaubwürdigkeit ihrer Sendung Schaden", so Rahner. In Ihrem Text nahm die Dogmatikerin auf einen Ausdruck von Friedrich Nietzsche Bezug, wonach die Vergesslichen "selig" seien, "denn sie werden auch mit ihren Dummheiten fertig". In der Kirche habe dieser Kampf gegen den eigenen "Erinnerungsballast" jedoch dazu geführt, dass die Vieldeutigkeit der eigenen Geschichte zugunsten einer scheinbar makellos fortschreitenden und unveränderlichen Lehre verdrängt worden sei. In etlichen Bereichen handle es sich dabei nicht um ein zufälliges Vergessen, sondern vielmehr um "absichtsvolles Verdrängen" durch die kirchlichen Verantwortungsträger. Vieles an der kirchlichen Struktur, das "bis heute mit dem Mantel des Gottgewollten und Ewigen umgeben wird, ist das Ergebnis eines historischen Verdrängungsprozesses", schreibt Rahner. Dies habe die fatale Folge, dass einem "zaghaft vorgetragenen 'Wir können auch anders'" in den aktuellen Reformdebatten stets die Behauptung einer "immer eindeutigen, stets gleichbleibenden, und daher zu bewahrenden 'Tradition'" als "katholischer Identitätsmarker" entgegengehalten werde.
Ausgrenzung Andersdenkender mit strukturellen Folgen
Rahner erklärt dieses Muster der theologischen Vereindeutigung als Konsequenz eines inzwischen überholten Offenbarungsverständnisses, das von einer übernatürlichen, dem Lehramt exklusiv zugänglichen göttlichen Wahrheit ausgehe. Demnach sei das unbeirrte Festhalten an der Tradition der Kirche die einzige Garantie, um diese Wahrheit vor Verunreinigungen zu schützen. Jeder "Ansatz von Pluralität im Inneren, jeder Hauch von Veränderung wird nun als Gefährdung dieser 'wahrhaft katholischen' und 'immer gleichen' Identität verstanden", so die Dogmatikprofessorin. Angesichts der "sogenannten 'Zerfallserscheinungen' der zeitgenössischen Gesellschaft" versuchten bestimmte Kirchenkreise deshalb seit Langem "einzig auf Aus- und Abgrenzung Andersdenkender" zu setzen. Diese Ablehnungshaltung sei nicht nur in inhaltlichen Fragen, sondern auch in struktureller Hinsicht wirksam. Besonders verhängnisvolle Konsequenzen für die Kirche bringe das etwa in Bezug auf "strukturelle Macht und institutionellen, d.h. systemischen Machtmissbrauch" mit sich, so Rahner weiter. Dabei sei die Theologiegeschichte deutlich vielfältiger und ließe weitaus größeren Spielraum zur Interpretation als lehramtliche Darstellungen oft Glauben machen wollten. Laut Rahner bestehe eine der wichtigsten Aufgaben der Theologie deshalb darin, unberücksichtigt gebliebene Argumente in der Dogmengeschichte aufzudecken und so eine "Wiederentdeckung der verdrängten Alternativen als Innovationspool" voranzutreiben. Auch dem "unfehlbaren Glaubenssinn der Gläubigen", der "im 19. Jahrhundert strukturell bewusst kaltgestellt" worden sei, müsse für die dringend notwendige Erneuerung der Kirche wieder mehr "Systemrelevanz" zukommen, forderte die Theologin."

Text aus www. katholisch.de   Bild: ©Universität Tübingen

Bischof Bode weiht fünf Männer - darunter Tobias Möhlmann aus unserem Dekanat - zu Ständigen Diakonen

Bischof Franz-Josef Bode weiht am kommenden Samstag (21. November) fünf Männer zu Ständigen Diakonen im Zivilberuf. Aus der Pfarreiengemeinschaft Leer (Seliger Hermann Lange) / Moormerland-Oldersum (Mariä Himmelfahrt) / Weener (St. Joseph) ist Tobias Möhlmann dabei. Das gesamte Dekanat gratuliert ihm und wünscht für seinen zukünftigen Aufgaben Gottes Segen, bereichernde Begegnungen mit Menschen und Freude am und im Dienst. Alle neuen Diakone werden künftig in ihrem Zivilberuf arbeiten und in ihren Heimatgemeinden nebenamtlich ihr Amt ausüben. Sie können so ihre Erfahrungen aus Beruf und Familie in ihren Dienst als Diakon einbringen.
Das Wort „Diakon“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Diener“. Diakone sind vor allem im karitativen Bereich tätig, unter anderem in der Sorge für kranke, alte und benachteiligte Menschen sowie in der Begleitung von Menschen in Not. Ständige Diakone sind in der Regel verheiratet.Der Gottesdienst im Osnabrücker Dom beginnt um 9.30 Uhr. Er wird im kleinen Kreis gefeiert. Im Internet wird er auf der Seite des Bistums Osnabrück www.bistum-osnabrueck.de/live-gottesdienste gestreamt.

Angesagt statt Abgesagt

Abgesagt!
Heißt es wieder.

Abgesagt!
Ist wieder angesagt.                                                                  Abgesagt!                                                                              

Die Feiern, die Feste,
die Besprechungen,
die Versammlungen,
die religiösen Angebote …

Nicht abgesagt!
Die Hoffnung,
dass wir es
auch diesmal schaffen.

Nicht abgesagt!
Die Liebe und Nähe,
die trotz allem Abgesagten
zwischen uns fließen kann.

Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de

Hilfe für Katholiken in der Corona-Pandemie - Diaspora-Aktion in Würzburg eröffnet

Mit der diesjährigen Diaspora-Aktion will das Bonifatiuswerk Katholiken in Diasporagebieten vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie unterstützen. Die Kirchen werde von vielen nicht mehr als systemrelevant angesehen - sei es aber.

Ein Mann hält ein Plakat bei der Eröffnung der Diasporaaktion in Würzburg hoch. Darauf steht "Die Atemluft eines Christen ist die Hoffnung." Hoffnung ist das zentrale Motiv der diesjährigen Diaspora-Aktion.

Unter dem Motto "Werde Hoffnungsträger" ist am Sonntag im Würzburger Dom die bundesweite Diaspora-Aktion der katholischen Kirche eröffnet worden. Der Würzburger Bischof Franz Jung rief zur großzügigen Unterstützung von Katholiken in Minderheitensituationen auf. Am kommenden Sonntag wird in allen katholischen Kirchen Deutschlands Geld für die Aktivitäten des Bonifatiuswerks in Nord- und Ostdeutschland, in Nordeuropa sowie im Baltikum in gesammelt.
Jung sagte, im teilweisen Lockdown erlebe Deutschland in der Pandemie gerade insgesamt eine "Diaspora-Erfahrung". Wegen der Einschränkungen könnten sich nur noch wenige Familienangehörige und Freunde treffen. Umso dringlicher sei Solidarität. In einer Audiobotschaft dankte Bischof David Tencer aus Reykjavik (Island), der wie alle anderen ausländischen Gäste wegen der Corona-Beschränkungen nicht zur Eröffnung nach Würzburg kommen konnte, allen Spenderinnen und Spendern. In Island wachse die Angst der Menschen aufgrund von Covid-19, der damit verbundenen Arbeitslosigkeit und den Einschränkungen des Alltagslebens, berichtete er. Der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Georg Austen, versicherte: "Trotz Corona geht die Arbeit in unseren Hilfsprojekten weiter." Die Kirche werde womöglich nicht mehr von allen als systemrelevant angesehen, mit ihrer konkreten Hilfe sei sie aber existenzrelevant für andere.

kna   Copyright Kirchenbote 2020

Anfrage zu Taufpaten - Hat das Amt noch Sinn?

Im letzten Kirchenboten fand sich ein Artikel, der viele junge Eltern angeht, die ihr Kind taufen lassen wollen und vor der Frage stehen, wie sie mit dem Thema "Paten" umgehen sollen. Deshalb hier der Abdruck des Artikels für die, die den KIBO nicht beziehen:

Ein Kind wird getauft.Damit ein Kind getauft werden kann, braucht es nicht unbedingt einen Taufpaten. Tradition hat das Amt dennoch.

Wenn ein Kind getauft werden soll, ist die Suche nach Taufpaten nicht immer einfach. Wer soll? Wer darf? Warum gibt’s die überhaupt? Und: Geht’s nicht auch ohne? Ein italienisches Bistum hat Anfang August auf sich aufmerksam gemacht, weil es die Taufpaten abschafft – zumindest auf Probe für die kommenden drei Jahre. Warum? Weil der Bischof und sein Bistum der Meinung sind, dass das Patenamt seinen Sinn verloren hat. Den Sinn des Patenamtes findet man in der Frühzeit der Kirche, damals, als Erwachsene zum christlichen Glauben kamen. Jedem, der sich taufen lassen wollte, wurde ein erprobter Christ – bei Frauen gewöhnlich eine Christin – an die Seite gestellt, um den Bewerber in den Glauben einzuführen. Die Zeit der geistlichen Einführung, das sogenannte Katechumenat, dauerte lange, oft ein ganzes Jahr von Ostern bis Ostern – da wächst Beziehung. Deshalb führte der Pate seinen Täufling nicht nur zur Taufe, sondern blieb ihm auch danach ein treuer Begleiter in Lebens- und in Glaubensfragen.
Als die Kirche später zur Kindertaufe überging, verlor das Patenamt seinen praktischen Sinn, denn für eine Einführung in den Glauben sind vor allem die Eltern zuständig. Wichtig wurde jetzt eine gewisse soziale Verantwortung. So übernahmen Gutsherren Patenschaften und finanzierten zum Beispiel den Schulbesuch. Oder Verwandte erklärten sich mit der Patenschaft bereit, das Kind großzuziehen, falls die Eltern sterben. Das Kirchenrecht definiert die Paten bis heute als Wegbegleiter im Glauben. Deshalb müssen Paten katholisch sein, getauft, gefirmt und dürfen nicht ausgetreten sein. Freunde oder Verwandte, die diese Kriterien nicht erfüllen, können nur als Taufzeugen fungieren (Canon 874 §2). Das passt vielen Eltern nicht, und oft ist es auch schwierig, jemand Passenden zu finden. Zumal die Begleitung im Glauben für viele Familien eben nicht mehr im Vordergrund steht, sondern die persönliche Beziehung zum Kind – und zu den Eltern. Das bemängelt der italienische Bischof – und setzt deshalb das Patenamt aus. Scheitern muss die Taufe daran nicht: Das Patenamt ist gemäß Kirchenrecht nur eine „Kann-Vorschrift“ (Canon 872).

Susanne Haverkamp  Copyright 2020, Kirchenbote  Bild: Klaus Herzog in Pfarrbriefservice.de

Weitere Absagen

Die neuen Regelungen für den November und die die Angst vor Ansteckung haben dazu geführt, dass weitere Veranstaltungen im  Dekanat abgesagt werden müssen. Zunächst trifft es die Klausurtagung der Ag der Pfarrgemeinderäte, die für das am kommende Wochenende in Papenburg geplant war. Das ist äußerst bedauerlich, die die Ag trifft sich sowieso nur vier Mal im Jahr, ist aber als Vertretung aller Gemeinden ein wichtiger Player in den verschiedenen Dialogprozessen. Des weiteren ist die Dekanatspastoralkonferenz, die zusammen mit VertreterInnen des Seelsorgeamts, des Personalreferats und der Abteilung Kirchengemeinden über grundlegende Zielformulierungen für die Zukunft im Dekanat nachdenken wollte, als solche zunächst einmal abgesagt. Wegen der notwendigen Diskussionen ist es auch nicht möglich, diese als Videoschalte zu organisieren. Alles Weitere wird sich dann im nächsten Jahr ergeben.

Fratelli tutti - eine Zusammenfassung der Botschaft von Papst Franziskus

Die neue Sozialenzyklika von Papst Franziskus ist veröffentlicht. Auf  gut 150 Seiten zeichnet er darin das Bild einer neuen solidarischen Gesellschaft, benennt die Ungerechtigkeiten, die es zu beseitigen gilt und macht Mut, wirklich große Schritte zu gehen. Wenngleich in manchen Teilen auch ein wenig zu ausführlich, wiederholend und manchmal blumig-appelativ, hat das Schreiben doch eine große Zustimmung in kirchlichen und auch außerkirchlichen Kreisen gefunden. Aber natürlich gibt es auch kritische Anmerkungen:

"Fratelli tutti" fehlt manch selbstkritischer Blick
Die Utopie, die Papst Franziskus in seiner neuen Enzyklika entwirft, sei dringender denn je, findet Pia Dyckmans. Doch was der Pontifex darin für die Gesellschaft fordert, dürfe er in der Kirche niemandem verweigern – besonders den Frauen.
Von Pia Dyckmans | Bonn - 06.10.2020

Papst Franziskus schreibt eine notwendige Sozial-Utopie. Die Enzyklika ist ein Befreiungsschlag des Papstes. Ein Weckruf. Ein Meilenstein, schreibt sogar ein Journalist. Grundsätzlich liest man einen Tag nach Veröffentlichung der Enzyklika "Fratelli tutti" viel Positives. Beinahe vergessen ist die Kritik über den nicht genderkonformen Titel, der aufgrund eines wörtlichen Zitats in seiner deutschen Übersetzung die 'Schwestern' zu vergessen scheint. Dass die Überschrift die "Schwestern" nicht einbezieht: geschenkt. Es ist schließlich ein Zitat, welches in anderen Sprachen durchaus genderkonform ist. Es kommt auf den Inhalt an und der lässt hoffen.
Papst Franziskus fordert eine neue Weltordnung, statt wirtschaftliche Interessen soll das Allgemeinwohl die Richtung weisen. Zum wiederholten Mal schärft er den Blick für die Leidenden in der Gesellschaft und, was mich besonders freut, er tritt sogar für die Frauenrechte in der Welt ein. An mehreren Stellen in der Enzyklika thematisiert er sehr deutlich die Ungleichheiten zwischen den beiden Geschlechtern. Er betont zurecht, dass "die Frauen genau die gleiche Würde und die gleichen Rechte haben wie die Männer". Er wird sogar noch deutlicher, wenn er schreibt, es sei inakzeptabel, "dass eine Person weniger Rechte hat, weil sie eine Frau ist".
Aber wie so oft, wenn es um das Thema der Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche geht, es folgt ein "aber". So lobenswert sein Einsatz für die Rechte der Frauen ist, fällt ein wiederkehrendes Muster auf. Die Frau wird als das schwache Geschlecht dargestellt, indem lediglich ihre Verletzlichkeit, aber nicht auch ihre Stärken hervorgehoben werden. Auch in den beinahe 300 Fußnoten findet sich keine einzige Autorin. Zudem lässt mich ein Satz aufhorchen: "Mit Worten behauptet man bestimmte Dinge, aber die Entscheidungen und die Wirklichkeit schreien eine andere Botschaft heraus." Eine treffende Analyse, doch wo ist hier der selbstkritische Blick auf eigene Strukturen?
Ja, die Sozial-Enzyklika ist gut und notwendig. Sie schreibt eine Sozial-Utopie, die wir gerade im Angesicht der Corona-Pandemie dringender denn je benötigen. Doch lieber Papst Franziskus, was Sie für die Gesellschaft berechtigterweise fordern, dürfen Sie in den eigenen Reihen niemanden verwehren. Ist "Fratelli tutti" etwa auch ein Weckruf für die eigene Sache? Was für eine Kraft könnte ein solcher Text haben, wenn die Kirche selbst ein Vorbild wäre.

Von Pia Dyckmans, Presse- und Öffentlichkeitsreferentin der Jesuiten in Deutschland und Schweden, entnommen aus www.katholisch.de

 

Rückschlag für die Ökumene?

Ökumenisches Theologenpapier "Gemeinsam am Tisch des Herrn" von Rom zurückgewiesen

Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, hat die deutschen Bischöfe nach dem Brief der Glaubenskongregation vor Alleingängen in der Abendmahlsfrage gewarnt. "Wenn die deutschen Bischöfe ein solches Schreiben der Glaubenskongregation weniger hoch bewerten würden als ein Dokument einer Ökumenischen Arbeitsgruppe, dann würde in der Hierarchie der Kriterien bei den Bischöfen etwas nicht mehr stimmen", sagte Koch in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Gespräch mit der "Herder Korrespondenz" (Oktober-Ausgabe). Nach dieser Wortmeldung könnten die Bischöfe "nicht einfach zur Tagesordnung übergehen".
Das Schreiben der Glaubenskongregation sei eine "sehr ernste sachliche Auseinandersetzung" mit dem Text "Gemeinsam am Tisch des Herrn" des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) in Deutschland, so Koch weiter. Es signalisiere "eindeutig", dass in dem Ökumene-Papier Fragen berührt seien, "die nicht einfach die Kirche in einem Land für sich entscheiden kann". Zudem stelle der Text ökumenisch strittige Fragen als gelöst oder zumindest nicht mehr kirchentrennend dar, was aber nicht zutreffe. Koch, der nach eigenen Angaben in die vatikanische Prüfung des ÖAK-Dokuments eingebunden war, habe den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing, schon frühzeitig auf Defizite in dem Papier hingewiesen. "Es scheint ihn nicht überzeugt zu haben", so Koch.
Am Wochenende war eine theologisch begründete Absage des Vatikan an gegenseitige Eucharistie-/Abendmahls-Einladungen von Katholiken und Protestanten bekannt geworden. Die Unterschiede im Eucharistie- und Amtsverständnis seien "noch so gewichtig", dass sie eine Teilnahme katholischer und evangelischer Christen an der Feier der je anderen Konfession derzeit ausschlössen. Auch für eine "individuelle Gewissensentscheidung" gebe es keine Grundlage, heißt es in einem Schreiben der Glaubenskongregation an den DBK-Vorsitzenden Bätzing.Die oberste katholische Glaubensbehörde äußert damit ihre Einwände gegen das gemeinsame Votum des ÖAK zur wechselseitigen Teilnahme an Abendmahl und Eucharistie. Deren Text vom vergangenen September, den auch Bätzing mitverantwortete, sollte zur Überwindung einer langjährigen Blockade beitragen. Bätzing hatte unlängst angekündigt, dieses Modell werde auch beim Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in Frankfurt im kommenden Jahr Anwendung finden.
...

In der Diskussion über eine mögliche wechselseitige Teilnahme an Eucharistie/Abendmahl von Katholiken und Protestanten hat die katholische Theologin Dorothea Sattler auf Kritik des Vatikans reagiert. Sie vermisse Wertschätzung für das Anliegen und Anerkennung der theologischen Arbeit seitens des Vatikans, sagte Sattler dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sattler ist die Mitautorin des ökumenischen Votums zur Teilnahme an der Eucharistie bzw. am Abendmahl der jeweils anderen Konfession, das im September vergangenen Jahres veröffentlicht wurde....Gleichzeitig sei sie dankbar für die "große Rezeption" des Papiers "Gemeinsam am Tisch des Herrn", sagte Sattler: "Darin liegt die Chance, dass wir unsere theologischen Argumente erneut vortragen können." Die deutschen Bischöfe wollen sich während ihrer Herbstvollversammlung, die bis Donnerstag in Fulda stattfindet, mit der Stellungnahme des Vatikans befassen...
Sattler sagte, immer wenn im ökumenischen Dialog die Handlungsebene betreten werde, schreckten viele dann doch zurück. Seit vielen Jahrzehnten gebe es theologische Arbeiten zum Ämter- und Sakramentenverständnis. "Wir können nicht jedes Mal wieder von vorne beginnen, es liegen bereits so viele Studien vor, die keine Anerkennung finden", sagte die Münsteraner Professorin. "Wir sind gewiss bereit, unser Papier theologisch zu prüfen und weiterzuentwickeln, aber nur dann, wenn wenigstens die Perspektive besteht, dass sich dann auch in der Praxis etwas ändert."
Sattler wies Kritik der Glaubenskongregation zurück, das Votum trenne Christus von der Kirche. Richtig sei, dass das Papier zwischen Jesus Christus, der zum Mahl einlade, und der Kirche unterscheide. Der Vorwurf der Trennung sei aber unzutreffend. Die eigentliche theologische Begründung des Votums werde in der Stellungnahme des Vatikans nicht besprochen, sagte Sattler. Autoritäten aller Kirchen hätten zu achten, dass Jesus Christus selbst in der Kraft des Geistes Gottes seine Gegenwart einer Gemeinschaft verheißen habe, die sich zum Gedächtnis seines Todes und seiner Auferstehung versammelt: "Jesus Christus setzt sich selbst wirksam präsent, wo er es möchte - darauf vertrauen wir in der Ökumene gemeinsam und suchen seine Nähe."

 

Handys, Goldhandy - und eine gute Idee

Auch in diesem Jahr ruft missio dazu auf, alte Handys nicht liegen zu lassen, sondern abzugeben und damit für das Projekt "Schutzengel", aber eben auch für die Nachhaltigkeit etwas zu tun. Im Dekanat haben wir bereits vor zwei Jahren zentral gesammelt - jetzt könnte das doch auch eine Aktion für die einzelen Gemeinden sein?

Jeder von uns hat zwei bis drei ausgemusterte Handys zu Hause liegen, sagen die Statistiken: In Schubladen, im Keller, auf dem Speicher, in der Krimskramskiste oder wo auch immer. 200 Millionen alte Smartphones haben die Deutschen nach Informationen des Digitalverbands Bitkom angehäuft. Und wer hat all diese Handys, in denen sich wertvolle Mineralien befinden, wo versteckt?
missio will das mit der Schubladen-Challenge herausfinden und dazu motivieren, Freunde und Familie auf das Thema aufmerksam zu machen. Denn es ist an der Zeit, diesen Elektroschrott zu entsorgen. Um die darin enthaltenen Bodenschätze zu gewinnen, mussten Millionen Tonnen von Erz abgebaut werden. Das geht mit Recycling einfacher und umweltfreundlicher. Wer missio sein altes Handy spendet, entsorgt diesen Elektroschrott verantwortungsbewusst und ermöglicht fachgerechtes Recycling. Dabei werden die Daten der Althandys komplett gelöscht. Das garantieren die Recycling-Partner von Mobile-Box. missio erhält von Mobile-Box einen Anteil des Recyclingerlöses für Hilfsprojekte im Kongo. missio wettet, dass Freunde und Verwandten noch viele aussortierte Handys ausfindig machen und für den guten Zweck spenden. Top, die Wette gilt!
Vom 07. Bis zum 15. November 2020 ruft missio zudem zur „Woche der Goldhandys“ auf. In diesem Aktionszeitraum werden an mehreren hundert Standorten bundesweit mit vielen Kooperationspartnern Handys gesammelt. Mit dieser Aktionswoche ruft missio seit 2017 zum vierten Mal die Woche der Goldhandys aus. Seitdem wurden über 150.000 alte Mobiltelefone gespendet. Unter allen Teilnehmern der Handyspenden-Aktion verlost missio als Hauptpreis ein fair produziertes Smartphone, als zweiten Preis ein aufbereitetes Smartphone von „Futurephones-Shop“.
Weitere Infos finden sich online unter www.missio-hilft.de/handyspende.

Wenn die Natur malt...
Die Natur liefert die schönsten Bilder: sie zeigen die Wirklichkeit und sind manchmal zusätzlich so assoziativ wie dieses Wolkenbild, das Heike Langer aus Esens aufgenommen hat und den nachfolgenden Liedtext einleitet: 

                          Gott hat mir längst einen Engel gesandt,
                               mich durch das Leben zu führen.
                    Und dieser Engel hält meine Hand,wo ich auch bin,
                                          kann ich's spüren.
                               Mein Engel bringt in Dunkelheit mir Licht.
                               Mein Engel sagt mir: Fürchte dich nicht!
                                      Du bist bei Gott aufgehoben.

Text: Eugen Eckert in: Gotteslob 907

Freiwilligendienst im Ausland 2021

Wer im Jahr 2021 als Freiwilliger mit dem Bistum Osnabrück ins Ausland gehen will, muss sich bald bewerben. Das sogenannte Schnupperwochenende ist für September 2020 geplant.
Ein bisschen Abenteuerlust und viel Verantwortungsgefühl gehören dazu, wenn ein junger Mensch im Ausland auf einer Freiwilligenstelle arbeitet. In den Projekten vor Ort werden die jungen Frauen und Männer wichtiger Teil eines Teams; sie arbeiten in Suppenküchen oder Kindergärten und müssen sich auf eine neue Sprache und fremde Kultur einstellen. Manchmal sind die hygienischen Bedingungen nicht optimal, in manchen Ländern erkranken die Freiwilligen an Malaria.
Die Freiwilligen müssen auch bereit sein, das religiöse Leben der Gastgeber zu teilen. Oft wohnen sie im Projekt bei Ordensschwestern oder -brüdern oder in einem Haus der Pfarrei. Sie erleben eine andere Frömmigkeit, als sie sie von zu Hause gewohnt sind. Die Messe besuchen, den Rosenkranz beten – das ist in vielen Ländern selbstverständlich. Wer das als Freiwilliger nicht will, ist nicht am richtigen Platz. Darauf weist die Informationsbroschüre des Bistums Osnabrück über Freiwilligendienste im Ausland hin.
Auch in diesem Jahr wird es im Bistum Osnabrück ab Herbst 2020 einen Auswahlprozess für einen Freiwilligendienst geben; Start des Dienstes wäre Mitte 2021, sofern die Pandemie-Lage es zulässt. Vielleicht gibt es im kommenden Jahr schon einen Impfstoff gegen das Coronavirus, vielleicht wird die davon verursachte Lungenkrankheit Covid-19 dann mit wirksamen Medikamenten behandelt.
Weitere Infos
Hier gelangen Sie auf die Internetseite „Alltagshelden gesucht“. Dort gibt es weitere Informationen, sowohl zum Freiwilligendienst im Ausland, als auch zu den anderen Möglichkeiten für einen Freiwilligendienst. Kontakt: Bistum Osnabrück, Freiwillige Dienste im Ausland, Telefon 05 41/31 82 18, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Auf jeden Fall soll das Auswahlverfahren starten, damit die Stellen 2021 besetzt werden können. „Wir gehen davon aus, dass wir nächstes Jahr eine normale Ausreise hinbekommen“, sagt Regina Wildgruber, Bischöfliche Beauftragte für die Weltkirche und Mitglied des Betreuerteams für „Freiwillige Dienste im Ausland“. Damit die Jugendlichen, die sich für solch ein Jahr im Ausland interessieren, gut informiert sind, gibt es zunächst ein Schnupperwochenende für alle Interessierten. Es findet statt von Freitag, 18. September, 17 Uhr, bis Samstagabend, 19. September. Die Teilnahme daran ist Voraussetzung für eine anschließende schriftliche Bewerbung.
Wer einen Platz erhält, entscheidet sich nach dem Auswahlwochenende, das vom 13. November bis zum 15. November im Haus Maria Frieden in Rulle geplant ist. Zu bedenken ist, dass man sich um einen Platz im FDA-Programm bewirbt und nicht um eine konkrete Wunschstelle. Wer eigentlich nach Uganda wollte, könnte auch in Russland landen. Das FDA-Team versucht, die Bewerber anhand ihrer Qualifikationen auf die Stellen zu verteilen.
Diejenigen, die eine Zusage für eine Stelle im Freiwilligenprogramm erhalten, durchlaufen noch weitere Schulungen, in denen es um ihre Motivation und ihre Stärken, um Gesundheitsfragen und einen möglichen Kulturschock geht.
Insgesamt stehen im Ausreisejahr 2021 Einsatzstellen in folgenden Ländern zur Verfügung: Botswana, Chile, Ghana, Indien, Israel, Paraguay, Peru, Russland, Uganda. Die Bewerber werden über das Bistum kranken- und unfallversichert. Sie sollten bei der Ausreise zwischen 18 und 28 Jahre alt sein, sie müssen körperlich und seelisch gesund sein und sollten die Bereitschaft mitbringen, ein einfaches Leben zu führen.

Manchmal stößt man auf Texte, die muss man sofort weitergeben. Der nachfolgende ist von Andrea Schwarz, Schriftstellerin und pastorale Mitarbeiterin in unserem Bistum. Gerade erst hat sie über die Kath. Erwachsenenbildung Vorträge in unserer Region gehalten und sich der Diskussion gestellt. Heute - veröffentlich im Bistumsblog- stellt sie die Forderung auf, die Corona-Entschleunigungen und -ausfälle hinter sich zu lassen und auf Sicht und mit Verantwortung wieder loszulegen in Pastoral und sonstigem kirchlichen Geschehen.Wer jetzt nicht loslegt, wird nächstes Jahr vielleicht niemanden mehr vor sich finden, mit dem er/sie dann etwas fortsetzen kann. Also: Mut! 

Auf Sicht fahren – aber fahren!

Irgendwie fiel mir die Tage eine kleine Episode ein, die ich vor einigen Jahren auf der Fähre nach Juist erlebt habe. Wir wollten uns damals im Dezember noch ein paar Tage adventliche Auszeit gönnen – und wenn man schon das Privileg hat, so nah an den Inseln zu wohnen, warum die Chance nicht nutzen und einfach hinfahren?
Als die Fähre in Norddeich ablegte, lag eine richtig dicke Nebelsuppe über der See – und so machten wir es uns unter Deck bei einem Kaffee gemütlich. Schließlich meldete sich der Kapitän per Lautsprecher zu Wort: „Wir müssten gleich im Juister Hafen anlegen. Wir sehen ihn zwar noch nicht, aber nach unseren Instrumenten müsste er da sein.“ Wir beide sahen uns an und mussten lachen.
Warum mir mitten im Juli diese Dezember-Nebel-Geschichte von Juist einfällt?
Im Moment fahren wir aufgrund von Corona auch ein bisschen im Nebel umher. Man kann nicht so arg weit gucken und muss deshalb besonders aufpassen. Leider gibt es keine Instrumente, die uns und unseren Kapitänen den Weg durch den Corona-Nebel zeigen. Und dazu kommt, dass wir die Gewässer, durch die wir grad steuern, nicht kennen. Deshalb müssen wir langsam machen und „auf Sicht fahren“, um rasch gegensteuern zu können, wenn plötzlich etwas Unerwartetes passiert.
Ja, es war richtig, in den letzten Monaten alle unnötigen Fahrten einzuschränken, um mit der akuten Situation klar zu kommen. Aber Bischof Bode hat zu Recht darauf hingewiesen, dass wir jetzt aus der akuten in eine „chronische Phase“ von Corona kommen. Und deshalb müssen wir lernen, irgendwie mit dem Virus zu leben.
Das heißt aber auch, so langsam mal wieder ins Planen zu kommen, Perspektiven zu entwickeln, Ideen zu spinnen. Nicht nur Notstandsverwaltung zu machen, sondern kreativ das Herbst- und Frühjahrsprogramm anzugehen, natürlich unter Einhaltung aller Hygienekonzepte und Wahrung aller Abstandsregeln. Und unter allem Vorbehalt, wie die aktuelle Situation sich weiter entwickelt. Es geht eigentlich darum, so eine Art „Programm trotz Corona“ zu machen, Veranstaltungen zu planen, Referent*innen anzufragen, das Pfarrheim zu belegen. Endlich mal wieder „in die Pötte“ zu kommen …
Ja, es kann sein, dass die aktuelle Situation uns dann dazu zwingt, das eine oder andere wieder abzusagen. Aber das haben wir in den vergangenen Monaten gut gelernt, das können wir inzwischen. Und jede*r hat Verständnis dafür – Teilnehmer*innen, Referent*innen, Veranstalter.
Planen müssen wir grad erst wieder neu lernen.
Aber wenn wir jetzt nicht voraus schauen und damit keine Veranstaltungen im Terminkalender stehen haben, dann wird im nächsten Jahr auch nichts laufen.
Wir werden wohl noch einige Zeit „auf Sicht fahren“ müssen. Das ist nicht schön, und wir mögen es nicht. Aber wie heißt es auf einer dieser netten Spruchkarten? „Wir sind hier nicht bei „wünsch dir was“, sondern bei „so isses“.
Vielleicht es einfach probieren – nicht wild drauf los, sondern verantwortet, überlegt. Schritt für Schritt. Auf Sicht fahren. Und absagen können wir auch nur das, was wenigstens schon mal geplant war.
Aber auf jeden Fall nicht im Hafen liegenbleiben und vor sich hin dümpeln …

Das "Schwarze Brett"  - eine Anregung aus der Ag der Pfarrgemeinderäte

Im Juni trafen sich die MItglieder der Ag der PGR nach langen Monaten wieder. Neben vielen Themen und Berichten kam ein Vorschlag, der hier jetzt umgesetzt wird: Das "schwarze Brett" - in analoger Form eine weit verbreitete Aushangmöglichkeit in Geschäften und Fluren - hier nun digital als Forum, um Gedanken, Ideen, Themen aus der Gemeindearbeit miteinander zu teilen. Es geschieht immer wieder, dass an einem Ort eine Idee entwickelt und realisiert wird, die auch für andere ein Anstoß sein könnte, die aber nicht weitertransportiert wird, oder erst mit großer Verzögerung. So gab es beim Treffen der Ag z.B. Pläne und Erfahrungen, wie Erstkommunionfeiern in Coronazeiten doch stattfinden können, die bei anderen auf großes Interesse stießen. Es gab zu hören von Wegen, wie man Neuzugezogene in Kontakt mit der Kirchengemeinde bringen kann, welche Aktionen gut waren usw. Das miteinander zeitnah zu teilen und dann eigene Erfahrungen zu machen, ist der Sinn dieses Ausstausches auf den "schwarzen Brett". Machen Sie davon reichen Gebrauch! Gerade in der Diaspora ist dieses wichtig, denn "keiner/keine glaubt für sich allein".
Rufen Sie die Seite durch den Button in der Leiste oben auf, tragen Sie ein, was Sie mitteilen möchten. Um Missbrauch - zum Beispiel durch Hass- oder Fakebeiträge, die von außen her technisch möglich sind, zu vermeiden, werden die Beiträge erst gesichtet und dann freigeschaltet. Das soll aber nicht davon abhalten, dass diese Kommunikationsmöglichkeit sich zu einem wirklichen Forum unseres Dekanats entwickelt!

"Dein Herz lebe auf!" - Bibelauslegungen der deutschen Bischöfe als Buch

"Dein Herz lebe auf!" So heißt ein neues Buch, in dem 23 deutsche Bischöfe in der Corona-Pandemie tröstende Bibelstellen auslegen. Nach Auffassung des Initiators und Herausgebers, des Osnabrückers Bischof Franz-Josef Bode, bietet die Bibel bietet während Corona die besten Punkte zum Festhalten und Getröstet-werden. Bode verweist auf die oft nicht wahrgenommene große Rolle der Kirche während Corona und erklärt, wie das Projekt zustande kam und warum nicht alle Oberhirten sich an dem Buch beteiligt haben. Hoffnung und Trost in der Corona-Krise zu vermitteln -das war die Motivation eines Großteils der deutschen Bischöfe zu diesem Buch, in dem Bibelstellen ausgelegt werden. Dazu sei gerade jetzt die richtige Zeit.
Das Buch:Franz-Josef Bode (Hrsg.): Dein Herz lebe auf! Tröstende Bibeltexte erschlossen für schwere Zeiten. Stuttgart: Katholische Bibelanstalt, 256 Seiten, 18,95 Euro.

Kirchenstatistik zeigt wachsende Entfremdung von kirchlicher Tradition

Einen signifikanten Anstieg der Kirchenaustrittszahlen hat das Bistum Osnabrück für das vergangene Jahr zu verzeichnen: Insgesamt traten rund 5.200 Katholiken aus der Kirche aus, das sind 1.600 mehr im Vergleich zum Vorjahr. Wie aus der jetzt vorgelegten Bistumsstatistik 2019 hervorgeht, zählt das Bistum rund 547.000 Katholiken, 6.000 weniger als im Vorjahr. Knapp zehn Prozent der Katholiken besuchen die Sonntagsgottesdienste.

Vergleichsweise wenige Veränderungen gegenüber dem Vorjahr gibt es bei der Zahl der Taufen (4.196) und der Erstkommunionen (4.330), die sich jeweils um gut 140 gegenüber 2018 verringert haben. Rückläufig ist mit 914 auch die Zahl der kirchlichen Trauungen, die im Jahr davor noch bei 983 lag. Nur wenig geändert hat sich in den vergangenen Jahren die Zahl der kirchlichen Bestattungen: Sie liegt seit über 20 Jahren bei mehr oder weniger 5.000 (2019: 4.979).

Der sprunghafte Anstieg der Kirchenaustrittszahlen ist nach den Worten von Generalvikar Theo Paul eine „sehr schmerzliche Entwicklung“. Viele Menschen seien vor allem durch den Missbrauchsskandal tief erschüttert. Es seien auf allen Ebenen vertrauensbildende Initiativen und Anstrengungen notwendig, um Glaubwürdigkeit wiederzuerlangen. Offenheit, Transparenz und Reformwille sind dabei laut Paul unerlässliche Faktoren für die Zukunftsfähigkeit der Kirche. Insbesondere für die Amts- und Funktionsträger bedeute das eine entscheidende Herausforderung.

Bild: Martina Gahbauer in pfarrbriefservice.de   Text Pressestelle des Bistums

Kfd: Frauen sind für Kirche "systemrelevant"

Seit einem Jahr geistert ein purpurnes Kreuz durch die sozialen Netzwerke – Symbol für die Forderung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, auch Frauen zu Priestern zu weihen. Durch Corona fühlt sich der Verband darin noch weiter gestärkt.

Düsseldorf - 15.06.2020
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) sieht Frauen für die Kirche als "systemrelevant". Gerade in der Corona-Krise habe sich gezeigt, dass Frauen das kirchliche Leben nicht nur "prägen, sondern entscheidend mittragen", sagte die kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil am Montag in Düsseldorf. Deswegen bekräftigt der Frauenverband auch in der Pandemie weiterhin seine Forderung, Frauen zu Diakoninnen oder Priesterinnen zu weihen. "Wir Frauen wollen der Kirche nicht nur dienen, sondern auch Verantwortung und Macht übernehmen", so Heil. Dazu setze der Verband große Hoffnungen auf den "Synodalen Weg", dem aktuellen Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland.
Als Beispiel für das Engagement von Frauen in der Corona-Krise nannte Heil die Einladung zu virtuellen Gebetsketten sowie die Aufzeichnung von Videogottesdiensten. Zum Tag der Apostelin Junia Mitte Mai hätten zudem zwölf Geistliche Leiterinnen und Begleiterinnen der kfd zum ersten bundesweiten Predigerinnentag des Frauenverbands Predigten gehalten – einige davon sogar in einer Eucharistiefeier.
Heil äußerte sich aus Anlass der Verabschiedung des kfd-Positionspapiers "gleich und gleichberechtigt" vor einem Jahr. Darin wird erstmals der Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der katholischen Kirche gefordert, also auch zum Priesteramt. Als Symbol dafür führte die kfd damals ein purpurfarbenes Kreuz ein. Es erinnert an Lydia, die erste europäische Christin. Sie war eine selbstbewusste Frau und Purpurhändlerin, die Farbe zu ihren Lebzeiten ein kostbares Statussymbol. "Wir knüpfen damit an die Würde an, für die diese Farbe bei hohen Amtsträgern in der katholischen Kirche steht, und wollen ausdrücken: Wir haben von Gott dieselbe Würde verliehen bekommen, da steht es keinem Menschen zu, uns Berufungen und Eignungen abzusprechen, nur, weil wir Frauen sind", so Heil. Das purpurfarbene Kreuz findet nach Angaben der kfd-Vorsitzenden inzwischen immer weitere Verbreitung. So sei es etwa in den sozialen Medien in vielen Beiträgen zu finden. Bei einer Unterschriftensammlung sprachen sich zudem rund 130.000 Unterzeichner für eine geschlechtergerechte Kirche aus. (gho)  (Bild und Artikel aus www.katholisch.de)

Mensch ist Mensch

Videoaktion der Katholischen Jugend Ostfriesland

Überall gibt es aufflammenden Proterst gegen Rassismus, auch gegen den, der als solcher gar nicht wahrgenommen wird und sich hinter angeblich normalem Verhalten versteckt. Das geht es nicht nur um ein profiling bei polizeilichen Kontrollen, das sich vor allem von äußerlichen Merkmalen wie dunklerer Haut und Haarfarbe leiten lässt, es geht auch um unbedachte Äußerungen und Situationen, in denen Menschen, die etwas anders sind, immer erklären müssen. Die katholische Jugend Ostfriesland startet deshalb ihr klassisches "Gebet der Jugend" am nächsten Sonntag mit einer besonderen Aktion: Per Video werden Jugendliche - und vielleicht auch Ältere- aus dem ganzen Dekanat ein Licht anzünden gegen Rassismus. Es soll eine virtuelle Lichterkette entstehen, in der sich möglichst viele verbinden und dafür streiten, dass "Mensch Mensch ist" . Auf den sozialen Medien wie Instagramm etc. ist diese Aktion dann zu sehen. Eine super Idee in Corona-Zeiten!

Große Personalveränderungen in Osnabrück



Daniela Engelhard (55), seit 2002 Leiterin des Bischöflichen Seelsorgeamtes in Osnabrück, wechselt zum Februar nächsten Jahres in die Leitung des Osnabrücker „Forums am Dom“. Das Informations- und Begegnungszentrum des Bistums mit zahlreichen Serviceangeboten veranstaltet u.a. Ausstellungen, Dialogforen und Podiumsdiskussionen. Dessen bisheriger Leiter, Pastoralreferent Martin Bruns (60), wechselt ab November zum „AtriumKirche“, einer vergleichbaren Einrichtung im Bremer Schnoorviertel. Bruns war bereits von 2002 bis 2006 mit dem Aufbau einer City-Seelsorge in Bremen beauftragt. Die Leitung des Osnabrücker Seelsorgeamtes übernehmen in der Nachfolge von Engelhard ab Dezember Martina Kreidler-Kos und Bruno Krenzel (Bilder siehe unten).



Daniela Engelhard war 2002 als Seelsorgeamtsleiterin unter den deutschen Bistümern eine der ersten Frauen in einer Führungsposition. Die promovierte Theologin ist seit 2007 auch als Beraterin verschiedener Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz und aktuell des Synodalen Weges tätig. Ihre Nachfolgerin, die Theologin Dr. Martina Kreidler-Kos (52), ist zurzeit Leiterin des Fachbereichs „Lebenswelten“ und Referentin für die Familienseelsorge im Bistum. Sie ist zudem als Beraterin der Frauenkommission der Deutschen Bischofskonferenz und des Synodalen Weges tätig. Die Leitung des Seelsorgeamtes wird sie zusammen mit dem Theologen Bruno Krenzel (51) übernehmen, der dort zurzeit stellvertretender Leiter ist, den Fachbereich „Glaubensräume“ leitet und für die Geschäftsführung zuständig ist. Das Seelsorgeamt ist mit rund 60 Beschäftigten die größte Abteilung im Bischöflichen Generalvikariat. Das Seelsorgeamt unterstützt beispielsweise die seelsorgliche Arbeit in den Kirchengemeinden, Einrichtungen und im Jugendbereich durch Aus- und Fortbildung sowie Beratung.                     Bilder und Text: Herrmann Haarmann, Pressestelle des Bistums

 

Gemeindehäuser, Pfarrbüros etc. dürfen wieder geöffnet werden

Unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln können entsprechend der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in den Pfarrheimen gemeindeeigene Veranstaltungen wieder stattfinden. Es gilt weiter ein Zutrittsverbot für Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen und/oder grippeähnlichen Symptomen sowie an Covid19 erkrankten Personen bzw. Personen, die Symptome einer Covid19-Erkrankrung aufweisen. Eine Nutzung der Pfarrheime durch Dritte (z. B. Kindertagesstätten, andere selbstständige Einrichtungen, sonstige nicht kirchliche Vereine/Verbände) ist möglich, soweit die landesrechtlichen Rahmenbedingungen dieses zulassen und die Hygienekonzepte eingehalten werden. Nähere Einzelheiten hierzu, zur zwingenden Vereinbarung eines Hygienekonzepts und auch zur Öffnung der Pfarrbüros finden Sie vor Ort.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.