Lesungen          Gottesdienste

Tradition und Realitäten

Was ist Tradition? - Die nächste Vollversammlung des sog. "Synodalen Wegs", des Reformdialogs in der deutschen Kirche, in der es um die Themenkomplexe Macht, Sexualmoral, Priesterbild und um Rechte von Frauen in der Kirche, geht, muss wegen Corona wieder verschoben werden, von Februar auf September/Oktober 2021. Dennoch geht zwischenzeitlich das Ringen um Positionen, um Versöhnung kirchlicher Lehre mit dem realen Leben der Menschen, weiter. So melden sich immer wieder auch Theologinnen und Theologen zu einzelnen Themenfeldern zu Wort. Auf www.katholisch.de wurde heute (20.11.) ein Beitrag der Dogmatikerin Johanna Rahner rezensiert, der ursprünglich im Magazin "feinschwarz" veröffentlicht wurde. Darin geht es um die Frage nach den Quellen unserer Glaubensaussagen, danach, inwieweit neben der Schrift und der Tradition auch gerade die "vergessenen" Sichtweisen noch offenbarungsrelevant sind. Tradition ist ja nichts Monolithisches, sondern ist aus einem Prozess hervorgegangen und muss weiter prozesshaft gesehen werden. Dazu nimmt Johanna Rahner, die Professorin für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie an der Uni Tübingen ist, Stellung:

"Die Tübinger Theologin Johanna Rahner hat der Amtskirche eine gefährliche "Häresie der Vergesslichkeit" attestiert. Durch eine Zementierung theologischer Traditionen und kirchlicher Strukturen habe sich das Lehramt seit dem 19. Jahrhundert zunehmend von den gesellschaftlichen Realitäten entfernt, schreibt die Dogmatikprofessorin in einem am Donnerstag auf dem Online-Portal "feinschwarz" veröffentlichten Beitrag. Wo die von Pluralität und Demokratie geprägte Lebenswelt der Menschen in der Kirche ein Fremdkörper bleibe, nehme die "Glaubwürdigkeit ihrer Sendung Schaden", so Rahner. In Ihrem Text nahm die Dogmatikerin auf einen Ausdruck von Friedrich Nietzsche Bezug, wonach die Vergesslichen "selig" seien, "denn sie werden auch mit ihren Dummheiten fertig". In der Kirche habe dieser Kampf gegen den eigenen "Erinnerungsballast" jedoch dazu geführt, dass die Vieldeutigkeit der eigenen Geschichte zugunsten einer scheinbar makellos fortschreitenden und unveränderlichen Lehre verdrängt worden sei. In etlichen Bereichen handle es sich dabei nicht um ein zufälliges Vergessen, sondern vielmehr um "absichtsvolles Verdrängen" durch die kirchlichen Verantwortungsträger. Vieles an der kirchlichen Struktur, das "bis heute mit dem Mantel des Gottgewollten und Ewigen umgeben wird, ist das Ergebnis eines historischen Verdrängungsprozesses", schreibt Rahner. Dies habe die fatale Folge, dass einem "zaghaft vorgetragenen 'Wir können auch anders'" in den aktuellen Reformdebatten stets die Behauptung einer "immer eindeutigen, stets gleichbleibenden, und daher zu bewahrenden 'Tradition'" als "katholischer Identitätsmarker" entgegengehalten werde.
Ausgrenzung Andersdenkender mit strukturellen Folgen
Rahner erklärt dieses Muster der theologischen Vereindeutigung als Konsequenz eines inzwischen überholten Offenbarungsverständnisses, das von einer übernatürlichen, dem Lehramt exklusiv zugänglichen göttlichen Wahrheit ausgehe. Demnach sei das unbeirrte Festhalten an der Tradition der Kirche die einzige Garantie, um diese Wahrheit vor Verunreinigungen zu schützen. Jeder "Ansatz von Pluralität im Inneren, jeder Hauch von Veränderung wird nun als Gefährdung dieser 'wahrhaft katholischen' und 'immer gleichen' Identität verstanden", so die Dogmatikprofessorin. Angesichts der "sogenannten 'Zerfallserscheinungen' der zeitgenössischen Gesellschaft" versuchten bestimmte Kirchenkreise deshalb seit Langem "einzig auf Aus- und Abgrenzung Andersdenkender" zu setzen. Diese Ablehnungshaltung sei nicht nur in inhaltlichen Fragen, sondern auch in struktureller Hinsicht wirksam. Besonders verhängnisvolle Konsequenzen für die Kirche bringe das etwa in Bezug auf "strukturelle Macht und institutionellen, d.h. systemischen Machtmissbrauch" mit sich, so Rahner weiter. Dabei sei die Theologiegeschichte deutlich vielfältiger und ließe weitaus größeren Spielraum zur Interpretation als lehramtliche Darstellungen oft Glauben machen wollten. Laut Rahner bestehe eine der wichtigsten Aufgaben der Theologie deshalb darin, unberücksichtigt gebliebene Argumente in der Dogmengeschichte aufzudecken und so eine "Wiederentdeckung der verdrängten Alternativen als Innovationspool" voranzutreiben. Auch dem "unfehlbaren Glaubenssinn der Gläubigen", der "im 19. Jahrhundert strukturell bewusst kaltgestellt" worden sei, müsse für die dringend notwendige Erneuerung der Kirche wieder mehr "Systemrelevanz" zukommen, forderte die Theologin."

Text aus www. katholisch.de   Bild: ©Universität Tübingen

Angesagt statt Abgesagt

Abgesagt!
Heißt es wieder.

Abgesagt!
Ist wieder angesagt.                                                                  Abgesagt!                                                                              

Die Feiern, die Feste,
die Besprechungen,
die Versammlungen,
die religiösen Angebote …

Nicht abgesagt!
Die Hoffnung,
dass wir es
auch diesmal schaffen.

Nicht abgesagt!
Die Liebe und Nähe,
die trotz allem Abgesagten
zwischen uns fließen kann.

Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de

Anfrage zu Taufpaten - Hat das Amt noch Sinn?

Im letzten Kirchenboten fand sich ein Artikel, der viele junge Eltern angeht, die ihr Kind taufen lassen wollen und vor der Frage stehen, wie sie mit dem Thema "Paten" umgehen sollen. Deshalb hier der Abdruck des Artikels für die, die den KIBO nicht beziehen:

Ein Kind wird getauft.Damit ein Kind getauft werden kann, braucht es nicht unbedingt einen Taufpaten. Tradition hat das Amt dennoch.

Wenn ein Kind getauft werden soll, ist die Suche nach Taufpaten nicht immer einfach. Wer soll? Wer darf? Warum gibt’s die überhaupt? Und: Geht’s nicht auch ohne? Ein italienisches Bistum hat Anfang August auf sich aufmerksam gemacht, weil es die Taufpaten abschafft – zumindest auf Probe für die kommenden drei Jahre. Warum? Weil der Bischof und sein Bistum der Meinung sind, dass das Patenamt seinen Sinn verloren hat. Den Sinn des Patenamtes findet man in der Frühzeit der Kirche, damals, als Erwachsene zum christlichen Glauben kamen. Jedem, der sich taufen lassen wollte, wurde ein erprobter Christ – bei Frauen gewöhnlich eine Christin – an die Seite gestellt, um den Bewerber in den Glauben einzuführen. Die Zeit der geistlichen Einführung, das sogenannte Katechumenat, dauerte lange, oft ein ganzes Jahr von Ostern bis Ostern – da wächst Beziehung. Deshalb führte der Pate seinen Täufling nicht nur zur Taufe, sondern blieb ihm auch danach ein treuer Begleiter in Lebens- und in Glaubensfragen.
Als die Kirche später zur Kindertaufe überging, verlor das Patenamt seinen praktischen Sinn, denn für eine Einführung in den Glauben sind vor allem die Eltern zuständig. Wichtig wurde jetzt eine gewisse soziale Verantwortung. So übernahmen Gutsherren Patenschaften und finanzierten zum Beispiel den Schulbesuch. Oder Verwandte erklärten sich mit der Patenschaft bereit, das Kind großzuziehen, falls die Eltern sterben. Das Kirchenrecht definiert die Paten bis heute als Wegbegleiter im Glauben. Deshalb müssen Paten katholisch sein, getauft, gefirmt und dürfen nicht ausgetreten sein. Freunde oder Verwandte, die diese Kriterien nicht erfüllen, können nur als Taufzeugen fungieren (Canon 874 §2). Das passt vielen Eltern nicht, und oft ist es auch schwierig, jemand Passenden zu finden. Zumal die Begleitung im Glauben für viele Familien eben nicht mehr im Vordergrund steht, sondern die persönliche Beziehung zum Kind – und zu den Eltern. Das bemängelt der italienische Bischof – und setzt deshalb das Patenamt aus. Scheitern muss die Taufe daran nicht: Das Patenamt ist gemäß Kirchenrecht nur eine „Kann-Vorschrift“ (Canon 872).

Susanne Haverkamp  Copyright 2020, Kirchenbote  Bild: Klaus Herzog in Pfarrbriefservice.de

Fratelli tutti - eine Zusammenfassung der Botschaft von Papst Franziskus

Die neue Sozialenzyklika von Papst Franziskus ist veröffentlicht. Auf  gut 150 Seiten zeichnet er darin das Bild einer neuen solidarischen Gesellschaft, benennt die Ungerechtigkeiten, die es zu beseitigen gilt und macht Mut, wirklich große Schritte zu gehen. Wenngleich in manchen Teilen auch ein wenig zu ausführlich, wiederholend und manchmal blumig-appelativ, hat das Schreiben doch eine große Zustimmung in kirchlichen und auch außerkirchlichen Kreisen gefunden. Aber natürlich gibt es auch kritische Anmerkungen:

"Fratelli tutti" fehlt manch selbstkritischer Blick
Die Utopie, die Papst Franziskus in seiner neuen Enzyklika entwirft, sei dringender denn je, findet Pia Dyckmans. Doch was der Pontifex darin für die Gesellschaft fordert, dürfe er in der Kirche niemandem verweigern – besonders den Frauen.
Von Pia Dyckmans | Bonn - 06.10.2020

Papst Franziskus schreibt eine notwendige Sozial-Utopie. Die Enzyklika ist ein Befreiungsschlag des Papstes. Ein Weckruf. Ein Meilenstein, schreibt sogar ein Journalist. Grundsätzlich liest man einen Tag nach Veröffentlichung der Enzyklika "Fratelli tutti" viel Positives. Beinahe vergessen ist die Kritik über den nicht genderkonformen Titel, der aufgrund eines wörtlichen Zitats in seiner deutschen Übersetzung die 'Schwestern' zu vergessen scheint. Dass die Überschrift die "Schwestern" nicht einbezieht: geschenkt. Es ist schließlich ein Zitat, welches in anderen Sprachen durchaus genderkonform ist. Es kommt auf den Inhalt an und der lässt hoffen.
Papst Franziskus fordert eine neue Weltordnung, statt wirtschaftliche Interessen soll das Allgemeinwohl die Richtung weisen. Zum wiederholten Mal schärft er den Blick für die Leidenden in der Gesellschaft und, was mich besonders freut, er tritt sogar für die Frauenrechte in der Welt ein. An mehreren Stellen in der Enzyklika thematisiert er sehr deutlich die Ungleichheiten zwischen den beiden Geschlechtern. Er betont zurecht, dass "die Frauen genau die gleiche Würde und die gleichen Rechte haben wie die Männer". Er wird sogar noch deutlicher, wenn er schreibt, es sei inakzeptabel, "dass eine Person weniger Rechte hat, weil sie eine Frau ist".
Aber wie so oft, wenn es um das Thema der Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche geht, es folgt ein "aber". So lobenswert sein Einsatz für die Rechte der Frauen ist, fällt ein wiederkehrendes Muster auf. Die Frau wird als das schwache Geschlecht dargestellt, indem lediglich ihre Verletzlichkeit, aber nicht auch ihre Stärken hervorgehoben werden. Auch in den beinahe 300 Fußnoten findet sich keine einzige Autorin. Zudem lässt mich ein Satz aufhorchen: "Mit Worten behauptet man bestimmte Dinge, aber die Entscheidungen und die Wirklichkeit schreien eine andere Botschaft heraus." Eine treffende Analyse, doch wo ist hier der selbstkritische Blick auf eigene Strukturen?
Ja, die Sozial-Enzyklika ist gut und notwendig. Sie schreibt eine Sozial-Utopie, die wir gerade im Angesicht der Corona-Pandemie dringender denn je benötigen. Doch lieber Papst Franziskus, was Sie für die Gesellschaft berechtigterweise fordern, dürfen Sie in den eigenen Reihen niemanden verwehren. Ist "Fratelli tutti" etwa auch ein Weckruf für die eigene Sache? Was für eine Kraft könnte ein solcher Text haben, wenn die Kirche selbst ein Vorbild wäre.

Von Pia Dyckmans, Presse- und Öffentlichkeitsreferentin der Jesuiten in Deutschland und Schweden, entnommen aus www.katholisch.de

 

Rückschlag für die Ökumene?

Ökumenisches Theologenpapier "Gemeinsam am Tisch des Herrn" von Rom zurückgewiesen

Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, hat die deutschen Bischöfe nach dem Brief der Glaubenskongregation vor Alleingängen in der Abendmahlsfrage gewarnt. "Wenn die deutschen Bischöfe ein solches Schreiben der Glaubenskongregation weniger hoch bewerten würden als ein Dokument einer Ökumenischen Arbeitsgruppe, dann würde in der Hierarchie der Kriterien bei den Bischöfen etwas nicht mehr stimmen", sagte Koch in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Gespräch mit der "Herder Korrespondenz" (Oktober-Ausgabe). Nach dieser Wortmeldung könnten die Bischöfe "nicht einfach zur Tagesordnung übergehen".
Das Schreiben der Glaubenskongregation sei eine "sehr ernste sachliche Auseinandersetzung" mit dem Text "Gemeinsam am Tisch des Herrn" des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) in Deutschland, so Koch weiter. Es signalisiere "eindeutig", dass in dem Ökumene-Papier Fragen berührt seien, "die nicht einfach die Kirche in einem Land für sich entscheiden kann". Zudem stelle der Text ökumenisch strittige Fragen als gelöst oder zumindest nicht mehr kirchentrennend dar, was aber nicht zutreffe. Koch, der nach eigenen Angaben in die vatikanische Prüfung des ÖAK-Dokuments eingebunden war, habe den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing, schon frühzeitig auf Defizite in dem Papier hingewiesen. "Es scheint ihn nicht überzeugt zu haben", so Koch.
Am Wochenende war eine theologisch begründete Absage des Vatikan an gegenseitige Eucharistie-/Abendmahls-Einladungen von Katholiken und Protestanten bekannt geworden. Die Unterschiede im Eucharistie- und Amtsverständnis seien "noch so gewichtig", dass sie eine Teilnahme katholischer und evangelischer Christen an der Feier der je anderen Konfession derzeit ausschlössen. Auch für eine "individuelle Gewissensentscheidung" gebe es keine Grundlage, heißt es in einem Schreiben der Glaubenskongregation an den DBK-Vorsitzenden Bätzing.Die oberste katholische Glaubensbehörde äußert damit ihre Einwände gegen das gemeinsame Votum des ÖAK zur wechselseitigen Teilnahme an Abendmahl und Eucharistie. Deren Text vom vergangenen September, den auch Bätzing mitverantwortete, sollte zur Überwindung einer langjährigen Blockade beitragen. Bätzing hatte unlängst angekündigt, dieses Modell werde auch beim Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in Frankfurt im kommenden Jahr Anwendung finden.
...

In der Diskussion über eine mögliche wechselseitige Teilnahme an Eucharistie/Abendmahl von Katholiken und Protestanten hat die katholische Theologin Dorothea Sattler auf Kritik des Vatikans reagiert. Sie vermisse Wertschätzung für das Anliegen und Anerkennung der theologischen Arbeit seitens des Vatikans, sagte Sattler dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sattler ist die Mitautorin des ökumenischen Votums zur Teilnahme an der Eucharistie bzw. am Abendmahl der jeweils anderen Konfession, das im September vergangenen Jahres veröffentlicht wurde....Gleichzeitig sei sie dankbar für die "große Rezeption" des Papiers "Gemeinsam am Tisch des Herrn", sagte Sattler: "Darin liegt die Chance, dass wir unsere theologischen Argumente erneut vortragen können." Die deutschen Bischöfe wollen sich während ihrer Herbstvollversammlung, die bis Donnerstag in Fulda stattfindet, mit der Stellungnahme des Vatikans befassen...
Sattler sagte, immer wenn im ökumenischen Dialog die Handlungsebene betreten werde, schreckten viele dann doch zurück. Seit vielen Jahrzehnten gebe es theologische Arbeiten zum Ämter- und Sakramentenverständnis. "Wir können nicht jedes Mal wieder von vorne beginnen, es liegen bereits so viele Studien vor, die keine Anerkennung finden", sagte die Münsteraner Professorin. "Wir sind gewiss bereit, unser Papier theologisch zu prüfen und weiterzuentwickeln, aber nur dann, wenn wenigstens die Perspektive besteht, dass sich dann auch in der Praxis etwas ändert."
Sattler wies Kritik der Glaubenskongregation zurück, das Votum trenne Christus von der Kirche. Richtig sei, dass das Papier zwischen Jesus Christus, der zum Mahl einlade, und der Kirche unterscheide. Der Vorwurf der Trennung sei aber unzutreffend. Die eigentliche theologische Begründung des Votums werde in der Stellungnahme des Vatikans nicht besprochen, sagte Sattler. Autoritäten aller Kirchen hätten zu achten, dass Jesus Christus selbst in der Kraft des Geistes Gottes seine Gegenwart einer Gemeinschaft verheißen habe, die sich zum Gedächtnis seines Todes und seiner Auferstehung versammelt: "Jesus Christus setzt sich selbst wirksam präsent, wo er es möchte - darauf vertrauen wir in der Ökumene gemeinsam und suchen seine Nähe."

 

Handys, Goldhandy - und eine gute Idee

Auch in diesem Jahr ruft missio dazu auf, alte Handys nicht liegen zu lassen, sondern abzugeben und damit für das Projekt "Schutzengel", aber eben auch für die Nachhaltigkeit etwas zu tun. Im Dekanat haben wir bereits vor zwei Jahren zentral gesammelt - jetzt könnte das doch auch eine Aktion für die einzelen Gemeinden sein?

Jeder von uns hat zwei bis drei ausgemusterte Handys zu Hause liegen, sagen die Statistiken: In Schubladen, im Keller, auf dem Speicher, in der Krimskramskiste oder wo auch immer. 200 Millionen alte Smartphones haben die Deutschen nach Informationen des Digitalverbands Bitkom angehäuft. Und wer hat all diese Handys, in denen sich wertvolle Mineralien befinden, wo versteckt?
missio will das mit der Schubladen-Challenge herausfinden und dazu motivieren, Freunde und Familie auf das Thema aufmerksam zu machen. Denn es ist an der Zeit, diesen Elektroschrott zu entsorgen. Um die darin enthaltenen Bodenschätze zu gewinnen, mussten Millionen Tonnen von Erz abgebaut werden. Das geht mit Recycling einfacher und umweltfreundlicher. Wer missio sein altes Handy spendet, entsorgt diesen Elektroschrott verantwortungsbewusst und ermöglicht fachgerechtes Recycling. Dabei werden die Daten der Althandys komplett gelöscht. Das garantieren die Recycling-Partner von Mobile-Box. missio erhält von Mobile-Box einen Anteil des Recyclingerlöses für Hilfsprojekte im Kongo. missio wettet, dass Freunde und Verwandten noch viele aussortierte Handys ausfindig machen und für den guten Zweck spenden. Top, die Wette gilt!
Vom 07. Bis zum 15. November 2020 ruft missio zudem zur „Woche der Goldhandys“ auf. In diesem Aktionszeitraum werden an mehreren hundert Standorten bundesweit mit vielen Kooperationspartnern Handys gesammelt. Mit dieser Aktionswoche ruft missio seit 2017 zum vierten Mal die Woche der Goldhandys aus. Seitdem wurden über 150.000 alte Mobiltelefone gespendet. Unter allen Teilnehmern der Handyspenden-Aktion verlost missio als Hauptpreis ein fair produziertes Smartphone, als zweiten Preis ein aufbereitetes Smartphone von „Futurephones-Shop“.
Weitere Infos finden sich online unter www.missio-hilft.de/handyspende.

Manchmal stößt man auf Texte, die muss man sofort weitergeben. Der nachfolgende ist von Andrea Schwarz, Schriftstellerin und pastorale Mitarbeiterin in unserem Bistum. Gerade erst hat sie über die Kath. Erwachsenenbildung Vorträge in unserer Region gehalten und sich der Diskussion gestellt. Heute - veröffentlich im Bistumsblog- stellt sie die Forderung auf, die Corona-Entschleunigungen und -ausfälle hinter sich zu lassen und auf Sicht und mit Verantwortung wieder loszulegen in Pastoral und sonstigem kirchlichen Geschehen.Wer jetzt nicht loslegt, wird nächstes Jahr vielleicht niemanden mehr vor sich finden, mit dem er/sie dann etwas fortsetzen kann. Also: Mut! 

Auf Sicht fahren – aber fahren!

Irgendwie fiel mir die Tage eine kleine Episode ein, die ich vor einigen Jahren auf der Fähre nach Juist erlebt habe. Wir wollten uns damals im Dezember noch ein paar Tage adventliche Auszeit gönnen – und wenn man schon das Privileg hat, so nah an den Inseln zu wohnen, warum die Chance nicht nutzen und einfach hinfahren?
Als die Fähre in Norddeich ablegte, lag eine richtig dicke Nebelsuppe über der See – und so machten wir es uns unter Deck bei einem Kaffee gemütlich. Schließlich meldete sich der Kapitän per Lautsprecher zu Wort: „Wir müssten gleich im Juister Hafen anlegen. Wir sehen ihn zwar noch nicht, aber nach unseren Instrumenten müsste er da sein.“ Wir beide sahen uns an und mussten lachen.
Warum mir mitten im Juli diese Dezember-Nebel-Geschichte von Juist einfällt?
Im Moment fahren wir aufgrund von Corona auch ein bisschen im Nebel umher. Man kann nicht so arg weit gucken und muss deshalb besonders aufpassen. Leider gibt es keine Instrumente, die uns und unseren Kapitänen den Weg durch den Corona-Nebel zeigen. Und dazu kommt, dass wir die Gewässer, durch die wir grad steuern, nicht kennen. Deshalb müssen wir langsam machen und „auf Sicht fahren“, um rasch gegensteuern zu können, wenn plötzlich etwas Unerwartetes passiert.
Ja, es war richtig, in den letzten Monaten alle unnötigen Fahrten einzuschränken, um mit der akuten Situation klar zu kommen. Aber Bischof Bode hat zu Recht darauf hingewiesen, dass wir jetzt aus der akuten in eine „chronische Phase“ von Corona kommen. Und deshalb müssen wir lernen, irgendwie mit dem Virus zu leben.
Das heißt aber auch, so langsam mal wieder ins Planen zu kommen, Perspektiven zu entwickeln, Ideen zu spinnen. Nicht nur Notstandsverwaltung zu machen, sondern kreativ das Herbst- und Frühjahrsprogramm anzugehen, natürlich unter Einhaltung aller Hygienekonzepte und Wahrung aller Abstandsregeln. Und unter allem Vorbehalt, wie die aktuelle Situation sich weiter entwickelt. Es geht eigentlich darum, so eine Art „Programm trotz Corona“ zu machen, Veranstaltungen zu planen, Referent*innen anzufragen, das Pfarrheim zu belegen. Endlich mal wieder „in die Pötte“ zu kommen …
Ja, es kann sein, dass die aktuelle Situation uns dann dazu zwingt, das eine oder andere wieder abzusagen. Aber das haben wir in den vergangenen Monaten gut gelernt, das können wir inzwischen. Und jede*r hat Verständnis dafür – Teilnehmer*innen, Referent*innen, Veranstalter.
Planen müssen wir grad erst wieder neu lernen.
Aber wenn wir jetzt nicht voraus schauen und damit keine Veranstaltungen im Terminkalender stehen haben, dann wird im nächsten Jahr auch nichts laufen.
Wir werden wohl noch einige Zeit „auf Sicht fahren“ müssen. Das ist nicht schön, und wir mögen es nicht. Aber wie heißt es auf einer dieser netten Spruchkarten? „Wir sind hier nicht bei „wünsch dir was“, sondern bei „so isses“.
Vielleicht es einfach probieren – nicht wild drauf los, sondern verantwortet, überlegt. Schritt für Schritt. Auf Sicht fahren. Und absagen können wir auch nur das, was wenigstens schon mal geplant war.
Aber auf jeden Fall nicht im Hafen liegenbleiben und vor sich hin dümpeln …

"Dein Herz lebe auf!" - Bibelauslegungen der deutschen Bischöfe als Buch

"Dein Herz lebe auf!" So heißt ein neues Buch, in dem 23 deutsche Bischöfe in der Corona-Pandemie tröstende Bibelstellen auslegen. Nach Auffassung des Initiators und Herausgebers, des Osnabrückers Bischof Franz-Josef Bode, bietet die Bibel bietet während Corona die besten Punkte zum Festhalten und Getröstet-werden. Bode verweist auf die oft nicht wahrgenommene große Rolle der Kirche während Corona und erklärt, wie das Projekt zustande kam und warum nicht alle Oberhirten sich an dem Buch beteiligt haben. Hoffnung und Trost in der Corona-Krise zu vermitteln -das war die Motivation eines Großteils der deutschen Bischöfe zu diesem Buch, in dem Bibelstellen ausgelegt werden. Dazu sei gerade jetzt die richtige Zeit.
Das Buch:Franz-Josef Bode (Hrsg.): Dein Herz lebe auf! Tröstende Bibeltexte erschlossen für schwere Zeiten. Stuttgart: Katholische Bibelanstalt, 256 Seiten, 18,95 Euro.

Kirchenstatistik zeigt wachsende Entfremdung von kirchlicher Tradition

Einen signifikanten Anstieg der Kirchenaustrittszahlen hat das Bistum Osnabrück für das vergangene Jahr zu verzeichnen: Insgesamt traten rund 5.200 Katholiken aus der Kirche aus, das sind 1.600 mehr im Vergleich zum Vorjahr. Wie aus der jetzt vorgelegten Bistumsstatistik 2019 hervorgeht, zählt das Bistum rund 547.000 Katholiken, 6.000 weniger als im Vorjahr. Knapp zehn Prozent der Katholiken besuchen die Sonntagsgottesdienste.

Vergleichsweise wenige Veränderungen gegenüber dem Vorjahr gibt es bei der Zahl der Taufen (4.196) und der Erstkommunionen (4.330), die sich jeweils um gut 140 gegenüber 2018 verringert haben. Rückläufig ist mit 914 auch die Zahl der kirchlichen Trauungen, die im Jahr davor noch bei 983 lag. Nur wenig geändert hat sich in den vergangenen Jahren die Zahl der kirchlichen Bestattungen: Sie liegt seit über 20 Jahren bei mehr oder weniger 5.000 (2019: 4.979).

Der sprunghafte Anstieg der Kirchenaustrittszahlen ist nach den Worten von Generalvikar Theo Paul eine „sehr schmerzliche Entwicklung“. Viele Menschen seien vor allem durch den Missbrauchsskandal tief erschüttert. Es seien auf allen Ebenen vertrauensbildende Initiativen und Anstrengungen notwendig, um Glaubwürdigkeit wiederzuerlangen. Offenheit, Transparenz und Reformwille sind dabei laut Paul unerlässliche Faktoren für die Zukunftsfähigkeit der Kirche. Insbesondere für die Amts- und Funktionsträger bedeute das eine entscheidende Herausforderung.

Bild: Martina Gahbauer in pfarrbriefservice.de   Text Pressestelle des Bistums

Kfd: Frauen sind für Kirche "systemrelevant"

Seit einem Jahr geistert ein purpurnes Kreuz durch die sozialen Netzwerke – Symbol für die Forderung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, auch Frauen zu Priestern zu weihen. Durch Corona fühlt sich der Verband darin noch weiter gestärkt.

Düsseldorf - 15.06.2020
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) sieht Frauen für die Kirche als "systemrelevant". Gerade in der Corona-Krise habe sich gezeigt, dass Frauen das kirchliche Leben nicht nur "prägen, sondern entscheidend mittragen", sagte die kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil am Montag in Düsseldorf. Deswegen bekräftigt der Frauenverband auch in der Pandemie weiterhin seine Forderung, Frauen zu Diakoninnen oder Priesterinnen zu weihen. "Wir Frauen wollen der Kirche nicht nur dienen, sondern auch Verantwortung und Macht übernehmen", so Heil. Dazu setze der Verband große Hoffnungen auf den "Synodalen Weg", dem aktuellen Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland.
Als Beispiel für das Engagement von Frauen in der Corona-Krise nannte Heil die Einladung zu virtuellen Gebetsketten sowie die Aufzeichnung von Videogottesdiensten. Zum Tag der Apostelin Junia Mitte Mai hätten zudem zwölf Geistliche Leiterinnen und Begleiterinnen der kfd zum ersten bundesweiten Predigerinnentag des Frauenverbands Predigten gehalten – einige davon sogar in einer Eucharistiefeier.
Heil äußerte sich aus Anlass der Verabschiedung des kfd-Positionspapiers "gleich und gleichberechtigt" vor einem Jahr. Darin wird erstmals der Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der katholischen Kirche gefordert, also auch zum Priesteramt. Als Symbol dafür führte die kfd damals ein purpurfarbenes Kreuz ein. Es erinnert an Lydia, die erste europäische Christin. Sie war eine selbstbewusste Frau und Purpurhändlerin, die Farbe zu ihren Lebzeiten ein kostbares Statussymbol. "Wir knüpfen damit an die Würde an, für die diese Farbe bei hohen Amtsträgern in der katholischen Kirche steht, und wollen ausdrücken: Wir haben von Gott dieselbe Würde verliehen bekommen, da steht es keinem Menschen zu, uns Berufungen und Eignungen abzusprechen, nur, weil wir Frauen sind", so Heil. Das purpurfarbene Kreuz findet nach Angaben der kfd-Vorsitzenden inzwischen immer weitere Verbreitung. So sei es etwa in den sozialen Medien in vielen Beiträgen zu finden. Bei einer Unterschriftensammlung sprachen sich zudem rund 130.000 Unterzeichner für eine geschlechtergerechte Kirche aus. (gho)  (Bild und Artikel aus www.katholisch.de)

Mensch ist Mensch

Videoaktion der Katholischen Jugend Ostfriesland

Überall gibt es aufflammenden Proterst gegen Rassismus, auch gegen den, der als solcher gar nicht wahrgenommen wird und sich hinter angeblich normalem Verhalten versteckt. Das geht es nicht nur um ein profiling bei polizeilichen Kontrollen, das sich vor allem von äußerlichen Merkmalen wie dunklerer Haut und Haarfarbe leiten lässt, es geht auch um unbedachte Äußerungen und Situationen, in denen Menschen, die etwas anders sind, immer erklären müssen. Die katholische Jugend Ostfriesland startet deshalb ihr klassisches "Gebet der Jugend" am nächsten Sonntag mit einer besonderen Aktion: Per Video werden Jugendliche - und vielleicht auch Ältere- aus dem ganzen Dekanat ein Licht anzünden gegen Rassismus. Es soll eine virtuelle Lichterkette entstehen, in der sich möglichst viele verbinden und dafür streiten, dass "Mensch Mensch ist" . Auf den sozialen Medien wie Instagramm etc. ist diese Aktion dann zu sehen. Eine super Idee in Corona-Zeiten!

Eine Botschaft der leeren Kirchen?

Die Kirche soll sich nach Ansicht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, weniger um sich selbst und ihre eigene Existenz sorgen. Vielmehr solle sie sich fragen, für wen sie da sei und mit wem sie Prozesse gestalten könne, "die das Leben menschenwürdig und gottwürdig machen", sagte er den Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse (Sonntag) in Osnabrück.

"Ich denke in diesen Tagen oft darüber nach, was die Botschaft der leeren Kirchen ist, die uns Corona gebracht hat - auch jetzt, wo es nur einer kleinen Gruppe von Menschen möglich ist, gemeinsam Gottesdienst zu feiern", so Bätzing. Dieses Bild komme der biblischen Erzählung von Pfingsten sehr nahe, in der "eine ängstliche, kleine Gruppe der Jüngerinnen und Jünger" drinnen hinter verschlossenen Türen sitze. "Aber der Herr ist niemand, der sich in geschlossenen Räumen aufhält, sondern der immer unter den Menschen ist", sagte der Bischof von Limburg und fügte hinzu: "Da gehört die Kirche hin."

Das Evangelium von heute - Tagesimpuls der Erzabtei Beuron

Wenn Gottesdienste, Andachten und Zusammenkünfte vorläufig nicht mehr stattfinden können, ist es ein Verlust, aber nicht das Ende von Kirche. Es gibt viele Ideen und Initiativen, die über die sozialen Medien alternative Formen von Spiritualität anbieten. Dazu gibt es über die streaming-Dienst Gottesdienstüber-tragungen, so jeden Sonntag um 11.00 Uhr und werktags um 19.00 Uhr mit unserem Bischof aus unserem Dom in Osnabrück. Zum Mitfeiern die Adresse: www.bistum-osnabrueck.de
Für die tägliche Einkehr empfiehlt sich u.a. ein Blick auf die Tagestexte des Schott. Auf den Internet-Seiten der Erzabtei Beuron finden Sie für jeden Tag das Tagesevangelium, die Lesungen sowie die entsprechenden liturgischen Gebete. So lässt sich leicht eine eigene Andacht mit den jeweiligen Texten des Tages zusammenstellen und feiern. Hier der direkte Link: https://erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.htmlTagesimpuls

Empfehlenswert sind auch die Angebote der Jesuiten in Frankfurt unter der Adresse: https://www.jesuiten.org/news/wie-sie-am-sonntag-gottesdienst-feiern-koennen
bietet einen wöchentlichen Vorschlag für einen Hausgottesdienst

 

Beratungs- und  Gesprächsangebot der Caritas Ostfriesland

Viele persönliche Kontakte sind in diesen Zeiten nicht möglich oder erschwert.Das ist besonders schlimm, wenn Menschen HIlfe und Rat suchen. Gemeinden und auch das Bistum bieten telefonische Hilfe an, und so auch jetzt die Caritas Ostfriesland mit ihre Fachpersonal. Die Geschäftsführerin, Steffi Holle, ließ der Redaktion folgende  Mitteilung zukommen:
Der Caritasverband steht zur telefonischen Beratung für alle Fragen und Anliegen zur Verfügung!
Melden Sie sich, wenn Sie in Not geraten oder einfach ein persönliches Gespräch benötigen.
Täglich erreichen Sie uns in der Zeit von 10:00 Uhr - 13:00 Uhr.
Menschen aus dem Landkreis Aurich, dem Landkreis Wittmund und der Stadt Emden können sich unter der Nummer 04941/69833716 melden.
Menschen aus dem Landkreis Leer können sich unter folgender Nummer 0491/9279560 melden.

Zwischen Bereitschaft und tatsächlicher Organspende klafft eine Lücke

Die Situation in Deutschland ist paradox: Die Zahl der Menschen mit Organspendeausweis ist von 25 Prozent im Jahr 2010 auf 36 Prozent im Jahr 2018 gestiegen, ebenso hat die in Umfragen bekundete Spendenbereitschaft in diesem Zeitraum um fünf Prozentpunkte zugenommen. Doch gleichzeitig werden immer weniger Organe tatsächlich gespendet. Wie kann das sein? Dafür werden drei Gründe genannt:
1. Die deutsche Entscheidungslösung führe dazu, dass viele Menschen der Organspende zwar grundsätzlich positiv gegenüberstehen und das in Umfragen bekunden, sich aber keine konkreten Gedanken machen, was nach ihrem Tod mit ihren Organen passiert und zum Beispiel trotz Spendenbereitschaft keinen Organspendeausweis besitzen.
2. 2012 wurde der größte Organspende-Skandal in der Geschichte der Bundesrepublik aufgedeckt: In Göttingen, Regensburg, München und Leipzig haben Mediziner/-innen Krankenakten gefälscht, um ausgewählte Patientinnen und Patienten bevorzugt mit Spenderorganen zu versorgen. Der Skandal sorgte für viel öffentliche Empörung, in den Folgejahren sanken die Spenderzahlen. Um Vorfälle wie diese in Zukunft zu verhindern, wurde im Jahr 2012 eine Überwachungskommission und eine Prüfungskommission von Vertreterinnen und Vertretern der Bundesärztekammer, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem Spitzenverband der Krankenkasse gegründet. Die Kommissionen überprüfen seither, ob sich die deutschen Transplantationszentren an die Richtlinien bei der Vermittlung von Spenderorganen und der Organisation der Wartelisten halten.
3. Organspenden waren für die Entnahmekliniken bislang ein Minusgeschäft. Denn der Pauschalbetrag, den die Krankenkassen an die Krankenhäuser zahlen, deckt laut diesen nur die Operation ab, nicht aber die vorherige Versorgung der Patient/-innen auf der Intensivstation. Zudem haben die Transplantationsbeauftragen der Krankenhäuser im Alltagsgeschäft kaum Zeit für ihre Aufgabe. Deswegen würden viele Kliniken nicht alle potentiellen Organspender melden.

 Text aus Pfarrbriefservice.de Bild: Hardy Welsch in Pfarrbriefservice.de

 Digitalisierte Kirchenbücher - El Dorado für Familienforscher

Die Einträge in Kirchenbüchern aus 145 Pfarreien im Bistum Osnabrück können jetzt im Internet eingesehen werden. Georg Wilhelm, Joachim Herrmann und Maria Rehnen (von links) von Osnabrücker Bistumsarchiv haben sich um die digitale Aufbereitung der Seiten gekümmert.
(Bild: Bistum Osnabrück)

 

 

Das Bistumsarchiv kommt damit nach Angaben von Dr. Georg Wilhelm, der das Archiv betreut, zahlreichen Anfragen vor allem aus den USA und den Niederlanden entgegen, wo heute noch viele Nachfahren von Auswanderern aus dem Bistum Osnabrück leben. Das kostenlose Angebot sei „eine Fundgrube für Familienforscher“. Bis zum Jahr 1875 sind laut Wilhelm die Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern oft der einzige Nachweis, dass eine Person überhaupt existiert hat: „Kirchenbücher liefern demografische Daten, geben Auskunft über gesellschaftliche Zusammenhänge, über Zuwanderung, aber auch Wegzug oder Auswanderung, Todesursachen, Todesalter, welchen Beruf jemand ausgeübt hat und wie seine gesellschaftliche Stellung war.“
Aufgrund von kirchenrechtlichen Schutzfristen sind die ins Internet eingestellten Daten mindestens 100 Jahre alt. Die ältesten Kirchenbücher stammen aus der emsländischen Gemeinde St. Nikolaus in Groß-Hesepe und gehen zurück bis ins Jahr 1612.

Die Kirchenbücher sind einsehbar über: http://data.matricula-online.eu/de/deutschland/osnabrueck

 

Kirchliche Datenschützer erleichtern Umgang mit Fotos von Minderjährigen

Die Diözesandatenschutzbeauftragten verwerfen ihre bisherige Rechtsauffassung beim Umgang mit Bildern von Minderjährigen: Eine pauschale Einwilligung der Sorgeberechtigten genügt nun – unter Umständen braucht es nicht einmal die.
Der datenschutzkonforme Umgang mit Fotos, die Kinder und Jugendliche zeigen, ist künftig deutlich einfacher geregelt. Die Konferenz der Diözesandatenschutzbeauftragten hat in einem am Montag veröffentlichten Beschluss ihre bisherige Rechtsauffassung revidiert: Die Datenschützer sehen es nun als zulässig an, für die Veröffentlichung von Fotos eine pauschale Einwilligung der Sorgeberechtigten einzuholen, etwa für ein ganzes Schul- oder Kindergartenjahr oder bestimmte Veranstaltungen wie Sommerlager. Die Einwilligung kann bereits bei der Anmeldung oder am ersten Schul- oder Kitatag eingeholt werden. Damit ändert die Konferenz ihre bisherige Position, gemäß der eine Freigabe jedes einzelnen Bildes durch die Sorgeberechtigten nötig war. Wörtlich heißt es in dem neuen Beschluss: "Das Erfordernis, dass das konkrete Bild im Zeitpunkt der Unterzeichnung der Einwilligungserklärung vorliegen soll, entfällt."
Quellbild anzeigenUnter Umständen kann auf Einwilligungen ganz verzichtet werden. Neben der Einwilligung sieht die Konferenz für die Erhebung (Fotografieren) und die Veröffentlichung nun auch eine Interessensabwägung als mögliche Rechtsgrundlage an. Damit kann unter bestimmten Voraussetzungen auch auf eine explizite Einwilligung der Sorgeberechtigten verzichtet werden. Auf der Grundlage einer Interessensabwägung zwischen Einrichtung und Abgebildeten können damit Bilder erhoben und veröffentlicht werden, ohne dass eine Einwilligung eingeholt werden muss. Als Kriterien dafür nennt der Beschluss den Paragraph 23 des Kunsturhebergesetzes. Darin sind verschiedene Ausnahmen von der Erfordernis einer Einwilligung genannt wie etwa "Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen", Bilder aus dem Bereich der Zeitgeschichte und Bilder, auf denen die abgebildete Person nur als "Beiwerk" neben dem eigentlichen Motiv erscheint. Bereits im Juli 2018 hatte die Konferenz darauf hingewiesen, dass diese Rechtsgrundlage unter bestimmten Umständen anwendbar sei.
Mit dem Beschluss, der bereits am 4. April verabschiedet und erst jetzt veröffentlicht wurde, hebt die Konferenz der Diözesandatenschutzbeauftragten erstmals eine vorher getroffene Aussage explizit auf. Beschlüsse der Konferenz, der die fünf Diözesandatenschutzbeauftragten Deutschlands angehören, haben keine Gesetzeskraft; sie dokumentieren die Rechtsauffassung der kirchlichen Aufsichtsbehörden, die sie bei ihrer Arbeit anwenden. Gegen konkrete Entscheidungen der Diözesandatenschutzbeauftragten kann auf dem Rechtsweg vorgegangen werden. Dazu wurden eigens kirchliche Datenschutzgerichte eingerichtet.
Seit dem 24. Mai 2018 gilt in der katholischen Kirche in Deutschland das Gesetz über den kirchlichen Datenschutz, das weitgehend den staatlichen Regelungen der europäischen Datenschutzgrundverordnung entspricht. Um die Praktikabilität des kirchlichen Datenschutzes hat sich seither eine Debatte in der Kirche entsponnen. Verbände wie die Gesellschaft katholischer Publizisten und Experten aus Öffentlichkeitsarbeit und Pastoral kritisierten einzelne Regelungen deutlich. Fälle wie der einer Kita, in deren Publikationen Fotos von Kindern geschwärzt wurden, gingen durch die Presse. Zuletzt hatte der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) Anfang Mai eine Stellungnahme verabschiedet, in der unter anderem eine Überprüfung der Regeln für den Umgang mit Einverständniserklärungen bei Fotos von Minderjährigen gefordert wurde. (fxn)

Handeln

Im Augenblick wird die Fragehttps://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQ83mfjwP1KKiC3wtf-e5WS8UP__WK8T8-Zgo8P0NL-HuHWt_nw
nach der Hoffnung an vielen Stellen gestellt.
Sie irritiert mich,
denn sie wird oft lamentierend                                  
und vor allem Handeln gestellt.                            
Erst will man in der Aussicht versichert sein,
dass alles gut geht,
allenfalls will man dann handeln
und seinen Teil zum guten Ausgang beitragen.    
Vielleicht sollten wir die Frage
nach dem guten Ausgang vergessen,
denn sie ist nicht beantwortbar.
Es garantiert uns keiner,
dass das Leben auf der Erde
in absehbarer Zeit nicht kollabiert,
auch kein Regenbogen.
Hoffen heißt: handeln, als hoffte man.
Hoffen lernt man dadurch,
dass man handelt, als sei Rettung möglich.  

                                                     Fulbert Steffensky in Pax-Post 1-2019

 

Gott geht uns voraus

Gott geht uns voraus
lockt uns
ins neue Leben,
lacht uns entgegen,
wenn
Mutlosigkeit
ihre Schatten
wirft.
Wir werden
Neuland
entdecken,
Wegzeichen,
Himmel
hinter dem
Horizont.

www.anderezeiten.de, in: Pfarrbriefservice.deBild: Peter Weidemann in Pfarrbriefservice.de