LesungenDas schwarze Brett 2Gottesdienste

Fragen

 BIld: © geralt / cc0 – gemeinfrei / Quelle: pixabay.com in: Pfarrbriefservice.de

 

 

 

 

 

 

Es spricht nicht viel dafür, dass es dich gibt, Gott.
Vielleicht haben die Recht, die dich für eine Projektion halten,
für das Produkt infantiler Wünsche.
Aber:
Sollte wirklich hinter allem Sinn die Sinnlosigkeit lauern,
hinter aller Ordnung das Chaos, hinter aller Liebe die Kälte,
hinter allem Vertrauen die Verzweiflung?
Es spricht nicht viel dafür, dass der Mensch mehr ist als ein Tier,
Zufallsergebnis der Evolution, Irrläufer des Kosmos,
im Gefängnis von Bedürfnissen und Aggressionen.
Aber:
Sollte der Mensch wirklich ein tragisches Wesen sein
Freiheit erfahrend, die keine ist, Sehnsucht verspürend, die nie erfüllt wird,
alle Grenzen sprengend und doch im Erdloch hockend?
Es spricht nicht viel dafür,
dass in einem galiläischen Rabbi der Himmel auf die Erde gekommen ist,
dass sich in ihm das tiefste und heiligste Geheimnis als unendliche Liebe kundgetan hat.
Vielleicht war er nichts als ein Wanderprediger, wie andere auch.
Aber:
Gab es je einen Menschen, der glaubwürdiger Mensch war, der lauterer, heiliger, freier, konsequenter, wohltuender war als er, der die Liebe radikaler gelebt hat?
Und: Könnte nicht die Paradoxie des Kreuzes die wahre Weisheit sein?
Es spricht nicht viel dafür,
dass der Mensch nicht tot ist, wenn der Körper zerfällt,
dass das Ich nicht erlischt, wenn die Instrumente verstummen.
Aber: Könnte nicht alles ganz anders sein, als der Augenschein wahrhaben will:
dass sich in allem Kleinen das Große verbirgt, in allem Natürlichen das Übernatürliche,
in allem Menschlichen das Göttliche, in allem Tod das Leben?
Es spricht nicht viel dafür, Gott.
Aber Du sprichst dafür.
Du hast mich betört, o Herr, und ich ließ mich betören. (Jer 20,7) Amen.
                                                                                       (Paul Thiry d’Holbach 1723-1789)

Über 200 Jahre alt ist dieser Text - doch er könnte heute geschrieben worden sein. Die Frage nach Gott und die Möglichkeit, andere von seiner Existenz zu überzeugen ist heute vielleicht noch schwerer geworden. Die Theologie hat sich entwickelt, sie hält Anfragen auch stand - aber am Ende kommt es wie bei d`Holbach darauf an, seine eigenen Antwort zu geben - mit einem Sprung in den Glauben hinein. Es ist, wie Hans Küng immer wieder betont, nicht unvernünftig, an Gott zu glauben, aber neben aller Vernunft muss dann das finale "Ja" erfolgen, das nicht Endergebnis von Reflexion ist, sondern Vertrauen, begründetes Vertrauen.

Pfingsten - alle Tage

 

Komm, heiliger Geist
sende uns deine Kraft,
wo wir erlahmen
im Einsatz für Arme und Benachteiligte,
im Aufdecken von Ungerechtigkeiten
in Politik und Wirtschaft.

Komm, heiliger Geist,                                                                   
sende uns Ausdauer
im Barmherzigsein und Verzeihen
uns selbst gegenüber und
gegenüber allen Schwestern und Brüdern,
mögen sie uns auch noch so fern stehen.

Komm, heiliger Geist,
öffne die verschlossenen Türen
zu jenen, die fremd und unverstanden
neben uns gehen und voller Sehnsucht sind,
öffne auch die Räume zu unserem eigenen Inneren,
zu den verborgenen Ängsten und Verletzungen.

Komm, heiliger Geist,
erfülle uns alle mit deiner tröstenden Nähe,
besonders jene, die allein sind,
deren Tränen der Einsamkeit niemand trocknet,
die verwaisten Kinder, verlassenen Partner,
vor allem nimm dich unserer alten Menschen an.

Komm, heiliger Geist,
erneuere unsere Kirche,
damit sie die Zeichen der Zeit erkennt,
Strukturen zu ändern wagt,
ohne Glaubenskerne zu verwässern,
und stärke in uns allen die Liebe zu Gott.

Komm, heiliger Geist,
komm, komm endlich,
lass uns nicht länger flehen,
komm, jetzt und heute
und lass uns dankbar erkennen,
wo du schon gekommen bist.

Irmela Mies-Suermann, In: Pfarrbriefservice.de

Frauen....

wenn eine frau das WORT geboren hat, warum sollten frauen dann das wort nicht von der Kanzel verkünden?
wenn eine frau für ihr zuhören gelobt wird, warum sollten frauen dann das gelernte nicht auch lehren?
wenn eine frau die füsse jesu küsste, warum sollten frauen dann den altar nicht küssen dürfen?
wenn eine frau den leib christi salben konnte, warum sollten frauen dann nicht zum salbungsdienst befähigt sein?
wenn eine frau jesu sinnungswandel durch ein brotwort bewirkte, warum sollten frauen dann bei der wandlung nicht das brotwort sprechen?
wenn eine frau von jesus krüge voller wein erbitten konnte, warum sollten frauen dann über einen kelch mit wein nicht auch den segen beten?
wenn eine frau den jüngern als apostelin voranging, warum sollten frauen dann zur apostelnachfolge nicht aufgerufen sein?                                                                          
Andreas Knapp       Bild: Pfarrbriefservice.de

Geschenke

nimm Neues
in Blick

zeige und bereite
öffne und weite
- den Horizont

wäge und wage
entfalte und gestalte
- Leben

in jedem Augenblick
neu

„Seht her,
ich mache … Neues“
(Jes 43,19)

Klaus Jäkel in : Pfarrbriefservice.de

Ein Bild vom Frieden

Es war einmal ein König, der schrieb einen Preis im ganzen Land aus: Er lud alle Künstlerinnen und Künstler dazu ein, den Frieden zu malen und das beste Bild sollte eine hohe Belohnung bekommen.
Alle Malerinnen und Maler im Land machten sich eifrig an die Arbeit und brachten dem König ihre Bilder. Von allen Bildern, die gemalt wurden, gefielen dem König zwei am besten. Zwischen denen musste er sich nun entscheiden.
Das erste war ein perfektes Abbild eines ruhigen Sees. Im See spiegelten sich die malerischen Berge, die den See umrandeten und man konnte jede kleine Wolke im Wasser wiederfinden. Jeder, der das Bild sah, dachte sofort an den Frieden.
Das zweite Bild war ganz anders. Auch hier waren Berge zu sehen, aber diese waren zerklüftet, rau und kahl. Am düsteren grauen Himmel über den Bergen jagten sich wütende Wolkenberge und man konnte den Regen fallen sehen, den Blitz aufzucken und auch fast schon den Donner krachen hören. An einem der Berge stürzte ein tosender Wasserfall in die Tiefe, der Bäume, Geröll und kleine Tiere mit sich riss. Keiner, der dieses Bild sah, verstand, wieso es hier um Frieden gehen sollte.
Doch der König sah hinter dem Wasserfall einen winzigen Busch, der auf der zerklüfteten Felswand wuchs. In diesem kleinen Busch hatte ein Vogel sein Nest gebaut. Dort in dem wütenden Unwetter an diesem unwirtlichen Ort saß der Muttervogel auf seinem Nest – in perfektem Frieden.
Welches Bild gewann den Preis?
Der König wählte das zweite Bild und begründete das so: „Lasst Euch nicht von schönen Bildern in die Irre führen: Frieden braucht es nicht dort, wo es keine Probleme und keine Kämpfe gibt. Wirklicher Frieden bringt Hoffnung, und heißt vor allem, auch unter schwierigsten Umständen und größten Herausforderungen, ruhig und friedlich im eigenen Herzen zu bleiben.“

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