Lesungen          Gottesdienste

Gremienwahlen im nächsten Jahr

Der Termin der nächsten Kirchenvorstands- und Pfarrgemeinderatswahlen ist von Bischof Franz-Josef Bode festgelegt worden. Die Wahlen finden am 5. und 6. November 2022 statt. Das Motto der Wahlen lautet: „Deine Stimme - gerade jetzt!“.
Materialien und nähere Informationen folgen sobald wie möglich. Im Januar wird sich die AG der Pfarrgemeideräte, voraussichtlich verstäkt von Vertretern aus den Vorstäden der PGRs und der KVs schon einmal mit dem Thema befassen.

Aktion #jetzthoffnungschenken

Die Zahlen sind erschreckend: Jede vierte Person in Deutschland fühlt sich einsam. Und es sind nicht nur ältere Menschen betroffen. Einsamkeit ist ein gesamtgesellschaftliches Problem – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft. Dabei reichen oft nur kleine Gesten wie ein Lächeln, ein freundliches Wort, ein offenes Ohr oder etwas Zeit, um seinem Gegenüber Hoffnung zu schenken. Mit der Aktion #jetzthoffnungschenken will das Katholische Medienhaus in Bonn gemeinsam mit zahlreichen katholischen Bistümern, Hilfswerken, Verbänden und Orden im Advent 2021 einen Beitrag gegen Einsamkeit leisten. Erfahren Sie mehr auf jetzt https://www.jetzthoffnungschenken.de

Dieser Beitrag fand sich heute, am 2.12. auf www.katholisch.de und ist, wie ich finde, eine hilfreiche Geste für alle, die sich so fühlen oder jemand kennen, für den dieses Angebot passend wäre.

Advent, Advent – ein virtueller Domrundgang

In diesem Advent wartet eine ganz besondere Überraschung auf alle Freunde des Osnabrücker Doms: ein virtueller Rundgang durch St. Petrus mit interaktiven Elementen! An jedem Adventssonntag wird ein weiterer Abschnitt im Dom zugänglich gemacht – und Heilig Abend können Sie dann etwas ganz Besonderes bei Ihrer 360°-Tour im Dom entdecken!
Egal ob unterwegs mit dem Smartphone oder am Computer zuhause: Nun können Sie den Osnabrücker Dom auch virtuell und zu jeder Zeit erkunden. Schon jetzt gibt es vor dem Dom viel zu lernen: Warum sind die beiden Türme an der Westfassade unterschiedlich groß? Und sah der Dom schon immer so aus? Während Sie den Dom von außen betrachten, können Sie dem Glockenläuten lauschen. Im Inneren des Doms warten ab dem ersten Advent weitere spannende Einblicke, denn dann öffnet sich das Haupt-Portal des Doms ..                    Bild: Bistum Osnabrück

Klicken Sie einfach hier und schon startet der Rundgang. Viel Spaß dabei!

 

 

Klausurtagung der Dekanatspastoralkonferenz

Einen spannenden Studientag mit Prof. Seewald verbrachte das Dekanat Ostfriesland während seiner Dekanatsklausur. "Gibt es eine Domengeschichte? Können Dogmen sich weiterentwickeln - bzw. müssen sie es tun? Wie ist das Verhältnis von Geschichte und identitären Ausagen, oder anders gesagt von Christlicher Botschaft und ihrer Rezeption in der Tradition?" - das waren interessante Fragestellungen, die ja auch an den Nerv der heutigen Auseinandersetzungen zum Bespiel in den so kontrovers diskutierten Themen Frauenordination oder auch Homosexualität geht. Entscheidend ist aber immer auch, welche kirchenpolitischen Folgerungen aus den Ergebnissen dogmatischer Untersuchungen und ihren Ergebnissen gezogen werden. Da besteht kein Automatismus, ja manchmal auch eine Verweigerungshaltung mit Verweis auf eine so gesehene "wahre Tradition" . Es gab lebhafte Nachfragen und Diskussionsbeiträge, die zeigen, das die Beschäftigung mit Lehre und Dogmatik keine staubtrockene Sache sein muss. Im Anschluß an den Studientag folgten die Konferenzplanung für das Jahr 2022 und etliche Absprachen zu verschiedenen Themen und Terminen.
Michael Seewald (* 1987 in Saarbrücken) ist ein deutsch-französischer katholischer Geistlicher und Hochschullehrer. Er ist seit 2016 Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Bild: Uni Münster

Brief des Generalvikars zum aktuellen Verdachtsfall des sexuellen Missbrauchs

Es ist wieder passiert , nein besser, es ist wieder herausgekommen. Und wenn die Anschuldigungen stimmen, git es einen aktuellen Fall des sexuellen Missbrauchs im Bistum. Dazu schreibt der Generalvikar an alle Mitarbeitenden im Bistum einen Brief, der hier veröfffentlich wird:

"Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum Osnabrück,
liebe Mitbrüder und Mitschwestern,
entsetzt reagieren wir auf die Nachricht von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen einen unserer Pfarrer im Zusammenhang mit der Verwendung kinderpornografischen Materials. Uns alle trifft das auch persönlich, wir sind angefragt in unserer Loyalität zur Institution Kirche, in unseren Glaubensgrundsätzen und in unserem Wunsch und Mühen, Schutzräume für Kinder und Jugendliche zu schaffen und sexualisierter Gewalt keinen Raum zu geben. Die Nachricht, die uns Ende vergangener Woche erreicht hat, ist wie ein Beben durch unser Bistum gegangen. Zahlreiche Reaktionen haben mich und unseren Bischof persönlich erreicht, aber auch Sie und Ihr alle werdet viele dieser Reaktionen erhalten. Einige der aufgeworfenen Fragen werden Sie vermutlich auch selbst bewegen. Ich möchte Sie ermutigen, gerade auch in dieser erneut schweren Situation miteinander ins Gespräch zu kommen und im Gespräch zu bleiben. Tauschen Sie sich aus, sprechen Sie einander an und wenden Sie sich auch an Ihre Vorgesetzten. Darüber hinaus stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zum persönlichen Gespräch offen, die unser Referat für Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatung in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle für Supervision koordiniert. Die Kontaktdaten finden Sie unten. Mit diesem Schreiben möchte ich Ihnen zudem noch einmal transparent machen, wie das Bistum im Rahmen unseres diözesanen Schutzprozesses vorgeht und welche konkreten Schritte auch in diesem Fall unternommen wurden und werden.
Die Arbeitsgruppe Intervention
Unmittelbar nachdem sich der Pfarrer mit der Information an den Bischof gewandt hatte, dass staatsanwaltlich gegen ihn ermittelt werde, hat der Bischof den Pfarrer bis auf weiteres von allen kirchlichen Aufgaben entbunden und die Koordinierungsinstanz des diözesanen Schutzprozesses sowie die Arbeitsgruppe Intervention beauftragt, tätig zu werden. Die AG Intervention hat daraufhin die notwendigen ersten Schritte zur Information und Begleitung der direkt und indirekt betroffenen Personen und Systeme eingeleitet. Dazu gehören die Mitarbeiter*innen und Gremien der betroffenen Gemeinde und Einrichtungen, die Gemeindeöffentlichkeit sowie die Presse und die allgemeine Öffentlichkeit. So sind Vertreter*innen des Bistums zunächst in persönliche Gespräche mit dem Pastoralteam und den Gemeindegremien vor Ort gegangen, um anschließend in allen Samstags- und Sonntagsgottesdiensten der Pfarrei ebenfalls persönlich zu informieren und für Gespräche zur Verfügung zu stehen. Parallel zu den Gemeindegottesdiensten wurde die Mitarbeiterschaft des Bistums sowie die Presse durch Mitteilung und Veröffentlichung im Netz informiert.
Domkapitular und Stadtdechant Martin Schomaker wurde vom Bischof mit der vorübergehenden Leitung der Pfarrei beauftragt. Auch in den nächsten Tagen und Wochen stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums zur Begleitung der so genannten „irritierten Systeme“ zur Verfügung. Zudem hält das Bistum den Kontakt zum beschuldigten Pfarrer. Die AG Intervention koordiniert die weiterhin erforderlichen Maßnahmen.
Die Kirchengemeinde
Die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte der betroffenen Kirchengemeinde haben sich trotz großer persönlicher Betroffenheit unmittelbar und höchst engagiert bereits an den ersten Schritten beteiligt und nehmen die Gestaltung des weiteren Weges sehr tatkräftig zunehmend in die eigenen Hände. So geht die Kirchengemeinde selbst sehr transparent und offen mit der eigenen Situation um und macht inzwischen ihrerseits Gesprächsangebote. Eine erste Stellungnahme aus der Pfarrei finden Sie zum Beispiel im Internet unter https://st-elisabeth-osnabrueck.de/
Das weitere Verfahren
Die weitere Aufklärung der Vorwürfe gegen den beschuldigten Pfarrer liegt in Händen der Staatsanwaltschaft Hannover. Zu welchen Ergebnissen dieses Verfahren führt, können wir derzeit nicht absehen. Zeitnah wird unser Bischof die entsprechende Stelle bei der Glaubenskongregation in Rom über den Vorgang informieren. Sobald die Verfahren abgeschlossen sind, wird die Arbeitsgruppe zum Umgang mit Tätern und Beschuldigten im diözesanen Schutzprozess beraten, welche weiteren kirchlichen Konsequenzen für den Pfarrer zu ziehen sind. Aus meiner Sicht wäre jedoch ein weiterer Einsatz in der Pastoral ausgeschlossen, falls sich der Verdacht bestätigt.
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
in den letzten Tagen haben viele Kolleginnen und Kollegen im Bistum mit viel Engagement und Einsatz einen hervorragenden Dienst geleistet, um uns allen durch diese Situation zu helfen. Besonders möchte ich die vielen Engagierten im Schutzprozess nennen, die neben den oben beschriebenen Vorgängen auch die allgemeine Prävention und Aufklärung, die Unterstützung von Betroffenen sexualisierter und geistlicher Gewalt sowie die drängenden systemischen Fragen permanent vorantreiben. Auch wenn es ein sehr trauriger Anlass ist, zeigt sich, dass die vereinbarten Prozesse und Abläufe greifen und uns Allen Hilfe sind, mit dieser Herausforderung umzugehen. Für diesen großen Einsatz und die vielen kleinen und großen Dinge, die Sie alle in dieser Zeit eingebracht haben und einbringen werden, möchte ich von Herzen danken."

In Verbundenheit

Ihr Ulrich Beckwermert, Generalvikar

20.000 Postkarten an den Papst

Die Initiative Maria 2.0 bleibt aktiv, hat auch in unserem Dekanat Mitwirkende und geht auch ungewöhnliche Wege. Dazu erreichte die Redaktion folgende Mitteilung:
Aus Anlass der Eröffnung der Weltsynode – bei der es um eine synodale Kirche gehen soll – fordert die deutschlandweite Bewegung Maria 2.0 mit einer groß angelegten Postkartenaktion Papst Franziskus auf • die systemischen Ursachen sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirch anzugehen und zu ändern, • hermetische Kleriker-Bünde aufzulösen, die zur Vertuschung der sexualisierten Gewalt beigetragen haben, • Frauen die ihnen von Gott gegebenen priesterlichen Berufungen in der römisch - katholischen Kirche nicht länger zu verwehren und sie an der kirchlichen Macht und am Weiheamt teilhaben zu lassen, • in der weltweiten Synode genau diese Probleme mit aufzugreifen und Frauen in diesen Prozess mit einzubeziehen, damit das Ausbluten der katholischen Kirche, speziell hier in Deutschland, gestoppt werden kann.
Maria 2.0 steht für eine jesuanische Kirche, deren Wirklichkeit wieder etwas mit geltendem Menschenrecht und der Lebenswirklichkeit des Jahres 2021 zu tun hat. Synodalität bedeutet für uns, dass ALLE gemeinsam auf dem Weg sind. Soll das gelingen, dürfen Frauen auf allen Ebenen nicht länger ausgeschlossen werden.
Um diese wie auch die anderen Forderungen von Maria 2.0 zu untermauern, werden in der ersten Novemberwoche rund 20.000 Postkarten nach Rom an Papst Franziskus verschickt. Die Postkarte wurde von der Hamburger Maria 2.0-Gruppe entworfen. Viele Maria 2.0 Gruppen und Unterstützer*innen des bundesweiten Maria 2.0 Netzwerks waren von der Idee begeistert und schlossen sich der Aktion an, so dass die Postkarten nun von vielen Orten aus dem ganzen Bundesgebiet versandt werden.
Maria 2.0 macht immer wieder durch regionale und überregionale Protestaktionen patriarchale und klerikale Strukturen der katholischen Kirche sichtbar; zuletzt anlässlich der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda (September 2021) und der zweiten Synodalversammlung des synodalen Wegs in Frankfurt (Oktober 2021). Sie wird auch auf dem Katholikentag 2022 in Stuttgart Ansprechpartnerin sein.

Synodalität normalisieren: Der Weg entsteht beim Gehen

Am Wochenende hat in den Bistümern die Auftaktphase der Weltsynode begonnen. Julia Knop mahnt, diesen Beiteiligungsaufruf nicht als Last zu verstehen, sondern als Chance. Es gehe darum, Synodalität zur kirchlichen Normalität werden zu lassen.

Manchmal ist der Weg das Ziel, zumindest ein Teil davon. Eine Kirche, die synodal werden will, muss sich auf den Weg machen, darf Probleme nicht aussitzen. Der Weg entsteht beim Gehen – doch er entgeht beim Stehen, so ein aus einem Versprecher geborenes geflügeltes Wort der zweiten Vollversammlung des Synodalen Wegs neulich in Frankfurt.
Mit der römischen Bischofssynode zur Synodalität hat der Papst nicht nur die Bischöfe, sondern die ganze Kirche auf synodale Wege geschickt. Die am Sonntag eröffnete Phase der diözesanen Beratung ist ambitionierter als es die reichlich theoretischen Fragebögen der vergangenen Bischofssynoden waren. Sie will nicht Informationen sammeln, sondern einen Kulturwandel initiieren. Es geht um eine "synodale Bekehrung", heißt es im Vorbereitungsdokument: eine Kirche zu werden, die ohne Exklusionen auskommt, die "partizipative Weisen der Ausübung der Verantwortung" ausprobiert und selbstkritisch überprüft, "wie in der Kirche die Verantwortung und die Macht gelebt werden", um unheilvolle Strukturen "umzuwandeln". Kirche soll "glaubwürdiges Subjekt und verlässlicher Partner" werden für sozialen Zusammenhalt, "Inklusion und Teilhabe, den Wiederaufbau der Demokratie, die Förderung der Geschwisterlichkeit".
Das Vademecum benennt eine Reihe hilfreicher Operatoren für die diözesane Beratung: Rollenklärung des Bischofs, eine gute Prozessmoderation durch ein gemischtes Team, aktiv gestaltete Schritte, Transparenz und Partizipation aller von der Beratung bis zur kurzen Zwischenbilanz, die die Bistümer nach den ersten Metern dieses Weges Anfang 2022 erstellen sollen. Weg und Ziel zugleich sei es, ehrlich wahrzunehmen, wie Kirche vor Ort erlebt wird, was im Glauben hilft, welche Schwierigkeiten und Verletzungen kirchliche Erfahrungen aber auch hervorrufen. Und in all dem gut zu hören, welche "Perspektiven der Veränderung"sich vor Ort auftun. Darin werde "die Stimme des Heiligen Geistes hörbar".
Vieles davon geschieht längst und muss unbedingt eingebracht werden – auf dem Synodalen Weg in Deutschland, in Gremien und Verbänden, im Gespräch untereinander. Bis zu einer synodalen Kultur, in der eine solche Vergewisserung kein Krisenphänomen, sondern Normalität ist, ist es aber noch ein gutes Stück Wegs. Umso wichtiger, die jetzige Phase der Weltsynode nicht als weitere Last im Konferenzmarathon wahrzunehmen und erschöpft stehenzubleiben, sondern diese Chance zum Aufbruch zu nutzen. Der Weg entsteht beim Gehen.

Von Julia Knop, Professorin für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt. Quelle: www.katholisch.de am 20.10.2021

Bistum Osnabrück gibt neuen monatlichen E-Mail-Newsletter heraus

„Gott sei Dank“ heißt der neue Newsletter des Bistums Osnabrück. Jeden Monat informiert er kostenlos per E-Mail über Themen rund um den Glauben und das Leben. Das Format liefert hilfreiche Tipps, Termine und geistreiche Impulse. So schreibt beispielsweise Autorin Andrea Schwarz in der ersten Ausgabe einen Impuls über „Anstößiges“ und Bischof Franz-Josef Bode erzählt, wann er gegen den Strom schwimmt. Außerdem berichten zwei Engagierte aus dem Bistum, wie sie Nachhaltigkeit im Alltag leben. Anmelden kann man sich für das neue Angebot unter www.bistum-osnabrueck.de/newsletter (Bild: Bistum Osnabrück)

 

 

Neuer Pastor für Esens ernannt

In der Pfarreiengemeinschaft "Küste" ist nach dem Weggang von Pastor Risse ein neuer Pastor mit Wohnsitz im Pfarrhaus in Esens ernannt. Es ist ein Altbekannter, der aus Aurich stammende Rüdiger With, der bereits in Jugendgruppenzeiten und als "Strakoki" (Strandkorbkirche) 1979 sechs Wochen mit einem Team in Neuharlingersiel in der Urlauberseelsorge ein Praktikum absolvierte. Rüdiger With war in den letzten Ajnre schon einmal ein paar Jahre Pfarrer auf Borkum und zuletzt , nach seiner Promotion, die er im Bereich "Ökumene" bei Prof. Dr. Dorothea Sattler erreichte, in der Studenten- und Gemeindeseelsorge in Emden eingesetzt.  Seinen Dienst tritt er zum 1.1.2022 an.

 

 

Kirchliche Statistik für die Diözese Osnabrück 2020

Jedes Jahr werden die Amtshandlungen, die Zahl der Gottesdienstbesuche, Austritte, Ein- und Übertritte, sowie die Erlöse von Spendenaktionen in den Bistümern öffentlich gemacht. So auch für das zurückliegende Jahr 2020. Daraus lassen sich die Tendenzen für die nächste Zeit auslesen, was in Vielem die Sorgenfalten wachsen lässt, was aber da und dort Hoffungssignale setzt. Die einzelnen Zahlenwerte für alle Dekanate des Bistums, dann aber auch für die einzelnen Gemeinden, z.B. unseres Dekanats, sind als Anhang im Pdf-Format zu ersehen.

 

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Wenn eine tolle Idee die richtige Sprache findet …

Pflegt die Kirche eine elitäre Machtsprache? Den Vorwurf Drewermanns hält Thomas Winkel für zutreffend. Um auch nicht-religiöse Adressaten zu erreichen, fordert er: Fachsprache bitte nur da, wo unbedingt nötig – und Alltagssprache wann immer möglich.

Stell' dir vor, es gibt eine tolle Idee und niemand hört hin … Dann lässt sich herrlich jammern über "die Jugend von heute" oder über Menschen, denen anderes anscheinend wichtiger ist. Und die ach so wenig Vor-Wissen mitbringen, dass die tolle Botschaft buchstäblich nicht ankommt. Als ob!
Natürlich stellen sich auch heute viele die großen Fragen des Lebens, wie nicht nur der Boom bei Romanen zeigt: Fragen um Liebe und Verzeihen, um Schuld und Scheitern, um ein faires Miteinander und den Erhalt der Natur bis hin zur tödlichen Flutkatastrophe. Ja, und auch die Frage, ob es nicht mehr gibt als das, was sich unter dem Mikroskop im Labor oder über das Teleskop im All nachweisen lässt.
Stell' dir vor, du bringst deine Idee mal anders rüber: ohne leere Worthülsen, ohne Fachausdrücke – so dass auch Teenies und Twens sich verstanden fühlen, die Marktfrau hinhört und der Handwerker im Blaumann. Die Uni Erfurt will jetzt dazu beitragen, genauer ihre Katholisch-Theologische Fakultät. Wer dort studiert, soll künftig auch lernen, religiöse Inhalte für Adressaten aufzubereiten, die nicht religiös sind. Ich finde das spannend – und das Prinzip könnte zu einem Modell werden für die Rede (auch) von Gott in einer modernen, fast religionslosen Gesellschaft.
Da ist noch viel Luft nach oben. Gerade erst hat Eugen Drewermann der Theologie ein mieses Zeugnis ausgestellt (und in diesem Punkt hat er mal weitgehend Recht): Sie pflege die Machtsprache einer gebildeten Schicht, "die nur noch zum Nachsprechen weitergegeben wird". Trost sei damit nicht mehr möglich – einer der schlimmsten Vorwürfe, den man einer Religion machen kann.
Hier will ein Kardinal "dem Völkerapostel sekundieren", da fordern Funktionäre allen Ernstes "eine breitere sakramententheologische Reflexion" über Liebesbeziehungen, dort fürchtet ein Bischof, das Wort Glaube vermittle nicht die volle Bedeutung des griechischen Begriffs "Kerygma". Ja, mag sein – aber hundertprozentige Präzision ist im Atomkraftwerk, im Cockpit und am OP-Tisch angesagt, wahrscheinlich auch im theologischen Doktorandenseminar des Elfenbeinturms Uni. Doch im Gespräch mit Patienten und Passagieren ist dann vor allem Verständlichkeit gefragt, ebenso wie auf Plätzen und in Massenmedien. Also Fachsprache bitte nur da, wo unbedingt nötig – und Alltagssprache immer da, wo möglich.
Stell' dir vor, du hast eine tolle Botschaft und sprichst die Sprache der Menschen … So verstandene Theologie könnte nicht nur in Erfurt Schule machen. Schlicht und einfach: Denn am Anfang ist das Wort.

Der Autor: Thomas Winkel ist Chef vom Dienst der Katholischen Nachrichten-Agentur in Bonn.
Quelle des Textes: www.katholisch.de am 29.7.2021 Bild: pieter_bruegel_the_elder_the_tower_of_babel_google_art_project_cc0-gemeinfrei_wikimedia_pfarrbriefservice.jpg

Das Diözesanforum Seniorenarbeit hat einen neuen Vorstand gewählt

Auf der Diözesanversammlung trafen sich am 13.07.2021 die Dekanatsprecher*innen der Seniorengruppen aus dem Bistum Osnabrück und stärkten ihre Ehrenamtsvertretung auf Bistumsebene durch eine einstimmige Wahl des neuen Vorstands.
Im Vorstand sind nun
- Hiltrud Roelfes (EL-Süd)
- Herman Schröder (EL-Mitte)
- Beate Kulmann (OS-Stadt)                          
- Johanes Telkman (Bentheim) und aus unserem Dekanat - Stephan Fielers aus Emden.
Ergänzt wird der Vorstand durch Monika Sewöster-Lumme (CKD) und Vertretung des AK Altenpastoral
und Christiane van Melis (BGV-Seelsorgeamt) mit der Geschäftsführung. Der Vorstand vertritt ca. 300 Seniorengruppen im Bistum und setzt sich für die Wertschätzung der Glaubens- und Lebenserfahrung der Senioren im Bereich der Kirche ein. Engagiert wurde beraten, wie die Seniorenarbeit vor Ort nach dem coronabedingten Rückzug wieder in die Begegnung geführt werden kann.

Auf www.katholisch.de findet sich am 24.Juni ein interessantes Interview mit Ragina Laudage-Kleeberg aus dem Bistum Essen, die ein spannendes Internetportal auf den Weg gebracht hat: www.kirchenkrise.de 

Die Kirchenkrise auf den Punkt bringen: Neues Fragenportal geht online

Fragen können helfen, ein Problem genauer zu erkennen. Das gelte auch in der Kirchenkrise, sagt Regina Laudage-Kleeberg und hat dafür ein eigenes Onlineportal eröffnet. Im Interview erzählt sie, was sie sich von einer Kirche erhofft, die sich selbst hinterfragt.
Regina Laudage-Kleeberg ist überzeugt: Es gibt viele frustrierte Gläubige, die ihrer Kirche in der Krise gerne das ein oder andere sagen würden – aber die Hürde der offiziellen Kommunikationswege ist oft zu hoch. Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit im Bistum Essen hat die Religionswissenschaftlerin deshalb das Onlineportal "kirchenkrise.de" auf den Weg gebracht. Dort kann jeder formulieren, was er die Kirche und ihre Amtsträger schon lange fragen wollte. Im Interview mit katholisch.de spricht Laudage-Kleeberg darüber, warum sie die Aktion nicht als Abrechnung versteht, sondern als neuen gesprächsbeginn.
Frage: Frau Laudage-Kleeberg, auf Ihrer neuen Seite "kirchenkrise.de" schreiben Sie, dass sie sich immer noch Antworten von der Kirche erhoffen. Liegt nicht gerade hier das Problem, dass die Kirche viel zu lange eindeutige Antworten gegeben hat und definieren wollte, was der Wille Gottes, was richtig und was falsch ist?
Laudage-Kleeberg: Ja, da haben Sie recht. Es gibt eine Vielzahl von überreglementierenden Antworten aus der katholischen Kirche. Aber was es nicht gibt, sind zufriedenstellende Antworten. Und auf solche warte ich immer noch, das versuche ich zu sagen. Viele Menschen sind, glaube ich, ziemlich vereinzelt mit ihrem Frust und mit ihren Fragen an die katholische Kirche. Meine Hoffnung ist, dass Fragen dazu führen könnten, deutlich zu machen: Ich will übrigens noch was von dir. Ich stelle jemandem ja keine Frage, um ein Gespräch zu beenden. Sondern ich stelle die Frage, weil ich ein Gespräch führen oder sogar neu beginnen will.
Frage: Viele der Fragen, die in der kirchlichen Reformdebatte diskutiert werden und die vermutlich auch auf Ihrer Seite auftauchen werden, sind ja seit Jahrzehnten sehr ähnlich. Warum dringen sie in der Amtskirche so wenig durch?
Laudage-Kleeberg: Ich glaube, die Fragen dringen heute mehr durch als etwa noch vor 30 Jahren. Ganz viele Menschen in der katholischen Kirche haben den Veränderungsdruck klar erkannt und ich habe den Eindruck, da sind heute auch Bischöfe dabei, die das sehr genau verstanden haben. Auf der anderen Seite gibt es aber eine – ich sage mal – klammernde Faust aus dem Vatikan oder aus bestimmten konservativen Kreisen, die es verhindert, dass die Kirche in diesen Fragen vorankommt. Das Ergebnis dieser katastrophalen Situation ist, dass die Menschen ihre Freiheit ernst nehmen und gehen. Die Kirchenkrise, in der wir stecken, ist allen sehr bewusst. Daher musste ich doch etwas schmunzeln, dass die Internetadresse "Kirchenkrise" noch nicht mal vergeben war.

Weiterlesen: Kirchenkrise

Ökumenische Initiative „Ich brauche Segen“

Die Pandemie bringt viele Menschen an ihre Grenzen. Viele sehnen sich nach Kraft, Ermutigung und Momenten zum Durchatmen. Ein Segen ist so eine Kraftquelle – eine erlebbare Verbindung zwischen Himmel und Erde.
Die ökumenische Initiative „Ich brauche Segen“ möchte in dieser Zeit neue Kraft spenden und mitten im Alltag „Segenstankstellen“ aufstellen. Ein goldfarbener Aufkleber mit dem schlichten Satz „Ich brauche Segen“ führt über einen QR-Code, bzw. die Internetseite www.segen.jetzt auf Segensworte, die gelesen oder als Audio zugesprochen werden können - und Menschen spüren, wie gut ist es ist, ein Wort des Zuspruchs und der Bestärkung, der Ermutigung und der Zuversicht gesagt zu bekommen.
Segen ist Gottes ermutigendes Wort an jede und jeden von uns. Segen macht die gute Botschaft Gottes für jeden Menschen spürbar und ist ein Ausdruck der Bekräftigung auf unseren vielfältigen Wegen und in den unterschiedlichen Situationen im Alltag. Die bundesweite ökumenische Aktion „Ich brauche Segen“, die auch unser Bistum unterstützt, möchte mit Segensaufklebern und kleinen Segensplakaten Segen schenken und zusprechen. Das geschieht über einen QR-Code, der auf die Website www.segen.jetzt leitet. Hier gibt es dann lesbar und auch hörbar verschiedene Segenssprüche. Diese Aufkleber und Plakate sind so etwas wie „Segenstankstellen“ im Alltag. Sie können an verschiedenen Orten zu finden sein, z.B. beim Bäcker oder der Eisdiele, an einem Auto oder Fahrrad, an einer Laterne, dem Gemeindeschaukasten oder der Kita-Tür, … Der Segensaufkleber kann aber auch an konkrete Menschen verschenkt werden, die gerade jetzt so ein Segenswort brauchen. Die Gemeinden erhalten Anfang Juni eine geringe Anzahl von Segensaufklebern und Mini-Plakaten. Weitere Aufkleber und Mini-Plakate können direkt über die Homepage der Marburger Medien erworben werden (www.shop.marburger-medien.de). Hier finden sich auch weitere Informationen und Material zur Aktion.

Matthias Sellmann: Was fehlt, wenn die Christen fehlen? - Religiöser Buchtipp des Monats April 2021

Der Bochumer Theologe Matthias Sellmann versucht in diesem Buch, Christsein so auf den Punkt zu bringen, dass für Christen und Nicht-Christen deutlich wird, welche Lücke das Christentum hinterlassen würde, wenn es verschwindet. Dreh- und Angelpunkt für seinen Gedankengang sind die Aufgaben, die jeder Mensch zu bewältigen hat: erwachsen werden, einen Beruf ergreifen, eine*n Partner*in finden, mit Schicksalsschlägen klarkommen usw. Dabei sind alle Menschen auf Hilfe angewiesen; niemand kann das allein. Das Christentum kann eine solche Hilfe sein, weil es wichtige Kompetenzen dafür vermittelt.
Die Kurzformel christlicher Lebensweisheit
Die Kurzformel, die Sellmann für die Lebensweisheit Christentum ausgebrütet hat, hört sich beim ersten Lesen etwas sperrig an: „Christsein ist eine bestimmte, nämlich geistliche Form von Klugheit (phronesis). Diese Klugheit motiviert zu drei Kompetenzen, die sich im Vollzug dauernd wechselseitig ergänzen: immer weniger wegrennen (physis); aus sich herauskommen (kenosis); Kraft von außen aufnehmen (dynamis).“
Die Kurzformel basiert auf einer Passage aus dem Paulus-Brief an die Philipper (Phil 2,5-11: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest ...“). Daher stammen auch die griechischen Worte, auf die Sellmann nicht verzichten möchte. Er illustriert sie außerdem am Beispiel dreier Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: Dietrich Bonhoeffer, Chiara Lubich und Madeleine Dêlbrel.
Und weil das gedruckte Wort heute allein nicht ausreicht, hat Sellmann mit dem Bochumer Zentrum für angewandte Pastoral die Kurzformel in Musik gefasst, eine Talkshow dazu produziert (beides auf youtube) und – tatsächlich! – Düfte entwerfen lassen. Die dem Buch beiliegende Karte duftet z.B. nach geistlicher Klugheit. Sie werden überrascht sein, wie frisch das riecht!
Anstoß für die Suche nach der eigenen Formel
Es sei nicht verschwiegen, dass die Lektüre eine gewisse Anstrengungsbereitschaft verlangt. Denn die Sprache schillert zwischen dem lockeren Stil eines Blogs und der Sprache eines Menschen, der leidenschaftlich Theologe und Sozialwissenschaftler ist. Das sollte aber niemanden davon abhalten, sich in das Buch zu vertiefen, denn es trägt dazu bei, das Wesentliche des Christseins nicht aus den Augen zu verlieren. Vielleicht inspiriert die Sellmannsche Kurzformel ja Leser*innen dazu, ihre eigene Formel zu entwickeln. (Borromäusverein)
Matthias Sellmann: Was fehlt, wenn die Christen fehlen?. Eine „Kurzformel“ ihres Glaubens. - Würzburg: echter 2020. - 128 Seiten; 9,90 €   Bild: Cover_202104_by_echter_verlag_by Pfarrbriefservide.de Text: Borromäusverein in: Pfarrbriefservice.de

Wieder Taschen, Stolen, Buchhüllen aus Hungertüchern

Vor drei Jahren hatten wir an verschiedenen Orten im Dekanat Ausstellungen mit den bisher erschienenen MISEREOR-Hugertüchern. In Zusammenhang damit wurden viele der alten, großen und nicht mehr gebrauchten Hungertücher genutzt, um daraus Taschen, Buchhüllen und auch Stolen zu schneidern. Dies geschah in den Nähwerkstätten der sozialen Kaufhäuser und erfüllte damit einen doppelten Zweck: Übung für die dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Einnahmen für die sozialen Kaufhäuser, die zwar auch durch die Arbeitsämter/Jobcenter unterstützt werden, aber eben auch selbst einen Teil erwirtschaften müssen. Jetzt sind wieder neue Produkte entstanden, die man direkt über Stefanie Holle, Geschäftsführerin der Caritas Ostfriesland bestellen kann. Auf Wunsch werden auch wieder Stolen angefertigt. Dazu setzen Sie sich bitte direkt mit Stefanie Holle in Verbindung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

#beziehungsweise: jüdisch und christlich –näher als du denkst!

Im Jahr 2021 können wir auf 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland zurückblicken. Aus diesem Anlass wird es ein Festjahr geben, an dem die Kirchen sich mit der ökumenisch verantworteten Kampagne „#beziehungsweise: jüdisch und christlich -näher als du denkst“ beteiligen. Diese möchte dazu anregen, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahrzunehmen. Auch und gerade im Blick auf die Feste wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. Mit dem Stichwort „beziehungsweise“ soll der Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis in ihrer gelenkt werden. Aktuell finden wir uns dabei in einer gesellschaftlichen Situation wieder, die durch ein Erstarken von Antisemitismus und weiterer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit geprägt ist. Übergriffe gegen jüdische Bürger*innen, Hetze und Verschwörungsmythen in den Sozialen Medien nehmen weiterhin zu.In einer respektvollen Bezugnahme auf das Judentum, die zur positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregt, will die Kampagne auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten.Das Bistum Osnabrück unterstützt diese Kampagne. Von Januar 2021 bis Januar 2022 werden im monatlichen Wechsel Plakate zur Veröffentlichung in Schaukästen oder an Schwarzen Brettern zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen finden Sie unter: https://bistum-osnabrueck.de/beziehungsweise-juedisch-und-christlich-naeher-als-du-denkst/

Angesagt statt Abgesagt

Abgesagt!
Heißt es wieder.

Abgesagt!
Ist wieder angesagt.                                                                  Abgesagt!                                                                              

Die Feiern, die Feste,
die Besprechungen,
die Versammlungen,
die religiösen Angebote …

Nicht abgesagt!
Die Hoffnung,
dass wir es
auch diesmal schaffen.

Nicht abgesagt!
Die Liebe und Nähe,
die trotz allem Abgesagten
zwischen uns fließen kann.

Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de

Anfrage zu Taufpaten - Hat das Amt noch Sinn?

Im letzten Kirchenboten fand sich ein Artikel, der viele junge Eltern angeht, die ihr Kind taufen lassen wollen und vor der Frage stehen, wie sie mit dem Thema "Paten" umgehen sollen. Deshalb hier der Abdruck des Artikels für die, die den KIBO nicht beziehen:

Ein Kind wird getauft.Damit ein Kind getauft werden kann, braucht es nicht unbedingt einen Taufpaten. Tradition hat das Amt dennoch.

Wenn ein Kind getauft werden soll, ist die Suche nach Taufpaten nicht immer einfach. Wer soll? Wer darf? Warum gibt’s die überhaupt? Und: Geht’s nicht auch ohne? Ein italienisches Bistum hat Anfang August auf sich aufmerksam gemacht, weil es die Taufpaten abschafft – zumindest auf Probe für die kommenden drei Jahre. Warum? Weil der Bischof und sein Bistum der Meinung sind, dass das Patenamt seinen Sinn verloren hat. Den Sinn des Patenamtes findet man in der Frühzeit der Kirche, damals, als Erwachsene zum christlichen Glauben kamen. Jedem, der sich taufen lassen wollte, wurde ein erprobter Christ – bei Frauen gewöhnlich eine Christin – an die Seite gestellt, um den Bewerber in den Glauben einzuführen. Die Zeit der geistlichen Einführung, das sogenannte Katechumenat, dauerte lange, oft ein ganzes Jahr von Ostern bis Ostern – da wächst Beziehung. Deshalb führte der Pate seinen Täufling nicht nur zur Taufe, sondern blieb ihm auch danach ein treuer Begleiter in Lebens- und in Glaubensfragen.
Als die Kirche später zur Kindertaufe überging, verlor das Patenamt seinen praktischen Sinn, denn für eine Einführung in den Glauben sind vor allem die Eltern zuständig. Wichtig wurde jetzt eine gewisse soziale Verantwortung. So übernahmen Gutsherren Patenschaften und finanzierten zum Beispiel den Schulbesuch. Oder Verwandte erklärten sich mit der Patenschaft bereit, das Kind großzuziehen, falls die Eltern sterben. Das Kirchenrecht definiert die Paten bis heute als Wegbegleiter im Glauben. Deshalb müssen Paten katholisch sein, getauft, gefirmt und dürfen nicht ausgetreten sein. Freunde oder Verwandte, die diese Kriterien nicht erfüllen, können nur als Taufzeugen fungieren (Canon 874 §2). Das passt vielen Eltern nicht, und oft ist es auch schwierig, jemand Passenden zu finden. Zumal die Begleitung im Glauben für viele Familien eben nicht mehr im Vordergrund steht, sondern die persönliche Beziehung zum Kind – und zu den Eltern. Das bemängelt der italienische Bischof – und setzt deshalb das Patenamt aus. Scheitern muss die Taufe daran nicht: Das Patenamt ist gemäß Kirchenrecht nur eine „Kann-Vorschrift“ (Canon 872).

Susanne Haverkamp  Copyright 2020, Kirchenbote  Bild: Klaus Herzog in Pfarrbriefservice.de