Lesungen          Gottesdienste

Das Diözesanforum Seniorenarbeit hat einen neuen Vorstand gewählt

Auf der Diözesanversammlung trafen sich am 13.07.2021 die Dekanatsprecher*innen der Seniorengruppen aus dem Bistum Osnabrück und stärkten ihre Ehrenamtsvertretung auf Bistumsebene durch eine einstimmige Wahl des neuen Vorstands.
Im Vorstand sind nun
- Hiltrud Roelfes (EL-Süd)
- Herman Schröder (EL-Mitte)
- Beate Kulmann (OS-Stadt)                          
- Johanes Telkman (Bentheim) und aus unserem Dekanat - Stephan Fielers aus Emden.
Ergänzt wird der Vorstand durch Monika Sewöster-Lumme (CKD) und Vertretung des AK Altenpastoral
und Christiane van Melis (BGV-Seelsorgeamt) mit der Geschäftsführung. Der Vorstand vertritt ca. 300 Seniorengruppen im Bistum und setzt sich für die Wertschätzung der Glaubens- und Lebenserfahrung der Senioren im Bereich der Kirche ein. Engagiert wurde beraten, wie die Seniorenarbeit vor Ort nach dem coronabedingten Rückzug wieder in die Begegnung geführt werden kann.

Aufruf zur Hilfe für die Opfer der Hochwasserkatastrophe
Bei Bischof Bode kommen schlimme Kindheitserinnerungen wieder hoch

In seinem neusten Blogbeitrag ruft BIschof Bode zur Hilfe und zu Spenden für die Opfer der Hochwasserkatstrophen in NRW, Rheinland-Pfalz und Bayern auf. Er selbst kommt gerade aus dem Urlaub, den er auf einer Flusskreuzfahrt auf dem Rhein durch Holland und Flandern verbracht hat, mit dem Besuch in wunderschönen Städten und wurde dann konfrontiert mit den fürchterlichen Nachrichten au den Katastrophengebieten. Er schreibt:
"Jeden Tag erreichten uns neue Schreckensnachrichten von der großen Flut und ihren verheerenden Folgen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, von den vielen Toten und Vermissten, von den verzweifelten Angehörigen und von all denen, deren Hab und Gut weggerissen und vernichtet wurde. Auf den Tag genau am 16. Juli vor 56 Jahren habe ich in meinem Heimatdorf Etteln bei Paderborn die unheimliche und zerstörerische Kraft ungeheurer Wassermassen erfahren, die ebenfalls von Starkregen freigesetzt wurden. Mein Klavier fiel buchstäblich auseinander, weil es bis über den Deckel im Wasser stand. Der Schlamm durchzog alles, ich hatte kein einziges Schulbuch mehr. Aber das blieb letztlich unbedeutend angesichts der vier Kinder einer Familie – zwischen einem und sieben Jahren alt – und ihrer Oma, die unter dramatischen Umständen vor den Augen der Mutter in den Fluten ertranken. Als der Vater nach Hause kam, lebte nur noch seine Frau. Das alles kam jetzt wieder in mir hoch. Und das Wasser des Rheins stieg und stieg. Unser Schiff musste sich bei der Rückreise durch gewaltige Wassermassen mit Unmengen von Treibgut rheinaufwärts kämpfen. In Emmerich gingen wir wieder an Land. In Duisburg, Düsseldorf oder Köln wäre es nicht möglich gewesen.Wie viele Menschen haben nach den erschütternden Erfahrungen in der Pandemie nun noch dazu diese Katastrophe auszuhalten?! Da bleiben auch ,geschulten‘ Theologen die Worte im Hals stecken. Es bleibt nicht viel mehr als das Gebet – und die Solidarität mit den Betroffenen, auch ganz konkret durch Spenden, die der unmittelbaren Not abhelfen und dem Wiederaufbau zugutekommen.
In unserem Bistum wollen wir am kommenden Wochenende eine Sonderkollekte halten als Zeichen unserer Verbundenheit mit den Opfern. Es mag ein Tropfen auf den heißen Stein sein, und ist dennoch ein wichtiges Zeichen. Herzlich lade ich Sie dazu ein. So können wir die wieder einmal große Hilfsbereitschaft vieler Menschen noch unterstützen. Ich weiß um die aufrichtende und ermutigende Wirkung solcher handfesten Zeichen aus meiner eigenen Erfahrung zu Hause vor 56 Jahren. Schon jetzt auch von mir: DANKE für jede Hilfe!"

Zurzeit geschieht unwahrscheinlich viel an Hilfe vor Ort - aber das Ganze braucht langem Atem - und Geld. Wenn  Sie also mithelfen wollen, dass die Betroffenen wieder an Zukunft glauben können, so  spenden Sie am kommenden Sonntag in die Sondekollekte, oder aber an eines der anderen Konten von Organisiationen, die Hilfe leisten und denen SIe vertrauen:

Aktionsbündnis Katastrophenhilfe
Spendenkonto:
Commerzbank
IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600
BIC: COBADEFFXXX
Stichwort: ZDF Hochwasser
Online-Spenden: aktionsbuendnis-katastrophenhilfe.de

Im Aktionsbündnis Katastrophenhilfe haben sich Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, UNICEF und Diakonie Katastrophenhilfe zusammengeschlossen. Für diesen Spendenaufruf sind Caritas, Deutsches Rotes Kreuz und Diakonie Katastrophenhilfe im Einsatz.

Oder an "Aktion Deutschland Hilft" mit folgendem Konto:

IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30
BIC: BFSWDE33XXX
Bank: Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: ARD/ Hochwasser
www.aktion-deutschland-hilft.de

"Aktion Deutschland Hilft" ist ein Zusammenschluss von 23 deutschen Hilfsorganisationen, darunter action medeor, ADRA, Arbeiter-Samariter-Bund, AWO International, CARE Deutschland, Habitat for Humanity, HELP - Hilfe zur Selbsthilfe, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, World Vision Deutschland, Der Paritätische (darüber aktiv: arche Nova, Bundesverband Rettungshunde, Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners, Hammer Forum, Handicap International, Help Age Deutschland, Kinderverband Global-Care, LandsAid, SODI und Terra Tech)

Überraschung: Dechant Robben geht (aus Leer) und kommt (nach Aurich)

Das war wirklich nicht erwartet worden. War vor zwei Wochen noch die Ankündigung, dass Dechant Dr. Andreas Robben zum 1. September die Pfarreiengemeinschaft Leer verlassen wird und nach einer viermonatigen Auszeit woanders dann wieder als Pfarrer eingesetzt würde, wie eine Bombe eingeschlagen, so gab es gestern ein weiteres Beben. Denn seine neue Stelle als Pfarrer wird er in der Nachfolge von Pfr. Johannes Ehrenbrink in der Pfarreiengemeinschaft Neuauwiewitt antreten. Somit bleibt er auch Dechant, wird in seiner Auszeit in diesem Amt kommissarisch vertreten und bleibt uns im Dekanat erhalten. Das war dann doch mal eine gute Nachricht!
Bereits am 1. September 2021 übernimmt Dennis Pahl, der momentan noch als Dekanatsjugendreferent tätig ist, in der Pfarreiengemeinschaft die neugeschaffene Stelle eines Pastoralen Koordinators.

WEGE DER GEWALTFREIHEIT GEHEN - Dekanat Ostfriesland erinnert an FriedensstifterInnen


In Zeiten , in denen es mehr und mehr knirscht zwischen den politischen Großmächten, in denen Separationsbewegungen stärker werden, Kriege und Bürgerkriege Menschen Angst machen, sie zur Flucht zwingen und auch umbringen, da ist eine Ausstellung des Pax Christi Regionalverbands Osnabrück/Hamburg eine gute Gegenbotschaft. Pax Christi hat dazu auf ihrer Website folgenden Text veröffentlicht:
"In Zeiten zunehmender politischer Spannungen, Polarisierungen und Drohgebärden soll mit der Ausstellung „FriedensstifterInnen“ an Personen erinnert werden, die einen gewaltfreien Weg gegangen sind. Personen wie Mahatma Gandhi oder Martin Luther King sind international bekannt und stehen für Gerechtigkeit und gesellschaftliche Veränderungen, die sie ohne Waffengewalt vorangetrieben haben. Aber auch Personen wie Hildegard Goss-Mayr mit ihrem Wirken auf den Philippinen oder Bischof Romero in Lateinamerika haben Gewalt abgelehnt, jedoch sich nachdrücklich und fantasievoll mit den Benachteiligten für ihre Interessen eingesetzt."
Die Ausstellung auf sieben Plakatplanen auf Bauzäunen mit Gesichtern und markanten Aussagen dieser Personen will ein "eyecatcher" sein, um zu Gesprächen über Friedenswege im Großen wie im Kleinen anzuregen. Sie ist bis zum 22.7. auf dem Kirchengelände in Neustadtgödens zu sehen, danach bis Mitte August auf dem Gelände der Kath. Kirche St. Willehad in Esens.

Auf www.katholisch.de findet sich am 24.Juni ein interessantes Interview mit Ragina Laudage-Kleeberg aus dem Bistum Essen, die ein spannendes Internetportal auf den Weg gebracht hat: www.kirchenkrise.de 

Die Kirchenkrise auf den Punkt bringen: Neues Fragenportal geht online

Fragen können helfen, ein Problem genauer zu erkennen. Das gelte auch in der Kirchenkrise, sagt Regina Laudage-Kleeberg und hat dafür ein eigenes Onlineportal eröffnet. Im Interview erzählt sie, was sie sich von einer Kirche erhofft, die sich selbst hinterfragt.
Regina Laudage-Kleeberg ist überzeugt: Es gibt viele frustrierte Gläubige, die ihrer Kirche in der Krise gerne das ein oder andere sagen würden – aber die Hürde der offiziellen Kommunikationswege ist oft zu hoch. Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit im Bistum Essen hat die Religionswissenschaftlerin deshalb das Onlineportal "kirchenkrise.de" auf den Weg gebracht. Dort kann jeder formulieren, was er die Kirche und ihre Amtsträger schon lange fragen wollte. Im Interview mit katholisch.de spricht Laudage-Kleeberg darüber, warum sie die Aktion nicht als Abrechnung versteht, sondern als neuen gesprächsbeginn.
Frage: Frau Laudage-Kleeberg, auf Ihrer neuen Seite "kirchenkrise.de" schreiben Sie, dass sie sich immer noch Antworten von der Kirche erhoffen. Liegt nicht gerade hier das Problem, dass die Kirche viel zu lange eindeutige Antworten gegeben hat und definieren wollte, was der Wille Gottes, was richtig und was falsch ist?
Laudage-Kleeberg: Ja, da haben Sie recht. Es gibt eine Vielzahl von überreglementierenden Antworten aus der katholischen Kirche. Aber was es nicht gibt, sind zufriedenstellende Antworten. Und auf solche warte ich immer noch, das versuche ich zu sagen. Viele Menschen sind, glaube ich, ziemlich vereinzelt mit ihrem Frust und mit ihren Fragen an die katholische Kirche. Meine Hoffnung ist, dass Fragen dazu führen könnten, deutlich zu machen: Ich will übrigens noch was von dir. Ich stelle jemandem ja keine Frage, um ein Gespräch zu beenden. Sondern ich stelle die Frage, weil ich ein Gespräch führen oder sogar neu beginnen will.
Frage: Viele der Fragen, die in der kirchlichen Reformdebatte diskutiert werden und die vermutlich auch auf Ihrer Seite auftauchen werden, sind ja seit Jahrzehnten sehr ähnlich. Warum dringen sie in der Amtskirche so wenig durch?
Laudage-Kleeberg: Ich glaube, die Fragen dringen heute mehr durch als etwa noch vor 30 Jahren. Ganz viele Menschen in der katholischen Kirche haben den Veränderungsdruck klar erkannt und ich habe den Eindruck, da sind heute auch Bischöfe dabei, die das sehr genau verstanden haben. Auf der anderen Seite gibt es aber eine – ich sage mal – klammernde Faust aus dem Vatikan oder aus bestimmten konservativen Kreisen, die es verhindert, dass die Kirche in diesen Fragen vorankommt. Das Ergebnis dieser katastrophalen Situation ist, dass die Menschen ihre Freiheit ernst nehmen und gehen. Die Kirchenkrise, in der wir stecken, ist allen sehr bewusst. Daher musste ich doch etwas schmunzeln, dass die Internetadresse "Kirchenkrise" noch nicht mal vergeben war.

Weiterlesen: Kirchenkrise

Wieder Personalveränderungen im Dekanat

Das Personalkarussell dreht sich weiter. EIne nächste Maßnahme ist, dass Pastor Marco Risse zum 1.Oktober 2021 zum Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Twist mit den Katholischen Kirchengemeinden St. Georg, Twist / St. Ansgar, Twist / Heilig Kreuz, Twist-Rühlermoor und die Pfarreiengemeinschaft Schöninghsdorf/Hebelermeer mit den Katholischen Kirchengemeinden St. Franziskus, Schöninghsdorf / St. Vinzenz von Paul, Hebelermeer ernannt ist. Von daher wird er Esens, wo er seinen Wohnsitz hat, und insgesamt die Pfarreiengemeinschaft "Küste" verlassen. Das Dekanat wünscht ihm noch eine sommerlich intensive Abschiedszeit an der Küste und dann einen guten Start in die neuen Aufgaben im katholischen Emsland!

Des weiteren wird Pastoralreferent Hans-Jürgen Dicke, Krankenhaus- und Altenheimseelsorger in Leer im Juli in den Ruhestand gehen. Auch ihm für die neue Lebensphase Gottes Segen und interessante weitere Erfahrungswelten für die folgenden Jahre.
Für beide Stellen ist eine Nachfolgeregelung in Aussicht gestellt.

 

Ökumenische Initiative „Ich brauche Segen“

Die Pandemie bringt viele Menschen an ihre Grenzen. Viele sehnen sich nach Kraft, Ermutigung und Momenten zum Durchatmen. Ein Segen ist so eine Kraftquelle – eine erlebbare Verbindung zwischen Himmel und Erde.
Die ökumenische Initiative „Ich brauche Segen“ möchte in dieser Zeit neue Kraft spenden und mitten im Alltag „Segenstankstellen“ aufstellen. Ein goldfarbener Aufkleber mit dem schlichten Satz „Ich brauche Segen“ führt über einen QR-Code, bzw. die Internetseite www.segen.jetzt auf Segensworte, die gelesen oder als Audio zugesprochen werden können - und Menschen spüren, wie gut ist es ist, ein Wort des Zuspruchs und der Bestärkung, der Ermutigung und der Zuversicht gesagt zu bekommen.
Segen ist Gottes ermutigendes Wort an jede und jeden von uns. Segen macht die gute Botschaft Gottes für jeden Menschen spürbar und ist ein Ausdruck der Bekräftigung auf unseren vielfältigen Wegen und in den unterschiedlichen Situationen im Alltag. Die bundesweite ökumenische Aktion „Ich brauche Segen“, die auch unser Bistum unterstützt, möchte mit Segensaufklebern und kleinen Segensplakaten Segen schenken und zusprechen. Das geschieht über einen QR-Code, der auf die Website www.segen.jetzt leitet. Hier gibt es dann lesbar und auch hörbar verschiedene Segenssprüche. Diese Aufkleber und Plakate sind so etwas wie „Segenstankstellen“ im Alltag. Sie können an verschiedenen Orten zu finden sein, z.B. beim Bäcker oder der Eisdiele, an einem Auto oder Fahrrad, an einer Laterne, dem Gemeindeschaukasten oder der Kita-Tür, … Der Segensaufkleber kann aber auch an konkrete Menschen verschenkt werden, die gerade jetzt so ein Segenswort brauchen. Die Gemeinden erhalten Anfang Juni eine geringe Anzahl von Segensaufklebern und Mini-Plakaten. Weitere Aufkleber und Mini-Plakate können direkt über die Homepage der Marburger Medien erworben werden (www.shop.marburger-medien.de). Hier finden sich auch weitere Informationen und Material zur Aktion.

Kibo-Reihe: Darum bleibe ich in dieser Kirche

Der Kirchenbote hat in diesen Wochen eine interessante Serie im Programm. Er stellt Frauen vor, die in der Kirche sind und bleiben wollen, obwohl diese Kirche in den drängenden (Frauen)fragen nicht weiterzukommen scheint. Er stellt Frauen vor, die alles tun, um den Glauben an ihre Kinder weiterzugeben, hauptamtlich in der Kirche tätige junge Frauen, eine lesbische Frau, eine Ordensfrau, eine Frau, die engagiertes Mitglied bei Maria 0.2 ist und eben auch eine junge Frau aus Ostfriesland, die sich  seit Jahren in der Jugendarbeit engagiert und dies auch von ihrem Studienort her weiter macht. Es ist Judith Willms aus Oldersum/Emden. Hier ihr Portrait im Kibo: https://www.kirchenbote.de/frauen-in-kirche-judith-willms?fbclid=IwAR34cTUbUnDiOrfN80UNsvKQdxx-0F6ntUYqFUd-H011BGZL3JCPjLG8BZs

Foto: Theresa Brandl, Kibo

 

Visitation 2021 in Ostfriesland

Die Visitation von Weihbischof Johannes Wübbe in unserem Dekanat geht weiter. Ende Mai ist er an der Küste, im Juni in der PG Leer-Weener-Oldersum und dann in Emden und auf Borkum und zum Schluß in der Pfarreiengemeinschaft Neuauwiewitt. Es gibt jeweils Gespräche mit den Gremien, einzeln mit den hauptamtlichen MitarbeiterInnen, es finden ökumenische Besuche statt und natürlich auch Firmungen. An der Küste, aber auch in anderen Gemeinden Ostfrieslands wird der Firmgottesdienst in diesem Jahr in den in der Regel größeren evangelischen Kirchen stattfinden, damit auch alle Firmwilligen mit einigen Familienmitgliedern gemeinsam Platz haben und ihre Firmung feiern können. Coronabedingten Regeln zufolge wäre dies in den katholischen Kirchengebäuden nicht möglich. Somit ist diese Zeit auch ein Zeichen für die Ökumene, die zeigt, wie weit wir im selbstverständlichen MIteinander doch schon sind. Nirgendwo gab es Vorbehalte dagegen, dass ein katholischer Bischof in einer Amtsfunktion in einer evangelischen Kirche Eucharistie feiert und das Sakrament der FIrmung spendet. Mag es in höheren theologischen Fragen auch noch hakeln - an der Basis ist man schon längst weiter. Unbenommen davon ist natürlich der theologische Dialog wichtig und muss geführt werden, damit das MIteinander auf festem Fundament steht, aber das konkrete Tun vor Ort gibt diesem Dialog auch Feuer. Nach allen Besuchen wird es zum Abschluß eine Dekanatspastoralkonferenz geben, in der der Weihbischof mit den Hauptamtlichen die Erfahrungen und Ergebnisse seiner Besuchsreise reflektiert. Die Tradition der Visitationen alle vier Jahre entweder durch den Bischof oder den Weihbischof soll das Miteinander der Ebenen stärken, soll gegenseitiges Hören und Verstehen lehren und fühlen lassen, dass wir, Ehrenamtliche, Hauptamtliche und Kirchenleitung alle Kirche sind und Kirche bilden.

Fit fürs Predigen

Bistum bietet Kurse für Frauen und Männer an / Predigtwoche „Wir verkünden das Wort“ kommt im September

Das Bistum Osnabrück will verstärkt Frauen und Männer in der Feier des Gottesdienstes sicht- und hörbar machen. Im Vorfeld der Aktion „Wir verkünden das Wort“, die im September stattfinden wird, gibt es deshalb Predigtwerkstätten, die allen Interessierten offenstehen.
Die Teilnehmenden lernen so die Grundkenntnisse der Predigtlehre und verschiedene Zugänge zu biblischen Texten kennen. In kleinen Gruppen geben und erhalten sie Rückmeldung auf ihre Ideen und bekommen Tipps für die Gestaltung in der Gemeinde.
Das Angebot umfasst fünf Kurse, die digital und wenn möglich auch in Präsenz stattfinden. Es wird von der Frauenseelsorge im Bistum und dem Bereich Liturgie in Zusammenarbeit mit dem Bibelforum Haus Ohrbeck organisiert. Die Kurse finden in der Zeit zwischen dem 12. April und 20. Juli statt und haben jeweils drei, beziehungsweise vier Termine.
Die Predigtwerkstätten sollen zur Teilnahme an der Aktion „Wir verkünden das Wort“ ermutigen: Ehren- und hauptamtlich Engagierte sind vom 12. bis zum 19. September dazu aufgerufen, in Gottesdiensten das Wort Gottes auszulegen. Die Aktion baut auf den Erfahrungen der Aktion „Frauen verkünden das Wort“ auf, die im vergangenen Jahr im Bistum Osnabrück stattfand und bei der mehr als 80 Frauen in rund 130 Gottesdiensten predigten.
Weitere Infos auf der Internetseite: www.bistum.net/wvdw2021

AG der Pfarrgemeinderäte protestiert

Die AG der PGR im Dekanat Ostfriesland hat Ende der vergangenen Woche in einem Brief an Bischof Bode das Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare kritisiert und eine Änderung verlangt. Unverständnis, aber auch ein Angriff auf die neue Bewertung von Sexualität und Beziehungen im Prozess des "synodalen Wegs" zeigen sich im Schreiben aus Rom, das so nicht stehen bleiben kann. Hier der Brief im Wortlaut zum download

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Matthias Sellmann: Was fehlt, wenn die Christen fehlen? - Religiöser Buchtipp des Monats April 2021

Der Bochumer Theologe Matthias Sellmann versucht in diesem Buch, Christsein so auf den Punkt zu bringen, dass für Christen und Nicht-Christen deutlich wird, welche Lücke das Christentum hinterlassen würde, wenn es verschwindet. Dreh- und Angelpunkt für seinen Gedankengang sind die Aufgaben, die jeder Mensch zu bewältigen hat: erwachsen werden, einen Beruf ergreifen, eine*n Partner*in finden, mit Schicksalsschlägen klarkommen usw. Dabei sind alle Menschen auf Hilfe angewiesen; niemand kann das allein. Das Christentum kann eine solche Hilfe sein, weil es wichtige Kompetenzen dafür vermittelt.
Die Kurzformel christlicher Lebensweisheit
Die Kurzformel, die Sellmann für die Lebensweisheit Christentum ausgebrütet hat, hört sich beim ersten Lesen etwas sperrig an: „Christsein ist eine bestimmte, nämlich geistliche Form von Klugheit (phronesis). Diese Klugheit motiviert zu drei Kompetenzen, die sich im Vollzug dauernd wechselseitig ergänzen: immer weniger wegrennen (physis); aus sich herauskommen (kenosis); Kraft von außen aufnehmen (dynamis).“
Die Kurzformel basiert auf einer Passage aus dem Paulus-Brief an die Philipper (Phil 2,5-11: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest ...“). Daher stammen auch die griechischen Worte, auf die Sellmann nicht verzichten möchte. Er illustriert sie außerdem am Beispiel dreier Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: Dietrich Bonhoeffer, Chiara Lubich und Madeleine Dêlbrel.
Und weil das gedruckte Wort heute allein nicht ausreicht, hat Sellmann mit dem Bochumer Zentrum für angewandte Pastoral die Kurzformel in Musik gefasst, eine Talkshow dazu produziert (beides auf youtube) und – tatsächlich! – Düfte entwerfen lassen. Die dem Buch beiliegende Karte duftet z.B. nach geistlicher Klugheit. Sie werden überrascht sein, wie frisch das riecht!
Anstoß für die Suche nach der eigenen Formel
Es sei nicht verschwiegen, dass die Lektüre eine gewisse Anstrengungsbereitschaft verlangt. Denn die Sprache schillert zwischen dem lockeren Stil eines Blogs und der Sprache eines Menschen, der leidenschaftlich Theologe und Sozialwissenschaftler ist. Das sollte aber niemanden davon abhalten, sich in das Buch zu vertiefen, denn es trägt dazu bei, das Wesentliche des Christseins nicht aus den Augen zu verlieren. Vielleicht inspiriert die Sellmannsche Kurzformel ja Leser*innen dazu, ihre eigene Formel zu entwickeln. (Borromäusverein)
Matthias Sellmann: Was fehlt, wenn die Christen fehlen?. Eine „Kurzformel“ ihres Glaubens. - Würzburg: echter 2020. - 128 Seiten; 9,90 €   Bild: Cover_202104_by_echter_verlag_by Pfarrbriefservide.de Text: Borromäusverein in: Pfarrbriefservice.de

KJO Freizeiten 2021 gehen von Durchführbarkeit aus

Das Dekanatsjugendbüro und die KJO-Verantwortlichen planen aktuell  das "KJO Pfingstzeltlager" und die "KJO Sommerfreizeit" soweit es geht, erstmal ganz normal und hoffen sehr, dass diese auch stattfinden können. Auf Ihrer Webseite schreiben sie: "Wir alle wissen um die Unsicherheit und Unplanbarkeit der aktuellen Situation rund um Corona. Dennoch möchten wir an unseren Freizeiten, die uns so viel bedeuten, festhalten, da wir das genau so gerne machen wie ihr gerne dabei seid! .."
Ab dem 20. Januar sind Anmeldungen auf den bekannten Wegen möglich. Wenn es Neuigkeiten gibt, erhalten die Angemeldeten dies per Mail oder können es auf der Homepage der KJO einsehen: www. kjb-ostfriesland.de
Das Pfingstzeltagerteam hat ein Vorbereitungstreffen für das Wochenende nach Ostern angesetzt. Spätestens danach werden die Verantwortlichen sich melden und über die aktuelle Situation informieren.

 

Wieder Taschen, Stolen, Buchhüllen aus Hungertüchern

Vor drei Jahren hatten wir an verschiedenen Orten im Dekanat Ausstellungen mit den bisher erschienenen MISEREOR-Hugertüchern. In Zusammenhang damit wurden viele der alten, großen und nicht mehr gebrauchten Hungertücher genutzt, um daraus Taschen, Buchhüllen und auch Stolen zu schneidern. Dies geschah in den Nähwerkstätten der sozialen Kaufhäuser und erfüllte damit einen doppelten Zweck: Übung für die dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Einnahmen für die sozialen Kaufhäuser, die zwar auch durch die Arbeitsämter/Jobcenter unterstützt werden, aber eben auch selbst einen Teil erwirtschaften müssen. Jetzt sind wieder neue Produkte entstanden, die man direkt über Stefanie Holle, Geschäftsführerin der Caritas Ostfriesland bestellen kann. Auf Wunsch werden auch wieder Stolen angefertigt. Dazu setzen Sie sich bitte direkt mit Stefanie Holle in Verbindung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

#beziehungsweise: jüdisch und christlich –näher als du denkst!

Im Jahr 2021 können wir auf 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland zurückblicken. Aus diesem Anlass wird es ein Festjahr geben, an dem die Kirchen sich mit der ökumenisch verantworteten Kampagne „#beziehungsweise: jüdisch und christlich -näher als du denkst“ beteiligen. Diese möchte dazu anregen, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahrzunehmen. Auch und gerade im Blick auf die Feste wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. Mit dem Stichwort „beziehungsweise“ soll der Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis in ihrer gelenkt werden. Aktuell finden wir uns dabei in einer gesellschaftlichen Situation wieder, die durch ein Erstarken von Antisemitismus und weiterer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit geprägt ist. Übergriffe gegen jüdische Bürger*innen, Hetze und Verschwörungsmythen in den Sozialen Medien nehmen weiterhin zu.In einer respektvollen Bezugnahme auf das Judentum, die zur positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregt, will die Kampagne auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten.Das Bistum Osnabrück unterstützt diese Kampagne. Von Januar 2021 bis Januar 2022 werden im monatlichen Wechsel Plakate zur Veröffentlichung in Schaukästen oder an Schwarzen Brettern zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen finden Sie unter: https://bistum-osnabrueck.de/beziehungsweise-juedisch-und-christlich-naeher-als-du-denkst/

Tradition und Realitäten

Was ist Tradition? - Die nächste Vollversammlung des sog. "Synodalen Wegs", des Reformdialogs in der deutschen Kirche, in der es um die Themenkomplexe Macht, Sexualmoral, Priesterbild und um Rechte von Frauen in der Kirche, geht, muss wegen Corona wieder verschoben werden, von Februar auf September/Oktober 2021. Dennoch geht zwischenzeitlich das Ringen um Positionen, um Versöhnung kirchlicher Lehre mit dem realen Leben der Menschen, weiter. So melden sich immer wieder auch Theologinnen und Theologen zu einzelnen Themenfeldern zu Wort. Auf www.katholisch.de wurde heute (20.11.) ein Beitrag der Dogmatikerin Johanna Rahner rezensiert, der ursprünglich im Magazin "feinschwarz" veröffentlicht wurde. Darin geht es um die Frage nach den Quellen unserer Glaubensaussagen, danach, inwieweit neben der Schrift und der Tradition auch gerade die "vergessenen" Sichtweisen noch offenbarungsrelevant sind. Tradition ist ja nichts Monolithisches, sondern ist aus einem Prozess hervorgegangen und muss weiter prozesshaft gesehen werden. Dazu nimmt Johanna Rahner, die Professorin für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie an der Uni Tübingen ist, Stellung:

"Die Tübinger Theologin Johanna Rahner hat der Amtskirche eine gefährliche "Häresie der Vergesslichkeit" attestiert. Durch eine Zementierung theologischer Traditionen und kirchlicher Strukturen habe sich das Lehramt seit dem 19. Jahrhundert zunehmend von den gesellschaftlichen Realitäten entfernt, schreibt die Dogmatikprofessorin in einem am Donnerstag auf dem Online-Portal "feinschwarz" veröffentlichten Beitrag. Wo die von Pluralität und Demokratie geprägte Lebenswelt der Menschen in der Kirche ein Fremdkörper bleibe, nehme die "Glaubwürdigkeit ihrer Sendung Schaden", so Rahner. In Ihrem Text nahm die Dogmatikerin auf einen Ausdruck von Friedrich Nietzsche Bezug, wonach die Vergesslichen "selig" seien, "denn sie werden auch mit ihren Dummheiten fertig". In der Kirche habe dieser Kampf gegen den eigenen "Erinnerungsballast" jedoch dazu geführt, dass die Vieldeutigkeit der eigenen Geschichte zugunsten einer scheinbar makellos fortschreitenden und unveränderlichen Lehre verdrängt worden sei. In etlichen Bereichen handle es sich dabei nicht um ein zufälliges Vergessen, sondern vielmehr um "absichtsvolles Verdrängen" durch die kirchlichen Verantwortungsträger. Vieles an der kirchlichen Struktur, das "bis heute mit dem Mantel des Gottgewollten und Ewigen umgeben wird, ist das Ergebnis eines historischen Verdrängungsprozesses", schreibt Rahner. Dies habe die fatale Folge, dass einem "zaghaft vorgetragenen 'Wir können auch anders'" in den aktuellen Reformdebatten stets die Behauptung einer "immer eindeutigen, stets gleichbleibenden, und daher zu bewahrenden 'Tradition'" als "katholischer Identitätsmarker" entgegengehalten werde.
Ausgrenzung Andersdenkender mit strukturellen Folgen
Rahner erklärt dieses Muster der theologischen Vereindeutigung als Konsequenz eines inzwischen überholten Offenbarungsverständnisses, das von einer übernatürlichen, dem Lehramt exklusiv zugänglichen göttlichen Wahrheit ausgehe. Demnach sei das unbeirrte Festhalten an der Tradition der Kirche die einzige Garantie, um diese Wahrheit vor Verunreinigungen zu schützen. Jeder "Ansatz von Pluralität im Inneren, jeder Hauch von Veränderung wird nun als Gefährdung dieser 'wahrhaft katholischen' und 'immer gleichen' Identität verstanden", so die Dogmatikprofessorin. Angesichts der "sogenannten 'Zerfallserscheinungen' der zeitgenössischen Gesellschaft" versuchten bestimmte Kirchenkreise deshalb seit Langem "einzig auf Aus- und Abgrenzung Andersdenkender" zu setzen. Diese Ablehnungshaltung sei nicht nur in inhaltlichen Fragen, sondern auch in struktureller Hinsicht wirksam. Besonders verhängnisvolle Konsequenzen für die Kirche bringe das etwa in Bezug auf "strukturelle Macht und institutionellen, d.h. systemischen Machtmissbrauch" mit sich, so Rahner weiter. Dabei sei die Theologiegeschichte deutlich vielfältiger und ließe weitaus größeren Spielraum zur Interpretation als lehramtliche Darstellungen oft Glauben machen wollten. Laut Rahner bestehe eine der wichtigsten Aufgaben der Theologie deshalb darin, unberücksichtigt gebliebene Argumente in der Dogmengeschichte aufzudecken und so eine "Wiederentdeckung der verdrängten Alternativen als Innovationspool" voranzutreiben. Auch dem "unfehlbaren Glaubenssinn der Gläubigen", der "im 19. Jahrhundert strukturell bewusst kaltgestellt" worden sei, müsse für die dringend notwendige Erneuerung der Kirche wieder mehr "Systemrelevanz" zukommen, forderte die Theologin."

Text aus www. katholisch.de   Bild: ©Universität Tübingen

Angesagt statt Abgesagt

Abgesagt!
Heißt es wieder.

Abgesagt!
Ist wieder angesagt.                                                                  Abgesagt!                                                                              

Die Feiern, die Feste,
die Besprechungen,
die Versammlungen,
die religiösen Angebote …

Nicht abgesagt!
Die Hoffnung,
dass wir es
auch diesmal schaffen.

Nicht abgesagt!
Die Liebe und Nähe,
die trotz allem Abgesagten
zwischen uns fließen kann.

Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de

Anfrage zu Taufpaten - Hat das Amt noch Sinn?

Im letzten Kirchenboten fand sich ein Artikel, der viele junge Eltern angeht, die ihr Kind taufen lassen wollen und vor der Frage stehen, wie sie mit dem Thema "Paten" umgehen sollen. Deshalb hier der Abdruck des Artikels für die, die den KIBO nicht beziehen:

Ein Kind wird getauft.Damit ein Kind getauft werden kann, braucht es nicht unbedingt einen Taufpaten. Tradition hat das Amt dennoch.

Wenn ein Kind getauft werden soll, ist die Suche nach Taufpaten nicht immer einfach. Wer soll? Wer darf? Warum gibt’s die überhaupt? Und: Geht’s nicht auch ohne? Ein italienisches Bistum hat Anfang August auf sich aufmerksam gemacht, weil es die Taufpaten abschafft – zumindest auf Probe für die kommenden drei Jahre. Warum? Weil der Bischof und sein Bistum der Meinung sind, dass das Patenamt seinen Sinn verloren hat. Den Sinn des Patenamtes findet man in der Frühzeit der Kirche, damals, als Erwachsene zum christlichen Glauben kamen. Jedem, der sich taufen lassen wollte, wurde ein erprobter Christ – bei Frauen gewöhnlich eine Christin – an die Seite gestellt, um den Bewerber in den Glauben einzuführen. Die Zeit der geistlichen Einführung, das sogenannte Katechumenat, dauerte lange, oft ein ganzes Jahr von Ostern bis Ostern – da wächst Beziehung. Deshalb führte der Pate seinen Täufling nicht nur zur Taufe, sondern blieb ihm auch danach ein treuer Begleiter in Lebens- und in Glaubensfragen.
Als die Kirche später zur Kindertaufe überging, verlor das Patenamt seinen praktischen Sinn, denn für eine Einführung in den Glauben sind vor allem die Eltern zuständig. Wichtig wurde jetzt eine gewisse soziale Verantwortung. So übernahmen Gutsherren Patenschaften und finanzierten zum Beispiel den Schulbesuch. Oder Verwandte erklärten sich mit der Patenschaft bereit, das Kind großzuziehen, falls die Eltern sterben. Das Kirchenrecht definiert die Paten bis heute als Wegbegleiter im Glauben. Deshalb müssen Paten katholisch sein, getauft, gefirmt und dürfen nicht ausgetreten sein. Freunde oder Verwandte, die diese Kriterien nicht erfüllen, können nur als Taufzeugen fungieren (Canon 874 §2). Das passt vielen Eltern nicht, und oft ist es auch schwierig, jemand Passenden zu finden. Zumal die Begleitung im Glauben für viele Familien eben nicht mehr im Vordergrund steht, sondern die persönliche Beziehung zum Kind – und zu den Eltern. Das bemängelt der italienische Bischof – und setzt deshalb das Patenamt aus. Scheitern muss die Taufe daran nicht: Das Patenamt ist gemäß Kirchenrecht nur eine „Kann-Vorschrift“ (Canon 872).

Susanne Haverkamp  Copyright 2020, Kirchenbote  Bild: Klaus Herzog in Pfarrbriefservice.de

Fratelli tutti - eine Zusammenfassung der Botschaft von Papst Franziskus

Die neue Sozialenzyklika von Papst Franziskus ist veröffentlicht. Auf  gut 150 Seiten zeichnet er darin das Bild einer neuen solidarischen Gesellschaft, benennt die Ungerechtigkeiten, die es zu beseitigen gilt und macht Mut, wirklich große Schritte zu gehen. Wenngleich in manchen Teilen auch ein wenig zu ausführlich, wiederholend und manchmal blumig-appelativ, hat das Schreiben doch eine große Zustimmung in kirchlichen und auch außerkirchlichen Kreisen gefunden. Aber natürlich gibt es auch kritische Anmerkungen:

"Fratelli tutti" fehlt manch selbstkritischer Blick
Die Utopie, die Papst Franziskus in seiner neuen Enzyklika entwirft, sei dringender denn je, findet Pia Dyckmans. Doch was der Pontifex darin für die Gesellschaft fordert, dürfe er in der Kirche niemandem verweigern – besonders den Frauen.
Von Pia Dyckmans | Bonn - 06.10.2020

Papst Franziskus schreibt eine notwendige Sozial-Utopie. Die Enzyklika ist ein Befreiungsschlag des Papstes. Ein Weckruf. Ein Meilenstein, schreibt sogar ein Journalist. Grundsätzlich liest man einen Tag nach Veröffentlichung der Enzyklika "Fratelli tutti" viel Positives. Beinahe vergessen ist die Kritik über den nicht genderkonformen Titel, der aufgrund eines wörtlichen Zitats in seiner deutschen Übersetzung die 'Schwestern' zu vergessen scheint. Dass die Überschrift die "Schwestern" nicht einbezieht: geschenkt. Es ist schließlich ein Zitat, welches in anderen Sprachen durchaus genderkonform ist. Es kommt auf den Inhalt an und der lässt hoffen.
Papst Franziskus fordert eine neue Weltordnung, statt wirtschaftliche Interessen soll das Allgemeinwohl die Richtung weisen. Zum wiederholten Mal schärft er den Blick für die Leidenden in der Gesellschaft und, was mich besonders freut, er tritt sogar für die Frauenrechte in der Welt ein. An mehreren Stellen in der Enzyklika thematisiert er sehr deutlich die Ungleichheiten zwischen den beiden Geschlechtern. Er betont zurecht, dass "die Frauen genau die gleiche Würde und die gleichen Rechte haben wie die Männer". Er wird sogar noch deutlicher, wenn er schreibt, es sei inakzeptabel, "dass eine Person weniger Rechte hat, weil sie eine Frau ist".
Aber wie so oft, wenn es um das Thema der Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche geht, es folgt ein "aber". So lobenswert sein Einsatz für die Rechte der Frauen ist, fällt ein wiederkehrendes Muster auf. Die Frau wird als das schwache Geschlecht dargestellt, indem lediglich ihre Verletzlichkeit, aber nicht auch ihre Stärken hervorgehoben werden. Auch in den beinahe 300 Fußnoten findet sich keine einzige Autorin. Zudem lässt mich ein Satz aufhorchen: "Mit Worten behauptet man bestimmte Dinge, aber die Entscheidungen und die Wirklichkeit schreien eine andere Botschaft heraus." Eine treffende Analyse, doch wo ist hier der selbstkritische Blick auf eigene Strukturen?
Ja, die Sozial-Enzyklika ist gut und notwendig. Sie schreibt eine Sozial-Utopie, die wir gerade im Angesicht der Corona-Pandemie dringender denn je benötigen. Doch lieber Papst Franziskus, was Sie für die Gesellschaft berechtigterweise fordern, dürfen Sie in den eigenen Reihen niemanden verwehren. Ist "Fratelli tutti" etwa auch ein Weckruf für die eigene Sache? Was für eine Kraft könnte ein solcher Text haben, wenn die Kirche selbst ein Vorbild wäre.

Von Pia Dyckmans, Presse- und Öffentlichkeitsreferentin der Jesuiten in Deutschland und Schweden, entnommen aus www.katholisch.de

 

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