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Frieden

Es korrespondiert gut mit unserer kleinen FriedensstifterInnen-Ausstellung in Neustadtgödens und ab dem Wochenende in Esens: Das Kunstprojekt FRIEDEN LEBEN, das die drei großen kirchlichen HIlfswerke MISEREOR, MISSIO und RENOVABIS gemeinsam auf die Beine gestellt haben:

Was trage ich bei? Für eine friedliche Welt .. eine Frage, sich angesichts aktueller Spannungen und Krisen für uns alle stellt. Weltweit.Wo beginnt der Friede und wo hört er auf? Wie kann ich, wie können wir Haltung zeigen, Zivilcourage leisten, Stellung beziehen für ein friedliches Miteinander? Was hat das mit Politik und einem gesetzlichen Rahmen für unsere Wirtschaft zu tun? Was mit unserer Kommunikation, unserem Konsum und Lebensstil? Das Kunstprojekt „Frieden Leben“ lädt zur aktiven Beteiligung und zum Dialog darüber ein!Die katholischen Hilfswerke Misereor in Bayern, Renovabis und missio München haben gemeinsam mit der Abteilung Weltkirche und der Domberg-Akademie. Stiftung Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising und dem Künstler Johannes Volkmann das Kunstprojekt ins Leben gerufen.Die Idee dafür geht zurück auf das Jahresthema 2020 ,Frieden leben‘ der katholischen Hilfswerke. „Wir möchten uns künstlerisch dem Thema nähern: Im Zentrum unserer Aktion steht eine einfache Papiertüte. Sie eröffnet den Raum zum Nachdenken, Diskutieren und kreativ werden, um Antworten zu finden auf die Frage, was jede und jeder für ein friedlicheres Zusammenleben beitragen kann“, so die Initiatorin Dr. Claudia Pfrang (Domberg-Akademie).Weltweite MitmachaktionIm Mittelpunkt des Kunstprojekts steht eine dreieinhalb Meter hohe Papiertüte –bedruckt mit der Frage „Was trage ich bei? Für eine friedliche Welt“. Umgeben ist sie von hunderten kleinen Papiertüten. Noch sind die Tüten weiß und leer. Im Laufe des Projekts sollen diese mit „Schlagzeilen des Friedens“ gestaltet und mit „Geschichten des Friedens“ gefüllt werden. 10.000 Exemplare wurden produziert und können kostenfrei über die Projekthomepage bestellt werden. Menschen weltweit sind eingeladen Teil des Kunstprojekts zu werden. Die Papiertüte bietet Platz für persönliche Friedensbotschaften und wird selbst Botschafterin, indem sie weitergegeben und mit immer mehr Gedanken, Notizen und kreativen Elementen gestaltet und gefüllt wird. Fertig gestaltete Papiertüten können an das Projektteam zurückgesendet und so Teil der Abschlussinstallation im Jahr 2022 werden.Begleitend werden für Gruppen und Schulklassen auf Wunsch Workshops zur gemeinsamen Gestaltung der Aktionstüten und zur vertieften Auseinandersetzung mit der Friedensthematik angeboten.

TExt: www.frieden-leben.de  Signet: © Frieden Leben 2021-2022  Bild: Christian Schmidt by Pfarrbriefservice.de

EIn Studientag über "Über Sex muss man reden" in unserem BIstum hat manches in richtige Fahrwasser geschoben. Hier ein blogbeitrag von der BIstumshomepage von Martina Kreidler-Kos:

Sexualität als Geschenk

Klar hat der Kabarettist Bodo Wartke recht, wenn er sagt – oder besser singt – es ist viel schöner über Sex zu schweigen und ihn gemeinsam zu genießen, als dass man zu blöden, schrägen, verlegenen, kindischen, obszöne oder technokratische Worte greift. Kann man nachhören in „Fehlende Worte“, dem Opener zu unserer Veranstaltung „Über Sex muss man reden!“.
Aber dabei ging‘s ja auch nicht um zwei Menschen, die liebevoll und nah im Kornfeld oder dem heimischen Bett liegen, sondern um die Frage, was die katholische Kirche eigentlich Hilfreiches, Schönes, Kritisches oder Orientierendes zu diesem Thema zu sagen hat. Und ob sie das überhaupt sollte? Ist da nicht viel zu viel verbrannte Erde?
Erstaunlich, wieviel Positives gestern zu diesem Thema aufzufinden war: Der Blick in die Humanwissenschaft, die sehr gelassen sagt, das Wichtigste am Sex ist die Bindung, die er schaffen kann: das Gefühl, nicht austauschbar zu sein. Großartiger Satz, der eigentlich in unser Repertoire gehört! Oder die Moraltheologie, die den Eigenwert von Sexualität stark macht und Orientierung bieten will, ohne die Sprache der Verbote zu bedienen. Die überlegt, was Sinn macht und gelingendes Leben ermöglicht. Oder die Beziehungspastoral, die sich wünscht, dass das Thema im kirchlichen Kontext nicht mehr so anstrengt, sondern unsere Grundbotschaft transportiert: „Du bist willkommen, so wie du bist!“ Und schließlich die Sexualpädagogik, die an einfachen Beispielen zeigt, wie das Thema besprechbar wird.
Eigentlich geht’s um die Frage, was ein liebender Gott mit unseren besten Momenten und unseren Erfahrungen von Liebe zu tun haben könnte. Da sollten wir auf keinen Fall verstummen, sondern unsere ganze Fantasie einsetzen. Wie sagte Bischof Bode so schön: Wie Menschen Beziehungen leben, so gestalten sie auch ihren Glauben – mit der Erfahrung, geliebt, beschenkt, angezogen, entzückt zu sein.
O ja, da gibt es eine ganze Menge Baustellen in dieser Sache, keine Frage! Kirche und Sex – ist fast immer schwierig. Verantwortlicher Umgang ist das Schlüsselthema. Die Würde des oder der anderen achten, behutsam mit sich selbst und dem geliebten Du zu sein. Denn dann blitzt eben auch auf: Was Gott seinen Menschen da für ein großartiges Geschenk gemacht hat!
Martina Kreidler-Kos ist Leiterin des Osnabrücker Seelsorgeamts. Ihr liegen die großen Fragen der Kirche am Herzen – aber auch die kleinen, alltäglichen und nur scheinbar nebensächlichen Dinge.

Ist das schon Heiliger Geist?

es kam kein Sturmwind mit Brausen,
auch vermochte ich nicht,
in fremden Sprachen zu reden.

Hin und wieder spürte ich jedoch neue Kraft
mitten in der Tretmühle des Alltags.

Hin und wieder war der Mut da,
einzutreten für das Recht
des an den Rande Gedrückten.

Hin und wieder sprengte ich
alte Denkmuster und Gewohnheiten,
hatte Geduld und Verständnis.

Hin und wieder wich die Bitterkeit
und Enttäuschung aus meinem Herzen
und staunte ich über meine Heiterkeit.

Hin und wieder nahm ich Verwundungen an
als Gottes geheimnisvolle Orte des Lernens.

Hin und wieder hatte ich den Mut
zu einem unangenehmen Gespräch,
packte ich eine lange hinausgeschobene Arbeit an.

Hin und wieder – und doch selten genug -
steckte eine geheimnisvolle Kraft mich an -
Ob da wohl der Geist Gottes wirksam war?

Irmela Mies-Suermann, In: Pfarrbriefservice.de

"Ach wäre ich doch....!"

Ich selbst sein, nicht eine Kopie oder auch nur ein Kopieversuch einer anderen Person, das ist eine wichtige Lernerfahrung im Leben. Die nachfolgende Geschichte von Max Bolliger macht dies anschaulich:

"Auf einer Wiese lebte eine Maus, die sich so sehr vor Katzen fürchtete, dass sie sich nicht mehr ins Freie wagte. »Ach, wäre ich eine Katze«, seufzte sie.Sie wäre verhungert, wenn nicht ein Dichter ihr Seufzen gehört und ihr den Wunsch erfüllt hätte. Nun brauche ich keine Angst mehr zu haben, dachte die in eine Katze verzauberte Maus. Doch als sie über die Wiese lief, um Mäuse zu fangen, stellte sich ihr ein Wolf entgegen.
Er hätte sie gefressen, wenn sie nicht auf einen Baum geklettert wäre. »Ach, wäre ich ein Wolf«, seufzte sie. Auf dem Baum säße sie heute noch, wenn nicht der Dichter ihr Seufzen gehört und ihr den Wunsch erfüllt hätte.
Nun brauche ich keine Angst mehr zu haben, dachte die in einen Wolf verzauberte Maus. Doch als sie über eine Weide lief, um ein Schaf zu reißen, erschien ein Löwe. Er hätte sie gefressen, wenn sie nicht in einer Höhle Zuflucht gefunden hätte. »Ach, wäre ich doch ein Löwe«, seufzte sie.
In der Höhle säße sie heute noch, wenn nicht der Dichter sie entdeckt und ihr den Wunsch erfüllt hätte. Nun bin ich der König aller Tiere und brauche mich vor nichts und niemandem mehr zu fürchten, dachte die in einen Löwen verzauberte Maus.
Doch als sie sich in die Sonne legte, um endlich das Leben zu genießen, kam ein Jäger daher und hätte sie erschossen, wenn nicht im allerletzten Augenblick der Dichter gekommen wäre und sie wieder zu dem gemacht hätte, was sie war, eine Maus.
Als der Jäger mit angelegtem Gewehr zu seinen Füßen plötzlich etwas rascheln hörte und anstelle eines Löwen eine Maus sah, schrie er auf, warf die Flinte ins Korn und machte sich davon.
Die Maus aber kehrte auf die Wiese zurück, um allen Mäusen zu erzählen, was sie erlebt hatte. Vor allem prahlte sie, wie sie sogar einen Jäger in die Flucht geschlagen hatte.
Und sie war so glücklich, dass sie keinen anderen Wunsch mehr hatte, als sie selbst zu bleiben, eine zarte kleine Maus. ... *

Kein »ach wär ich doch, ach könnte ich doch« – die Kunst ist, einfach ich selbst zu sein.
Seien Sie einfach gerne Sie,

Max Bolliger   (Veröffentlichungsort unbekannt)

Darauf kannst du dich verlassen: Hoffnung wächst nicht in den Himmel –
Liebe bewahrt nicht vor Leid – Vertrauen schützt nicht vor dem Tod. Alle
Wege führen zum Grab. Am Grab beginnen alle Wege neu: Vertrauen überdauert
den Tod – Liebe überwindet das Leid – Hoffnung wächst in den Himmel.
Darauf kannst Du dich verlassen: OSTERN. (Eleonore Beck)