Lesungen          Gottesdienste

Lernen - im Buch der Lebenskunst

Das Buch der Sprichwörter aus dem sog. Alten Testament ist, so Wolfgang Raible in "Anzeiger für die Seelsorge" 7/8 2015, ein Handbuch der Lebenskunst . So alt es ist, nämlich fast 2500 Jahre, so aktuell ist es doch noch oft für unsere Welt, die Kirche, unser Alltagsleben. Und daraus dann ein Beispiel, das unserem geordneten Strukturen echt zuwiderzulaufen scheint:

"Geh zur Ameise, du Fauler, betrachte ihr Verhalten und werde weise. Sie hat keinen Meister, keinen Aufseher und Gebieter, und doch sorgt sie im Sommer für Futter, sammelt sich zur Erntezeit Vorrat." (Sp. 6,6ff) Nach dem Buch Hiob hat Gott dem Menschen die Tiere als Lehrmeister gegeben. Die Ameise begegnet uns hier als Vorbild für unermüdliche und wohlorganisierte Arbeit. Jede Einzelne setzt sich ungezwungen und eigenverantwortlich ein für die anderen ein und sorgt durch ihren Fleiß für das Überleben aller. Auch ohne erkennbare Leitungsstrukturen herrscht kein Chaos im Ameisenhaufen. Stellen Sie sich das einmal vor: Vorgesetzte befehlen und drohen nicht, sondern vertrauen darauf, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst Ideen für ein gut koordiniertes Zusammenwirken entwickeln....

Und in unseren Pfarreiengemeinschaften: alle fühlen sich mitverantwortlich für die Zukunft von Kirche, von Gemeinden. Jeder und Jede tut das, was er/sie am besten kann- zum Wohl aller. Und EIfersucht und Gezänk um „Pfründe“ sind Fremdwörter…..!

Unzerstörbar

Ein Pastor hielt einen 50-Euro Schein hoch und fragte die Gottesdienstbesucher: "Wer möchte diesen Geldschein haben?" Alle Hände gingen hoch. Dann zerknitterte er den Geldschein und fragte, ob ihn immer noch einer haben wollte. Die Hände waren wieder alle oben. Dann fragte er: "Was ist, wenn  ich das tue?" Er warf den Geldschein auf den Boden, rieb ihn mit seinen Schuhen auf dem dreckigen Boden hin und her und hob ihn  wieder auf. Der Geldschein war zerknittert und völlig dreckig. "Nun, wer möchte ihn jetzt immer noch haben?" Es hoben noch immer alle die Hand. Dann sagte der Pastor: "Liebe Freunde, wir haben gerade eine sehr wertvolle Lektion gelernt. Was auch immer mit dem Geld geschah, ihr wolltet den Schein haben, weil er nie seinen Wert verloren hat, er ist immer noch 50 Euro wert. Manchmal passiert es in unserem Leben, dass wir zerknittert sind, mit den Füßen getreten und in den Dreck geschmissen werden. Dann fühlen wir uns, als ob wir wertlos wären. Aber egal, was passiert ist, oder passieren wird: Wir werden für Gott niemals an Wert verlieren. 
Quelle/Verfasser unbekannt

Gott und seine Menschen


Gott hat mit einer Vielzahl un-
terschiedlichster Menschen Geschichte geschrieben.
Keiner war perfekt:

Abraham war zu alt

Jakob war ein Lügner…

Lea war hässlich

Josef war ganz schön stolz…

Mose stotterte…

Josua hatte Angst…

Simson hatte lange Haare und war ein Frauenheld…

Rahab war eine Hure…

Jeremia und Timotheus waren zu jung…

David hatte eine Affäre und war ein Mörder…

Elia war selbstmordgefährdet…

Jona lief vor Gott weg…

Petrus verleugnete Christus…

Die Jünger schliefen beim Beten ein…

Martha macht sich immer Sorgen

Die Samaritische Frau war geschieden…mehr als einmal…

Zächäus war zu klein…

Paulus war zu gesetzlich und völlig contra…

Und Lazarus war tot!

Sie waren keineswegs perfekt.

Doch mit solchen Menschen hat Gott Geschichte geschrieben.

                                          Aus: Paxpost, Pax Christi-Informationsdienst 2/13,  Juni 2013

Lachen macht menschlich

Lachen ist menschlich
ur-menschlich
und macht menschlich

Lachen verbindet
vereint
verschwistert Jung und Alt                                                                                                                                                                      
und Groß und Klein
Rassen und Klassen
Stämme und Völker
hautnah und weltweit

ein Lächeln von Herzen
kommt an
heilt und wirkt Wunder
verwandelt
gestaltet
formt und entfaltet

Runzeln zum Schmunzeln
Harm zu Charme
Fremde zu Freunden
im Nu
geschenkt und narrensicher

miteinander lachen
bringt Leben und Freude
Lebensfreude
zeigt und zeugt und öffnet
für alle ein Stück Himmel

Klaus Jäkel, In: Pfarrbriefservice.de

Unbekannte, ungenannte Heilige

Kein kirchliches Verfahren
wurde angestrengt,
um sie heilig zu sprechen.
Keine Wunder wurden ihnen nachgesagt.

Wir wissen nicht, wie sie aussahen.
Wir kennen ihr Leben nicht
Wir flehen sie nicht um ihre Fürbitte an.
Wir kennen nicht einmal ihren Namen.

Aber es gab sie und gibt sie:
Männer und Frauen,
verheiratet oder auch nicht,
gewiss nicht fehlerlos,
aber guten Willens.

Unzählige sind längst tot.
Unzählige leben heute
mitten unter uns.
Unbemerkt.

Menschen
wie du und ich.

Wie du und ich
berufen zur Heiligkeit.

Gisela Baltes, www.impulstexte.de. In: Pfarrbriefservice.de