Lesungen          Gottesdienste

Darauf kannst du dich verlassen: Hoffnung wächst nicht in den Himmel –
Liebe bewahrt nicht vor Leid – Vertrauen schützt nicht vor dem Tod. Alle
Wege führen zum Grab. Am Grab beginnen alle Wege neu: Vertrauen überdauert
den Tod – Liebe überwindet das Leid – Hoffnung wächst in den Himmel.
Darauf kannst Du dich verlassen: OSTERN. (Eleonore Beck)

In Corona*Pein gelassen sein
was fällt mir – ganz persönlich – dazu ein?

mit  Ruhe  abwarten  —  na  ja  —  schaun  mer  mal — stets  bereit,  Neues   zu   erleben   —  und  — Anderes vielleicht sogar  —  GanzAnderes  — dafür offen sein - frisch, froh, fromm  und frei  ----  im  Ja  zu  mir  selber —  so  wie  ich  bin   —  leben  im   Corona*-Vir(r)warr und zugleich darüber hinaus —  ist das denn möglich?
—  bin  echt gespannt   —  entspannt  optimistisch  — und   ohne   Stress   geduldig    —    sich   überraschen lassen   —  komme   was  kommt   —   auch  Schweres, Hartes,  Unbegreifliches  —  Geheimnis  des Lebens in  dem,  aus  dem  und  mit  dem  —  ich  mir  wie  dir, meinem  nahen  Nächsten  —  auch  dem  Fernsten  — den  Hauch  von Liebe, Glück, Mut, Freude  gönne  und wünsche  — zu erfahren und zu bewahren —  ja,  und bei alledem  —  dann  und  wann  —  einfach  mal  nur da sein  —  ohne ein Warum   —  und  ohne ein  Wozu — schon  —  und noch  —  und doch  gelassen  sein  —  und bleiben

                                                Text: Klaus Jäkel, In: Pfarrbriefservice.de  Bild: Melanie_Zils in: Pfarrbriefservice.de

Der Patmos-Verlag schickt immer mal wieder Neuigkeiten aus seinem Buchangebot und gerade jetzt auch immer eine kleine Geschichte oder Gedanken zum Einstieg. Die folgenden Gedanken sind von Andrea Niederstadt und sind ermutigend: 

 

"...den Topf gerade noch rechtzeitig vom Herd gezogen. Den Zug auf den letzten Drücker erwischt. Ein Quäntchen Glück macht so oft den Unterschied. Ein Quäntchen, das sind 4 Gramm. Ein winziges Etwas, das ausreicht, um Dinge zu ändern, einen Knoten zu lösen, das Blatt zu wenden. Es muss nicht immer eine große Sache sein. Manchmal reicht eine Winzigkeit. Das macht mir Mut.
Was schenkt uns allen in diesem Advent Geborgenheit, Licht und Mut?
Vielleicht Ihr ganz persönliches Quäntchen…"

 

Bild: Herbert2512 by pixabayin: Pfarrbriefservice.de

Die neue Hoffnung

Es ist nicht zu leugnen:
was viele Jahrhunderte galt,
schwindet dahin. Der Glaube,
höre ich sagen, verdunstet.
                             Gewiss, die wohlverschlossene
                             Flasche könnte das Wasser
                             bewahren. Anders die offene
                             schale: sie bietet es an.
                                                Zugegeben: nach einiger Zeit
                                                findest du trocken die Schale,
                                                das Wasser schwand. Aber merke:
                                                die Luft ist jetzt feucht.
                                                           Wenn der Glaube verdunstet,
                                                           sprechen alle bekümmert von
                                                           einem Verlust. Und wer von
                                                           uns wollte dem widersprechen?
                                                                        Und doch: einige wagen
                                                                        trotz allem zu hoffen.
                                                                        Sie sagen: Spürt Ihr’s noch nicht?
                                                                        Glaube liegt in der Luft!

                                                                                                               Lothar Zenetti

Blindheit

Es war einmal ein Huhn, Klara genannt, das lief aufgeregt gackernd am Zaun entlang, denn es wollte zu dem Futter, das auf der anderen Seite lag.
Klara war schon dem Verhungern nahe, und so versuchte sie alles Mögliche: Sie probierte über den Zaun zu fliegen, doch er war zu hoch. Sie suchte eine Lücke, doch es gab keine. Sie stieß mit aller Kraft gegen den Zaun, doch er gab nicht nach. So rannte sie in immer größerer Panik hin und her, bis sie tot umfiel.
Das einzige, was sie nicht getan hatte, war, sich ein paar Meter vom Futter und dem Zaun zu entfernen. Denn dann hätte sie entdecken können, dass der Zaun nach 10 Metern Breite aufhörte ...
                                                                aus: Marco von Münchhausen / "Wo die Seele auftankt".
                                                                       Bild: Doris Michael in Pfarrbriefservice.de
Für mich ist das eine Geschichte mit hohem Erkenntniswert: Wie oft sind wir so aufgebracht, aufgewühlt oder durcheinander, dass die einfachsten Dinge nicht mehr erkannt werden? Einfach mal durchatmen und dann neu überlegen....
Unser Bischof riet vor Jahren zu einer Atempause für diözesane Projekte und konzeptionelle Strategien, die notwendig sei. Bevor immer weiter und immer schneller getagt und getagt würde, um die Zukunft des Bistums und die Zukunft der Pastoral und der Gemeinden vorab zu beschreiben, solle erst einmal eine Pause gemacht werden. Die Dinge sacken lassen und dann mit Ruhe und einigem Abstand dann noch einmal anzuschauen und vielleicht ganz anders zu beurteilen als im Hype der immer schnelleren Sitzungen und runden Tische und, und und...
Entschleunigen, auch ohne Corona- um das Wesentliche wieder zu sehen, um zu erkennen, dass der Zaun keine endlose Gerade bildet, sondern nach einigen Metern rechts und links aufhört....
Übrigens: nach einer Definition von J.B. Metz ist die kürzeste Umschreibung für Religion: "Unterbrechung". Stopp sagen, pausieren...und dann eine neue Sichtweise einbringen, nicht das ewig Gesagte und Praktizierte einfach immer weiter machen, sondern von der Botschaft Jesu und dem Blick Gottes aus neu hinschauen und Neues aussagen.