Lesungen          Gottesdienste

Komisch

Komisch, dass 100 Euro so viel scheinen, wenn man sie für einen guten Zweck spenden soll, aber so wenig, wenn man einkaufen geht.
Komisch, wie lange es dauert, eine Stunde im Gottesdienst zu sein, aber wie schnell 90 Minuten Fußball oder ein Krimi im Fernsehen vergehen.
Komisch, wie schwierig es ist, anderen etwas aus der Bibel zu erzählen, aber wie einfach es ist, Klatsch und Tratsch zu verbreiten.
Komisch, dass wir oft nicht wissen, was wir beten sollen, aber dass wir unserem Freund immer etwas zu erzählen haben.
Komisch, wie schwierig es ist, in der Heiligen Schrift zu lesen, aber wie einfach es ist, 100 Seiten aus einem Bestseller zu verschlingen.
Komisch, dass Menschen in einem Konzert liebend gern in den vorderen Reihen sitzen, sich aber in der Kirche in die letzte Reihe quetschen.
Komisch, wie rasend schnell sich Witze im Internet verbreiten, aber wenn jemand anfängt, Nachrichten über Gott mitzuteilen, stockt die Verbreitung.
Komisch, dass wir der Zeitung glauben, was sie schreibt, dass wir die Worte der Bibel jedoch infrage stellen.
Komisch, dass wir zwei oder drei Wochen Vorplanung brauchen, um ein kirchliches Ereignis in unsere Planungen aufzunehmen, an anderen Ereignissen jedoch noch im letzten Augenblick teilnehmen.
Komisch, dass wir uns mehr Gedanken darüber machen, wie die Menschen über uns denken als darüber, wie Gott über uns denkt.
Komisch, dass viele in den Himmel kommen wollen –Hauptsache, man muss nicht glauben und nicht denken, nichts sagen und nichts tun.

Quelle: Bardeler Fastenmeditationen 2019, Seite 28.
Bild:question-mark-2123967_1920_by_terovesalainen_cc0-gemeinfrei_pixabay_pfarrbriefservice.jp

Ein frohes Neues Jahr 2020!!!

Wunibald Müller: Warten auf G.

Bei einem Aufenthalt in Tabgha am See Genezareth entschied sich Wunibald Müller, sich seinen Glaubenszweifeln zu stellen. Dafür war in den Jahren als Leiter des Recollectio-Hauses der Benediktiner in Münsterschwarzach kein Platz. „Warten auf G.“ ist ein Bericht über eine innere Reise, die Müller zunächst in eine tiefe Krise stürzte, dann aber zu neuer, größerer Gewissheit führte.
Müller hat die „Geburt Gottes im Menschen“ erlebt, wie Meister Eckhart es nennt, einer der großen Mystiker des Mittelalters. Mit seinem sehr persönlich gehaltenen Reisebericht möchte er deshalb anderen Mut machen, sich ihren Zweifeln zu stellen. Was von dem, was er glaubt, hat tatsächlich mit Gott zu tun? Und was entspricht nur einer bestimmten Vorstellung von Gott? Ist das Gespräch mit Gott tatsächlich ein Gespräch mit einem anderen Gegenüber – oder doch eher ein Selbstgespräch? Mit diesen und etlichen anderen Fragen plagte Wunibald Müller sich ab, zunächst, ohne wirklich eine Antwort zu finden. Er rang mit seinen Vorstellungen von Gott und versuchte, beiseite zu schieben, was ihm nicht mehr hilfreich erschien. Dabei fiel es ihm alles andere als leicht, Zweifel und Ungewissheit auszuhalten, zu warten, was sich „hinter“ den vertrauten Vorstellungen und Formeln zeigen würde.
Von tiefen Zweifeln zur ersehnten Gewissheit
Die Nachwehen einer Bypass-Operation stürzen ihn in eine tiefe Depression, die sein bisheriges Ringen mit der Gottesfrage wie ein Glasperlenspiel aussehen ließ. In dieser Zeit notiert er: „Und Gott? Da ist kein Halt. Da ist nichts von alledem, was ich mir über ihn ausgedacht, mir zurechtgezimmert habe. Da ist nur noch Angst, Entsetzen, Tod, Ende.“ Das Ende war es zum Glück nicht. Müller versucht zu beschreiben, wie ihm geschah, doch letztlich bleibt den Leserinnen und Lesern nur, zur Kenntnis zu nehmen, dass ein inneres Erlebnis ihm die ersehnte Gewissheit gab: Ja, Gott ist da.
Zugegeben, Müllers „Bekenntnisse eines Suchenden“ sind keine leichte, glatte Lektüre, schon gar nicht im Advent. Andererseits: Wann, wenn nicht in dieser Zeit der Vorbereitung auf das Geburtstagsfest Jesu lässt sich besser über Gott nachdenken? Und angesichts der Einsprüche, die die Moderne gegen die Existenz Gottes und den christlichen Glauben erhebt, ist Müllers Reisebericht eine wertvolle, bereichernde Lektüre, die auf Dauer zu einem ganz persönlichen Weihnachten führen kann. (Borromäusverein)

Wunibald Müller: Warten auf G.. Bekenntnisse eines Suchenden. - Würzburg: Echter 2019. - 207 S.; Preis 16,90 €  (Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der St. Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

Botschaft des Advents: Kopf hoch!

„Kopf hoch!“, „Halt‘ die Ohren steif!“, das hören Menschen, die es wagen, auf Nachfrage zu erzählen, wie es ihnen wirklich geht. So ernst hatte es der Andere mit seinem „Na, wie geht es dir?“ ja gar nicht gemeint. „Kopf hoch!“, damit ist man schnell mit einem Menschen fertig. Doch man überlässt ihn auch sich selber. Niemand sagt ihm, wie er das machen soll: Kopf hoch.
Mit Hoffnung weiterleben
Die Botschaft des Advents lautet auch ‚Kopf hoch!‘ und geht doch ganz anders weiter: Wir sollen einander nicht nur sagen, sondern vor allem zeigen, dass Gott bei uns ist. Darin besteht im Letzten auch der Wert einer Gemeinde: Wir erinnern einander daran, dass Gott uns nicht vergessen hat. In jedem Gottesdienst sagen wir uns das gegenseitig neu zu, in jedem Treffen einer Gruppierung können wir diese Nähe Gottes durch das Miteinander erfahren. Weil dem so ist, können wir den Kopf heben – brauchen nicht in Krankheit und Leid unterzugehen, in Traurigkeit zu versinken, können auch in Zeiten von Krisen aufatmen und mit Hoffnung weiterleben.
Advent ist die Zeit derer, die noch etwas vom Leben erwarten. Advent ist die Zeit derer, die sich von Gott noch etwas erwarten. Die mit ihrem Leben noch nicht abgeschlossen haben, die noch Hoffnung haben für sich, ihr eigenes Leben und diese Welt.
„Kündet allen in der Not …“
Ein wunderschönes Adventslied sagt es so: „Kündet allen in der Not: Fasset Mut und habt Vertrauen. (…) Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.“ Jede Not ist angesprochen und mitbedacht: die Not einer Trauernden. Die Not eines Kranken, eines Depressiven, einer Einsamen, eines alten Menschen. Die Not von euch Kindern, wenn ihr allein spielen müsst, die Not der Jugendlichen, wenn sie Liebeskummer haben oder Angst davor, die Ausbildung nicht zu schaffen. Jede Not, die Sie und euch im Herzen bewegt, ist damit gemeint.
Dabei ist es wichtig zu sehen, dass das Lied gerade nicht meint: Kopf hoch, wird schon wieder! Streng dich an und alles kommt in Ordnung. Gemeint ist: Speist die Menschen in der Not nicht mit einem „Kopf hoch“ ab, sondern erzählt ihnen von dem Gott, der sich zu ihnen auf den Weg macht: „Fasset Mut und habt Vertrauen.“ Gott hat noch etwas vor mit dir, gleich, was dir wie auf der Seele liegt. Er hat dich noch nicht vergessen.
Weil Gott auf uns zukommt, müssen wir nicht bleiben, wie wir sind. Wir können anders werden, wir dürfen uns ändern, etwas Neues in unseren Kreisen und in der Gemeinde wagen. So kann innerer Friede wachsen und der Zusammenhalt gewahrt bleiben. Botschaft des Advents…
Pastor Ulrich Kern Quelle: GeistReich, Pfarrzeitschrift der katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist Ratingen, Ausgabe 03/2018, In: Pfarrbriefservice.de

Im Monat November ist um das Thema "Tod" nicht herumzukommen. Eine ZeIt, in der uns auch die biblischen Texte herausfordern und fragen, ob wir an die Auferstehung glauben können. Aber von diesem Glauben, dass nach dem Tod nicht alles zu Ende ist, sondern Gott uns neue Zukunft schenken wird, hängt alles ab. Auch das, wie wir mit Menschen umgehen, die trauern. Dazu eine Ideenliste mit Vorschlägen (Den Originalartikel von Rebecca Reid finden Sie unter: https://metro.co.uk/2019/01/14/modern-etiquette-dont-know-talk-someone-grieving-8343050 Quelle: www.gute-trauer.de, In: Pfarrbriefservice.de):

Wie gehe ich richtig mit Trauernden um?

Im viktorianischen Zeitalter wurde weniger über Sex, dafür aber vielmehr über den Tod gesprochen. Heute fällt es vielen schwer, dieses Thema anzuschneiden. Statt zu sagen, dass jemand verstorben oder tot ist, werden Umschreibungen wie zum Beispiel „ist eingeschlafen“ oder „ist gegangen“ verwendet. Rebecca Reid, die Autorin des unten verlinkten Artikels, hat Betroffene und Fachkräfte gefragt, wie wir uns Hinterbliebenen zuwenden können, ohne es für sie noch schlimmer zu machen.

Folgende Ideen hat sie dabei zusammengetragen:

  • Frag nicht einfach „Wie geht es?“ – sei auch an der Antwort interessiert.
  • Am besten frag „Wie geht es Dir heute?“. Denn jeder Tag ist anders.
  • Sag nicht „Ruf mich an, wenn Du etwas brauchst“. Melde Dich selbst.
  • Selbst, wenn Betroffene immer wieder absagen: Ruf weiter an, lade sie weiter zum Tee, zum Spaziergang, zum Essen usw. ein.
  • Sei nicht nur die ersten Wochen für die Hinterbliebenen da, sondern auch Monate, Jahre später. Trauer kann lange Zeit andauern.
  • Hör einfach verständnisvoll zu. Akzeptiere ihr Leiden. Versuch nicht, ihr Leid zu lindern. Das geht nicht. Es gehört zur Verlustverarbeitung dazu.
  • Übergehe den Verlust und die Trauer nicht. Hinterbliebene denken immer daran.
  • Menschen haben kein Verfallsdatum. Sie leben in der Erinnerung der Hinterbliebenen weiter. Melde Dich bei ihnen an besonderen Tagen (z.B. Geburtstag des Verstorbenen).
  • Unterstütze Hinterbliebene auch praktisch. Bring ihnen etwas zum Essen oder biete ihnen einen Platz zum Übernachten an, wenn sie Abstand von zu Hause brauchen.
  • Nutze keine Plattitüden, wie z.B. „Er/sie ist jetzt an einem besseren Ort“. Das kann verletzend wirken.

Und denken Sie daran, Sie müssen nicht alle Antworten im Umgang mit einem Verlust und den Emotionen haben. Die hat keiner.

Weitere Beiträge ...

  1. GLaube
  2. Frauen
  3. Frieden
  4. Ermutigung